26.02.2020 - 15:23 Uhr
SchönseeOberpfalz

Pascherverein brilliert mit "Verhandlung"

Ist ein Borstenvieh gestohlen oder rechtmäßig erworben? Vor dem Königlich-Bayerischen Amtsgericht gibt es dazu gegensätzliche Aussagen. Bei der "Verhandlung" im CeBB klärt sich alles auf.

Allerhand Verstrickungen über die Aussagen der Parteien hatte der Herr Rat bei der Verhandlung vor dem Königlich bayerischen Amtsgericht aufzuklären.
von Ludwig HöcherlProfil

"Euer Gestrengen, i ho döi Sau niad gschtuhln." Treuherzig, gebetsmühlenartig und mit einem hintergründigen Grinsen weist der Totengräber Alois Wastlhuber (Herbert Spichtinger) den Diebstahl eines Schweines zurück. Einen solchen unterstellt aber der Viehhändler Held (Johannes Gillitzer) dem auch als Hochzeitslader aktiven Wastlhuber. Nicht einfach wird es da für den Herrn Rat (Ludwig Zwick) in dem Schwank "Der Viehdiebstahl" aus der Reihe "Königlich-Bayerisches Amtsgericht" von den aufgebotenen Zeugen die Wahrheit darüber heraus zu kitzeln. Schließlich möchte doch dieser unter dem Bild des Prinzregenten Luitpold ein gerechtes Urteil fällen.

Mit der aus der Fernsehserie bekannten Melodie eröffneten die Musikanten der Grenzland-Blaskapelle Dietersdorf in der Gewölbehalle des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) die Verhandlung. Gegenseitige Schuldzuweisungen der streitbaren Parteien musste sich der Herr Rat zu Beginn der Verhandlung anhören. Fragende Blicke gab es von ihm, ob der Anschuldigung des Diebstahls einerseits und auf der anderen Seite den vom Angeklagten behaupteten rechtmäßigen Besitz des Borstenviehs. Dieses hatte er sehr zum Ärger des Klägers für "bloß 50 Mark" weit unter dem Wert sogar verkauft.

Bei der Beweisaufnahme brachten die Äußerungen des Zeugen Freimlhuber (Josef Wirnshofer) für die Urteilsfindung nur wenig Brauchbares ans Tageslicht. Mehr über den langsam dubios wirkenden Vorfall erhoffte sich der Vorsitzende von der Wirtin Neudecker (Birgit Höcherl) und der Kellnerin Annemirl (Sabine Meindl). Aber auch die Wirtin windete sich um konkrete Aussagen, mit verschmitztem Grinsen hörte ihre Gehilfin dem Wortgefecht zwischen allen Beteiligten zu.

Den Weg aus dem Dschungel der Verstrickungen erhoffte sich das Gericht von der Zeugin Franziska Wastlhuber, der Ehefrau des angeklagten Totengräbers. Deren Aussagen offenbarten für den Herrn Rat wie auch für seinen Gerichtsschreiber Haberkorn (Gerhard Treiber) den wahren Hintergrund der Streitsache, wobei sich moralische Abgründe auftaten. Selbst dem Pfarrer (Sebastian Betz), der sich bei der Verhandlung unter die interessierten Dorfbewohner gemischt hatte, hielt es da nicht mehr auf seinem Platz. Dieser befahl allen, sich am nächsten Tag im Beichtstuhl einzufinden und der Herr Rat beendete die Angelegenheit mit einem salomonischen Urteil, dass jeder Beteiligte fünf Mark in die Gerichtskasse zu zahlen habe.

Nach der "gerichtlichen Vorstellung" begrüßte die Pascherverein-Vorsitzende Birgit Höcherl, die auch Regie führte, die Besucher. Sie dankte allen Helfern und Unterstützern, darunter dem Kaufhaus Köck für den Kartenvorverkauf, den Kuchenbäckerinnen wie auch den "Köchinnen" für die Zubereitung der Brotzeiten, die anschließend serviert wurden. Lob gab es für die Darsteller, die sich wieder bestens auf der Bühne präsentierten, wie auch für die Maskenbildnerinnen Lisa Lehner und Claudia Fakler. Gerne verweilten die Besucher bei Brotzeit und Musik in der inzwischen zum Wirtshaus umfunktionierten Gewölbehalle.

Auf dem Bankerl im Gerichtssaal warteten die Beteiligten auf die Verhandlung über den Viehdiebstahl.
Wer spricht die Wahrheit vor dem Herrn Rat (Ludwig Zwick/Mitte): Der Kläger Held (Johannes Gillitzer/links) oder der Totengräber Wastlhuber (Herbert Spichtinger/rechts)?
Die Grenzland-Blaskapelle Dietersdorf eröffnete die Aufführung mit der Erkennungsmelodie des Königlich bayersichen Amtsgerichts.
Gerichtsschreiber Haberkorn (von links/Gerhard Treiber), Zeuge Freimlhuber (Josef Wirnshofer), Totengräber Wastlhuber (Herbert Spichtinger) und der Herr Rat (Ludwig Zwick) während der Verhandlung.
Auch von der Wirtin Neudecker (Birgit Höcherl/Mitte) und der Kellnerin Annemirl wollte das Gericht Aussagen zu diesem Schweinediebstahl hören.
Resolut stellte die Frau des Totengräbers (Maria Hammerer) die Hintergründe zum Sachverhalt dar.
Für Pfarrer (Sebastian Betz) taten sich während der Zeugenvernehmung moralische Abgründe im Dorf auf.
Die Darsteller des Stücks "Der Viehdiebstahl" in der Gewölbehalle des Centrum Bavaria Bohemia.
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