Schönsee
15.04.2026 - 19:12 Uhr
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Visionär Hans Eibauer: Von der Idee zu 20 Jahre Centrum Bavaria Bohemia

Hans Eibauer ist der Gründervater des Centrums Bavaria Bohemia in Schönsee. Er hatte die Idee, leitete die Umsetzung und war viele Jahre lang der Chef im CeBB. Ist er zufrieden mit der Entwicklung? Wir fragten nach.

Neun Jahre liegen zwischen der Idee und der Eröffnung des Centrums Bavaria Bohemia (CeBB) im März 2006 in Schönsee. Ein grenzüberschreitendes Kulturzentrum in einem alten Kommunbrauhaus, das zur Jahrtausendwende als Schandfleck im Ortsbild dahindümpelte? Das konnten sich nur wenige vorstellen.

Doch Bürgermeister Hans Eibauer blieb hartnäckig und ließ seine Kontakte auch als Kreisrat spielen. Es ist sein Verdienst, dass sich das CeBB im kleinen Grenzstädtchen ansiedelte und heute als Kulturdrehscheibe, Informationszentrum, Ansprech- und Kooperationspartner zwischen den bayerischen und tschechischen Nachbarregionen eine wichtige Rolle einnimmt.

Erster Anlauf scheitert

Der Weg war nicht nur steinig sondern lang. In einer mehrseitigen Chronologie hat Eibauer die wichtigsten Stationen der Entstehungsgeschichte, von der Idee 1997 bis zum Eröffnungsfestakt 2006 niedergeschrieben. Eine Liste mit wichtigen Entscheidungen, aber auch Rückschlägen. 1988 hatte die Stadt das Baudenkmal zurückgekauft, doch der erste Ansatz eines Tourismuszentrums "Oberpfälzer Wald" scheiterte. Die von Hans Eibauer 1997/98 konzipierte Idee eines "bayerisch-böhmischen Kulturzentrums" erhielt nach äußerst schwierigen Verhandlungen erst 2004 grünes Licht.

Das Gebäude wurde in Trägerschaft der Stadt Schönsee und nach Plänen des Architekturbüros "Brückner & Brückner" saniert und erweitert. Und zwar sehr erfolgreich und versehen mit Auszeichnungen wie den "best architects Award 2008", den Bayerischen Bauherrenpreis 2009 und den Regionalpreis 2009 vom Bund Deutscher Architekten. Für Bau, Einrichtung und Medientechnik entstanden Kosten in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt betrug dank zahlreicher Förderpartner nur 473.700 Euro.

Positives und Negatives

Gefragt nach den positivsten und negativsten Erlebnissen der vergangenen 20 Jahre muss Hans Eibauer nicht lange überlegen: "Am nachhaltigsten eingeprägt haben sich für mich die Veranstaltungen rund um die Kulturhauptstadt Europas ,Plzeň 2015', darunter vor allem zwei unter Beteiligung des CeBB." Er nennt die Aktion "Blumen für Pilsen" am 26. April 2015 und den "Zug zur Kultur", der mit Live-Musik und Kulturprogramm jeden Samstag zwischen Regensburg und Pilsen unterwegs war. Zu negativen Punkten möchte er sich öffentlich nicht äußern, "sie betreffen die Stadt Schönsee unter Bürgermeister Reinhard Kreuzer". Bekanntlich gab es hier jahrelange Konflikte bezüglich des Mietvertrags und der finanziellen Unterstützung.

Bei der Eröffnung 2006 war Hans Eibauer nicht nur Bürgermeister, sondern auch Vorsitzender des 2004 gegründeten Trägervereins "Bavaria Bohemia" (Betreiber des CeBB). Von 2008 bis 2017 fungierte er als Geschäftsleiter und traf richtungsweisende Entscheidungen. Ein Verdienst des Netzerkers: Seit 2016 ist das Centrum Bavaria Bohemia im Auftrag des Freistaats Bayern die Koordinierungsstelle für die bayerisch-tschechische kulturelle Zusammenarbeit. Nachfolgerin in der Geschäftsleitung wurde Dr. Veronika Hofinger und Hans Eibauer übernahm den Vorsitz der 2013 gegründeten Kulturstiftung Bavaria Bohemia.

Er konnte sich aber auch über positive Überraschungen für ihn persönlich freuen, wie 2009 über den Brückenbauer Ehrenpreis, der damals erstmals vergeben wurde. 2020 bekam Hans Eibauer die Bezirksmedaille für 30 Jahre Engagement für die bayerisch-tschechische Zusammenarbeit.

Fokus auf Trägerverein

Ist er zufrieden mit der Entwicklung des CeBB? Eibauer formuliert es anders: "Meine Hoffnungen haben sich in den 20 Jahren des Bestehens in vielerlei Hinsicht bestätigt." So freue er sich darüber, dass es bis heute gelingt, den Betrieb des CeBB in Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins "Bavaria Bohemia e.V." zu führen. Der Trägerverein zeichne verantwortlich für die Umsetzung vieler bedeutender grenzüberschreitender Projekte, gefördert aus unterschiedlichen Töpfen von kommunaler, bayerischer, deutscher, tschechischer und EU-Seite.

"Die Förderung ist die eine Seite. Damit verbunden ist jedoch auch die Verpflichtung des Trägervereins, die notwendigen Eigenmittel zur Kofinanzierung aufzubringen." Dies gelinge dank zahlreicher Unternehmen im Partnerkreis als Sponsoren, mit Beiträgen der Mitglieder, mit Spenden von Gönnern und inzwischen auch mit Erträgen aus der Kulturstiftung Bavaria Bohemia.

Auf eines ist Visionär Hans Eibauer besonders stolz: Dass aus 36 Gründungsmitgliedern von Bavaria Bohemia ein Verein mit rund 500 Mitgliedern geworden ist. "Und es einen aktiven Kern gibt, der sich mit ehrenamtlichem Engagement um den Service bei Veranstaltungen kümmert und der die Öffnung des Hauses jeden Samstagvormittag und Sonntagnachmittag gewährleistet." Dies sei ein Service, der die besondere Rolle des Hauses für das Schönseer Land und den gesamten Landkreis als Informationsort sowie überregionales und grenzüberschreitendes touristisches Ziel unterstreicht. Dass inzwischen Landrat Thomas Ebeling den Vorsitz des Trägervereins übernommen hat, werte er als besondere Anerkennung.

Bei der Rückschau ist Eibauer wichtig, "dass die tschechische Seite das CeBB auch als ihr Projekt versteht". Dies habe die Region Pilsen gleich zu Beginn mit der Entsendung von Mgr. Václav Vrbík als Repräsentant der Region Pilsen im CeBB bewiesen. Als herausgehobenen Türöffner auf tschechischer Seite nennt er Mgr. Martin Baxa in dessen unterschiedlichen Funktionen als Regionsrat für Kultur und Denkmalpflege des Plzeňsky kraj, als Oberbürgermeister der Stadt Pilsen und als Kulturminister Tschechiens (2021 bis 2025).

Drei Wünsche

Für die nächsten 20 Jahre hat der Gründervater des Centrums Bavaria Bohemia drei Wünsche: "Dass das CeBB die herausgehobene grenzüberschreitende zweisprachige Anlaufstelle bleibt. Dass bbkult.net sich als grenzüberschreitende Kulturinformationsplattform trotz zunehmender medialer Konkurrenz behauptet. Dass in der Stadt Schönsee der in die Region ausstrahlende hohe Imagewert des CeBB erkannt und gegenüber dem Trägerverein angemessen honoriert wird."

Genau zwei Jahrzehnte nach der Eröffnung steht im März 2026 quasi als Jubiläumsgeschenk fest: Das Centrum Bavaria Bohemia ist Kooperationsstelle unter Beteiligung des BUND mit dem Ziel, das Grüne Band am ehemaligen Eisernen Vorhang zu einem deutsch-tschechischen Natur-Kultur- und Geschichtsstreifen zu entwickeln. "Verbunden ist damit die Chance, in die nationale Unesco-Weltkulturerbe-Liste aufgenommen zu werden", bekräftigt Hans Eibauer.

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Schönsee09.04.2026
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