Schönsee
16.11.2018 - 10:08 Uhr

Urnenfeld am Gottesacker

Mit der Zeit gehen: Im Friedhof Schönsee stehen in Kürze reine Urnengräber zur Verfügung. Der Stadtrat befasst sich mit der Mischwasser-Entlastung und eine Homepage sorgt für Ärger.

Im Friedhof Schönsee entsteht ein Urnenfeld mit bodengleichen Platten (Mitte). Außerhalb des Gehweges, der den Platz in U-Form erschließen wird, ebnet der Bauhof derzeit das Gelände für Urnenstätten mit traditionellen Grabsteinen. Bild: Portner
Im Friedhof Schönsee entsteht ein Urnenfeld mit bodengleichen Platten (Mitte). Außerhalb des Gehweges, der den Platz in U-Form erschließen wird, ebnet der Bauhof derzeit das Gelände für Urnenstätten mit traditionellen Grabsteinen.

Bei der jüngsten Stadtratssitzung wurde auch über den Sachstand zur "Mischwasser-Entlastung" informiert. Das Ingenieurbüro Weiß in Neunburg hatte die Unterlagen zusammengestellt, nachdem sich die Stadt die Einleitung von Regenwasser in das Kanalsystem genehmigen lassen muss. "Es werden voraussichtlich keine baulichen Veränderungen, wie befürchtet, notwendig", betonte Geschäftsstellenleiter Matthias Jeitner. Die wasserrechtliche Erlaubnis für die bestehende Anlage werde erwartet.

Zuschussbescheid da

"Das wäre optimal", stellte Bürgermeisterin Birgit Höcherl fest und betonte: "Der Input der Klärwärter führte vor Jahren zur richtigen Entscheidung. Wir haben unseren Part erledigt, das Verfahren liegt jetzt beim Landratsamt." Allerdings werde es noch etliche Zeit dauern, bis dort die umfangreichen Unterlagen durchgearbeitet sind. Mit drei Gegenstimmen und ausufernder Diskussion wurde das Protokoll der Sitzung vom 16. Oktober genehmigt. Die Bürgermeisterin informierte, dass der Zuwendungsbescheid für den Kindergarten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro eingegangen ist. Josef Fleißer regte an, eine Besichtigung im Kindergarten-Ausweichquartier in der Schule vorzunehmen.

Zwei Varianten

"Der Gehweg für das Urnenfeld im Schönseer Friedhof wird derzeit angelegt", gab Birgit Höcherl bekannt. Dort gibt es in Kürze die Möglichkeit für eine pflegeleichte Bestattungsform mittels Urnengräber (80 mal 50 Zentimeter) mit Platten, welche bodengleich in die Rasenfläche eingelassen werden. Außerhalb des Gehweges, der das Gelände in U-Form erschließt, entsteht eine Fläche für reine Urnengräber (110 mal 60 Zentimeter) mit Grabstein. Diese neue Ebene im oberen Bereich des Friedhofes wird ansprechend gestaltet und in der Mitte stellt der Bauhof ein Kreuz auf. Sobald der Gehweg gepflastert ist, sind Urnenbestattungen möglich. "Bis jetzt liegen noch keine Anfragen vor", sagte Geschäftsstellenleiter Matthias Jeitner auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Reinhard Kreuzer regte in der Sitzung an, die Bäume am Friedhof auszuschneiden. Außerdem sei die Lautsprecheranlage in einem katastrophalen Zustand. Bei Aussegnungen oder an Allerheiligen verstehe man kein Wort. "Da gehört eine fest installierte Anlage her", so Kreuzer. "Das ist Sache des Pfarrers und der Kirchenverwaltung", stellte die Bürgermeisterin klar. Sie werde das Thema dort aber ansprechen. Matthias Jeitner gab zwei Vergaben aus nichtöffentlicher Sitzung bekannt. So ging der Auftrag für die Planung der Sanierung von Adalbert Stifter Straße, Jochelweg (vorderer Teil) und Böhmerwaldstraße an das Ingenieurbüro Weiß in Neunburg vorm Wald, sowie für das ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) an das Büro Nonconform in Berlin/Wien.

Zweiter Bürgermeister Josef Irlbacher bemängelte, dass Stadtrat Thomas Schiller auf seiner Homepage Fakten zum Kindergarten-Neubau veröffentlichen würde, welche nicht stimmten und forderte ihn auf: "Ändere das bitte". Die Zahlen seien vom November 2017, doch mittlerweile habe es Nachverhandlungen in Sachen Fördersatz gegeben, was dem Verfasser auch bekannt sei. Ein angestellter Vergleich mit einer Nachbarkommune sei deshalb falsch. "Die Quelle ist exakt angegeben", stellte Schiller dazu nur fest. Birgit Höcherl zitierte aus einem Protokoll aus dem Jahr 2012 und der damaligen Haltung der FWG in Sachen Kindergarten- und Krippenbau. Sie stellte noch einmal klar, dass der Standort Schule nicht möglich gewesen sei, nachdem Kirche und Diözese dagegen waren.

Wahrheitsgehalt prüfen

"Wenn durch eine Internetseite Transparenz geschaffen werden soll, dann sollte man diese auf den Wahrheitsgehalt prüfen. Denn dabei fehlt es weit", kritisierte die Bürgermeisterin. "Das ist eine bodenlose Unterstellung", wehrte sich Thomas Schiller. Die Veröffentlichungen des FWG-Stadtrates brachten Hans Schieber (CSU) in Rage. Dies wiederum ärgerte Andreas Hopfner (FWG), so dass sich ein längerer Disput im Gremium entwickelte. Dieser wurde auch einigen Zuhörern zu viel, was Unmutsbekundungen zeigten.

 
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