18.09.2019 - 16:14 Uhr
SchönseeOberpfalz

Pflegeheim in charmanter Lage

Den Lebensabend in der Heimat genießen: Ein Bauträger aus Bad Birnbach stellt die Pläne für ein Seniorenzentrum in Schönsee vor. Von der Tagespflege bis Palliativ wird alles abgedeckt.

Auf dieser Wiese an der Dietersdorfer Straße ist das Seniorenzentrum "Alte Säge" geplant. Im Hintergrund der Festplatz an der Böhmerwaldstraße.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Mit rund 50 Zuhörern - für viele gab es keinen Sitzplatz - herrschte am Dienstag bedrückende Enge im Sitzungssaal. "Es wird noch eine Bürgerversammlung geben. Das ist heute der erste Schritt", erklärte Bürgermeisterin Birgit Höcherl zu Punkt eins der Tagesordnung. Hier ging es um die Vorstellung eines Konzeptes für den Bau des Seniorenzentrums "Alte Säge" durch die SWB Sonnenwohnbau GmbH aus Bad Birnbach. Die Verwaltung wurde einstimmig beauftragt, die notwendigen Vorarbeiten für das Projekt zu beginnen. Bevor der Architekt des Bauträgers die detaillierte Planung startet, muss die Stadt einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufstellen.

Drei Varianten

In der Sitzung war SWB-Geschäftsführer Josef Eglseder mit Gattin Brigitte und Architekt Walter Edenhofer anwesend, ebenso auch Gerda und Walter Duschner als vorgesehene Betreiber der Anlage. Brigitte Eglseder verwies zunächst auf die einschlägigen Erfahrungen mit Senioren- und Pflegeimmobilien. Sie stellte in Bildern auch ein Objekt in Fürstenstein (Landkreis Passau) vor, welches die Stadträte am 27. August besichtigt haben: "Das wäre eine Idee eines Konzepts, das in Schönsee umgesetzt werden könnte." Die Sonnenwohnbau GmbH plant, baut, handelt Verträge (üblich 20 Jahre) mit dem Betreiber aus und verwaltet auf Wunsch die Anlage. "Betreutes Wohnen" kann in Teileigentum erworben werden.

"Alles aus einer Hand", stellte die Geschäftsfrau fest, und verwies noch auf die Vorteile einer Pflegeimmobilie mit drei bis vier Prozent Mietrendite. Entwürfe für das Vorhaben gibt es bereits. Architekt Walter Edenhofer aus Pfarrkirchen stellte die drei Planungsalternativen für eine mögliche Bebauung der rund 15 000 Quadratmeter großen Wiese (hinter dem Grüngürtel an der Dietersdorfer Straße/Abzweigung Eslarn) mit Sicht zum Festplatz an der Böhmerwaldstraße vor. Der Investor benötigt eine Teilfläche von rund 8000 Quadratmeter, so dass noch Platz für sechs bis acht zusätzliche Bauparzellen bleibt. Für Pflegeheim und Betreutes Wohnen sind zwei eigenständige Baukörper vorgesehen. "Der fitte Senior möchte nicht von Schwerstpflegefällen umgeben sein", so die Erklärung.

Das Pflegeheim wird für 40 bis 46 Betten (überwiegend Einzelzimmer mit Balkon) konzipiert. Im Erdgeschoss ist Platz für eine Kapelle und eventuell eine Tagespflege-Einrichtung. Etwa zwölf abgeschlossene Wohnungen mit Balkon/Terrasse (47 bis 67 Quadratmeter) sind für Betreutes Wohnen oder Senioren-WG's vorgesehen. "Lichtdurchflutete Wohnungen zum Wohlfühlen", stellte die Bürgermeisterin fest. Ihr gefalle Variante zwei mit "Blick in die Ascha-Auen" gut. "Die Stadt kann mit jeder Variante leben. Das Projekt ist ein Glücksfall für uns", meinte Hans Pfistermeister. Josef Eibauer bezeichnete die Lage als "charmant, sehr zentral und trotzdem mitten in der Natur". Denn in der Nähe sind Keckenweiher, Kirche und auch der Kindergarten.

Zweiter Bürgermeister Josef Irlbacher fragte nach fundierten Zahlen, als Hinweis auf genügend Bedarf. Damit wartete SWB-Geschäftsführer Josef Eglseder auf: "Circa 50 Betten sind errechnet." Denn das Schönseer Land mit seinen 3431 Bürgern weise einen hohen Anteil von über 65-Jährigen (25,47 Prozent) auf. Außerdem gehe die "Schere auf". Das bestätigte auch Birgit Höcherl. Sie betonte, dass die demografische Entwicklung und Altersstruktur von Schönsee bei anderen Projekten bereits gut untersucht worden sei. "Die nächste Generation kann nicht mehr davon ausgehen, dass die Kinder die Pflege übernehmen", gab sie zu bedenken.

Neue Arbeitsplätze

Josef Eglseder wies noch darauf hin, dass beim Baukörper für Betreutes Wohnen ein Anleger eine Wohnung kauft, diese vermietet oder selber einzieht (ab 60 Jahren; bzw. jünger mit Behinderung). Zum Zeitplan stellte er fest: "Wenn die Stadt den vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufgestellt hat, dann planen wir nächstes Jahr in Zusammenarbeit mit dem Betreiber." Auf die Frage von Peter Pfaffl bezifferte Eglseder die entstehenden Arbeitsplätze auf rund 30 Stellen. "Die geburtenstarken Jahrgänge kommen, da bleibt das Haus nicht leer", betonte Pfaffl. Diese Einschätzung trugen auch weitere Räte mit.

Gerda und Werner Duschner sind als Betreiber des Pflegeheimes im Gespräch. "Unser Angebot reicht von der normalen Pflege bis hin zu Palliativbetten. Ich glaube nicht, dass das Haus leersteht", erklärte Dr. Werner Duschner, Allgemeinarzt und tätig im Team der Pallicura GmbH (ambulante Palliativversorgung im Landkreis Schwandorf). Das Ehepaar hat Erfahrung: Seit 15 Jahren führt Gerda Duschner eine Therapie- und Pflegestation im Krankenhaus Vohenstrauß. In Moosbach betreiben die Duschners seit 2015 eine Tagespflege. Diese liegt der Bürgermeisterin auch für Schönsee sehr am Herzen: "Wir sind so froh, etwas für unsere Senioren schaffen zu können. An der Stadt wird es nicht scheitern."

Architekt Walter Edenhofer (von links) stellte zusammen mit Josef und Brigitte Eglseder von der Sonnenwohnbau GmbH die "Idee des Projekts" vor.

Wir sind so froh, etwas für unsere Senioren schaffen zu können. An der Stadt wird es nicht scheitern.

Bürgermeisterin Birgit Höcherl

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