11.04.2019 - 18:47 Uhr
SchönseeOberpfalz

Stolz auf Aufklärungsquote

Beim Sicherheitsgespräch zieht PI-Chef Robert Feuerer eine positive Bilanz: Weniger Fälle als in 2017 und die beste Aufklärungsquote im Landkreis. Rauschgiftdelikte forderten die Beamten, welche auch bei einer Marihuana-Ernte „halfen“.

Erster Polizeihauptkommissar Robert Feuerer (Zweiter von rechts) und die beiden Polizeihauptkommissare Georg Pfannenstein und Karl-Heinz Senft (rechts) informierten die Bürgermeister Gerald Reiter (von links), Manfred Dirscherl und Birgit Höcherl über die Kriminalstatistik 2018.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

"Es ist wichtig, als Verantwortliche zu wissen, wie sich die Sicherheitslage in der Gemeinde entwickelt", sagte Erster Polizeihauptkommissar Robert Feuerer bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2018 im Rathaus Schönsee. Die Bürgermeister des Schönseer Landes - Birgit Höcherl (Schönsee), Gerald Reiter (Stadlern) und Manfred Dirscherl (Weiding) - sahen dies ebenso und nutzten die Gelegenheit, einige Fälle näher anzusprechen. Neben dem Chef der Polizeiinspektion Oberviechtach gaben auch die beiden Polizeihauptkommissare Georg Pfannenstein und Karl-Heinz Senft Auskunft. "Auf den gesamten Dienstbereich der PI Oberviechtach bezogen, zeigt sich 2018 ein Minus von 22 Prozent ", führte Feuerer aus. Damit sei man wieder auf dem Niveau der Jahre 2010 bis 2016.

Nachbarn passen auf

Ein deutlicher Rückgang sei bei der Diebstahlskriminalität und den Körperverletzungsdelikten zu verzeichnen. Das Ermittlungsergebnis erfülle mit Stolz, denn von den 308 registrierten Straftaten konnten 77,9 Prozent (2017: 77,2) aufgeklärt werden. Damit liege die Polizeiinspektion Oberviechtach wieder deutlich über den Wert von Bayern (66,7 Prozent), der Oberpfalz (69,7) und des Landkreises Schwandorf (70,8). "Ich behaupte einfach mal, wir haben die beste Aufklärungsquote vergleichbarer Dienststellen in der ganzen Oberpfalz", meinte der Erste Polizeihauptkommissar. Er führte dies auf eine verstärkte Prävention, Streifenfahrten und die gute Ermittlungsarbeit seines Teams zurück. Auch die "Nachbarschafts-Überwachung" funktioniere sehr gut.

Die drei Bürgermeister interessierte dann natürlich besonders die Kriminalstatistik ihrer jeweiligen Gemeinde, wozu sie dann auch ein Geheft mit den genauen Fallzahlen erhielten. Beim Rauschgift sei die Tendenz steigend, allerdings noch nicht besorgniserregend. "Der Grund dafür ist die Wohnsitznahme durch Leute in grenznahen Dörfern, die damit umgehen", meinte der PI-Chef. Er verwies darauf, dass mehr Kontrollen auch mehr Fälle bringen, und sich Kollegen der verjüngten Dienststelle hier aktuell besonders reinknien, wobei man die "Pappenheimer" kenne. Feuerer berichtete über eine Meldung zwecks "seltsamer Pflanzen auf einer Terrasse", wobei die Beamten dann fast 500 Gramm Marihuana "ernteten". Nebenfund war noch ein präparierter tunesischer Wüstenskorpion auf dem Wohnzimmertisch, welcher dem Besitzer eine Anzeige zwecks Verstoß gegen das Artenschutzgesetz einbrachte. Mittels Fingerabdruck konnte ein Pkw-Aufbruch und ein nächtlicher Wohnungseinbruch einem Täter angelastet werden. Ein massives Sexualdelikt brachte einem Mann sechseinhalb Jahre Haft ein.

Sektflasche als Indiz

Parallelen zu einem Fall in 2017 ergeben sich aufgrund einer aufgefundenen Sektflasche bei einem Einbruch im MMM-Werk. Die Spuren seien jedoch noch nicht alle ausgewertet. Kurioses widerfuhr einem älteren Herrn, der aufgrund seiner Anzeige wegen Wohnungsverkaufs von einer Frau aus Syrien kontaktiert worden war. Diese bat darum, ihr zu helfen, die im Garten vergrabenen 6,5 Millionen Euro nach Europa zu transferieren. Dabei wurden sogar zwei Koffer voller geschwärzter Geldscheine vorgezeigt. Lange hatte er nicht geglaubt einem Betrug aufzusitzen, so dass er bis zur Anzeige schon 8000 Euro für Auslagen überwiesen hatte. Nicht alltäglich war auch ein Fall von neuen Fenstern, wobei die Rechnung der ahnungslose Vermieter erhielt.

Im Stadtgebiet Schönsee wurden im Vorjahr 69 Straftaten registriert, mit einer Aufklärungsquote von 81,2 Prozent. In Weiding konnten alle 15 Fälle ermittelt werden, während es in der Gemeinde Stadlern lediglich 45,5 Prozent sind (siehe Kasten). Abschließend informierte Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Senft über das Unfallgeschehen (Bericht folgt).

Kriminalstatistik:

Straftaten 2018 im Schönseer Land

n Stadt Schönsee

69 Straftaten insgesamt, davon 56 aufgeklärt. 12 Rohheitsdelikte (2017: 13); 9 (4) einfache Diebstähle; 1 (9) schwerer Diebstahl; 13 (12) Vermögens- und Fälschungsdelikte; 10 (7) Rauschgiftdelikte; 2 (6) Fälle zur Straßenkriminalität. Von den 44 Tätern waren 29 männlich und 15 weiblich. 2 Täter waren jugendlich und 9 ausländischer Nationalität.

n Gemeinde Stadlern

11 (2017: 10) Straftaten insgesamt, davon 5 aufgeklärt. 2 (0) einfache Diebstähle, 2 (2) schwere Diebstähle; 2 (0) Vermögens- und Fälschungsdelikte; 2 (0) Rauschgiftdelikte; 1 (0) mal Straßenkriminalität. Die zwei ermittelten Täter waren männlich.

n Gemeinde Weiding

15 (14) Straftaten insgesamt, davon alle aufgeklärt. 3 (1) Rohheitsdelikte, 1 (8) schwere Diebstähle, 2 (2) Vermögens- und Fälschungsdelikte). Bei den 8 Tätern handelte es sich um Erwachsene (7 Männer und 1 Frau). Ein Täter war Ausländer.

Ich behaupte einfach mal, wir haben die beste Aufklärungsquote vergleichbarer Dienststellen in der ganzen Oberpfalz.

PI-Chef Robert Feuerer

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