Schönsee
25.01.2019 - 18:13 Uhr

Mehrheit für Granit statt Holz

80 Prozent Städtebauförderung und keine Mehrkosten zum Beschluss im Juli 2018. Dies machte es für die Stadträte einfacher, sich für einen Anbau an den "Zäch-Stadel " mit Granitstein an Fassade und Dach zu entscheiden.

Mit 11:4 Stimmen sprach sich der Stadtrat für das neue Konzept mit Steinfassade für Wand und Dach am Anbau (links) des zu sanierenden Bestandsgebäudes (rechts) in der Weidinger Straße aus. Bild: Architekturbüro Schönberger
Mit 11:4 Stimmen sprach sich der Stadtrat für das neue Konzept mit Steinfassade für Wand und Dach am Anbau (links) des zu sanierenden Bestandsgebäudes (rechts) in der Weidinger Straße aus.

Nachdem bei der Sitzung in der Vorwoche die neue Fassadengestaltung für das "Zäch-Anwesen" nicht abschließend geklärt werden konnte, stand das Thema am Donnerstag erneut auf der Tagesordnung. Bürgermeisterin Birgit Höcherl übergab das Wort an Architekten Christian Schönberger, der kurz an die Vorgeschichte erinnerte. Im Juni 2018 hatte er Pläne für den Anbau mit Glas und Holzlamellen vorgestellt, am 24. Juli wurde die Planung und die Kostenberechnung genehmigt und am 26. Juli der Förderantrag gestellt. Ende November ging der Bescheid für 784 000 Euro ein.

Zum Jahreswechsel entstand dann die Idee, von Holz auf Granit zu wechseln. Etliche Stadträte konnten sich damit bei der Sitzung am 15. Januar nicht anfreunden, vor allem nicht mit der Tatsache, dass sich das Material der Fassade über das Dach zieht - egal ob Holz oder Stein. "Ich habe in meinen Unterlagen keine andere Darstellung gefunden", betonte Schönberger. Wahrscheinlich sei es so gewesen, dass man im Sommer nicht über die Konstruktionsart des Daches, sondern mehr über den Innen- und Außenbereich gesprochen habe. Die Bürgermeisterin informierte über ein Schreiben der Regierung, welches mit einem Appell an den Stadtrat endete, Mut und Offenheit zu zeigen. Den Chef der Städtebauförderung, Baudirektor Hubert Schmid, habe die Qualität und Stimmigkeit für das sehr langlebige und ortsübliche Gestein überzeugt. Nicht so die Alternativanfrage für ein Blechdach (Titanzink). "Wir bekommen ein Gebäude mit einer Spitzenförderung von 80 Prozent, das wir in der Ortsmitte gut gebrauchen können", betonte Höcherl. Nachdem die Galerie wegfalle, könne der Kostenrahmen gehalten werden. Von den insgesamt rund 1,026 Millionen Euro für die komplette Neugestaltung "Weidinger Straße 4" beträgt der Eigenanteil der Kommune rund 260 000 Euro. Für den geschichteten Stein (sägerau) werde noch eine genaue Bemusterung stattfinden.

"Ich werde dagegen sein, da wir das Gebäude nicht brauchen und die Folgekosten alleine tragen müssen", führte Stadtrat Thomas Schiller an. Im CeBB sei Platz auch für Sitzungen und in der Hauptschule für einen Multifunktions-Saal. "Wenn wir das Geld von der Regierung nicht nehmen, dann tut es jemand anders", meinte Johann Pfistermeister. "Das Gebäude wird für Schönsee ein Hingucker. Stein passt in unsere Gegend", betonte Josef Irlbacher. "Das wird ein Prunkbau", stellte Reinhard Kreuzer fest, und monierte die seiner Meinung nach "untergejubelte" Planung. Mit 11:4 Stimmen wurde die Neugestaltung der Weidinger Straße 4 mit Kostenschätzung und Energieversorgung (Gas statt Fernwärme) beschlossen.

Bei der Genehmigung von zwei Niederschriften kam es zum Eklat. "Wir haben echte Probleme und müssen uns nicht von links und rechts Unterstellungen anhören, egal wer anfängt", unterbrach Josef Eibauer den Disput zwischen Hans Schieber und Thomas Schiller. Mit den Worten "Mir reicht es jetzt. Ich komme erst wieder, wenn vernünftig debattiert wird", stand er auf und verließ unter dem Beifall der Zuhörer den Sitzungssaal. Peter Pfaffl sprach den Gehweg zur Norma an. "Die Sachlage schaut jetzt anders aus und so werden wir intensive Gespräche mit Bauamt und Planer führen", erklärte die Bürgermeisterin. Lob gab es von allen Stadträten für den Inhalt der Bürgerinformation "Seerosenblatt", welches an alle Haushalte verteilt worden war. "Es wäre schöner gewesen, wenn der Stadtrat etwas davon gewusst hätte", meinten Eibauer und Kreuzer. "Das liegt im Rahmen meiner Verfügungsmittel", erwiderte Birgit Höcherl. Auf Wunsch von Stadtrat Schiller werde sie die Kosten für die Bürgerzeitschrift in der nächsten Sitzung vorstellen.

Diese Skizze zeigt, wie sich der Außenbereich an der Weidinger Straße 4 künftig darstellen wird. Bild: Architekturbüro Schönberger
Diese Skizze zeigt, wie sich der Außenbereich an der Weidinger Straße 4 künftig darstellen wird.
Architekt Christian Schönberger erläutert die geschichtete Fassade. Angedacht sei jedoch kein gebrochener, sondern ein gesägter einheimischer Granit. Bild: Portner
Architekt Christian Schönberger erläutert die geschichtete Fassade. Angedacht sei jedoch kein gebrochener, sondern ein gesägter einheimischer Granit.
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.