Schönsee
19.10.2026 - 16:32 Uhr

Lesung im CeBB: Markéta Pilátová über Auswanderung nach Brasilien

Markéta Pilátová präsentiert im CeBB ihren Roman über deutsch-böhmische Auswanderer nach Brasilien im 19. Jahrhundert. Die Lesung bietet Einblicke in das Leben der Bohemios.

Markéta Pilátová, Schriftstellerin, Journalistin und Autorin von Kinderbüchern, erzählte aus ihrem neuesten Roman über den deutsch-böhmischen “Hans” aus Reichenberg/Liberec, der nach Brasilien auswanderte. Bild: Birgit Höcherl
Markéta Pilátová, Schriftstellerin, Journalistin und Autorin von Kinderbüchern, erzählte aus ihrem neuesten Roman über den deutsch-böhmischen “Hans” aus Reichenberg/Liberec, der nach Brasilien auswanderte.

Markéta Pilátová, Schriftstellerin und Journalistin, hat im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) aus ihrem neuesten Roman gelesen. Der Roman erzählt laut Pressemitteilung die Geschichte des deutsch-böhmischen „Hans“ aus Reichenberg/Liberec, der im 19. Jahrhundert nach Brasilien auswanderte. Diese Auswanderung war typisch für viele Deutschsprachige aus der Region, die sich damals in das südamerikanische Land aufmachten. Die Nachfahren dieser Auswanderer, die sich Bohemios nennen, sprechen bis heute neben Portugiesisch auch Deutsch.

Die Lesung fand in der Gewölbehalle des CeBB statt, unter einem vom tschechischen Künstler Jakub Nepras geschaffenen Kunstwerk, das an ein Nest erinnert. Dies war laut Mitteilung ein passender Ort, da die Auswanderer im Urwald zunächst Nester und Hütten in den Bäumen bauten, bevor sie das Land rodeten und Häuser errichteten.

Pilátová, die selbst zwölf Jahre in Argentinien und Brasilien verbrachte, erzählte eindrucksvoll vom damaligen Leben in Südamerika. In diesen Ländern unterrichtete sie Kinder tschechischer Landsleute und arbeitete mit tschechischen Verlagen zusammen. Während ihres Aufenthalts begann sie zu schreiben und debütierte mit dem Roman "Die gelben Augen führen nach Hause (Žluté oči vedou domů)", in dem sie europäische und lateinamerikanische kulturelle Elemente verband.

Nach der interessanten Präsentation und dem Vortragen einiger Passagen aus dem Buch, konnten die Anwesenden Fragen stellen und auch ihr Wissen zum Besten geben. Dabei stellte sich heraus, dass unter den Gästen einige waren, deren Vorfahren sich ebenfalls aufmachten, um im fernen Amerika eine neue Existenz zu gründen. Nach dem offiziellen Teil blieb noch ausreichend Zeit zum gegenseitigen Austausch. Die Lesung wurde von dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond gefördert.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.