Schönsee
16.07.2025 - 14:58 Uhr
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"Yuma" durch Beißattacke eines American Akita schwer verletzt: Ordnungsamt am Zug

Sandra Vogl (26) aus Schönsee hat Angst, mit "Yuma", einem Australian Shepherd, am Radlweg spazieren zu gehen. Der Grund: Beißattacken eines American Akitas, die ihren Hund so schwer verletzen, dass er notoperiert werden muss.

Ein American Akita sorgt in Schönsee für Angst unter Hundebesitzern, die nur noch ungern im Bereich des Radwegs mit ihrem Hund spazieren gehen. Nach einem Vorfall mit einem Labrador im April war am 23. Juni "Yuma" das Ziel einer Beißattacke.

Ein von zwei Frauen ausgeführter Labrador hatte bereits im April "Bekanntschaft" mit den American Akita gemacht. Die Hündin mache sich immer wieder selbstständig, suche sich ihren Weg durch Zaun und Hecke. Wie vom Besitzer zu erfahren war, sei er dann auch mal zwei Stunden unterwegs, kehre aber immer wieder zurück, berichtet Sandra Vogl gegenüber Oberpfalz-Medien. Der Labrador bekam die Folgen eines solchen Ausflugs zu spüren. "Es war noch glimpflich abgegangen, ein paar Bisse, man musste nichts nähen". Nach einer Vorsprache der Labrador-Besitzerin beim Ordnungsamt der Stadt Schönsee wurde gegen den Halter des American Akita ein Leinen- und Maulkorbzwang angeordnet.

"Kommt schon wieder"

Sandra Vogl und ihr Partner suchten auch das Gespräch mit dem Hundehalter, machten Vorschläge zur Zaunsicherung – vergebens. Als die beiden den Besitzer des American Akitas fragten, ob er seinen Hund nicht einfangen möchte, hätten sie die lapidare Antwort erhalten, "der ist schon zwei Stunden weg, der kommt schon wieder. "

Dann der Montag, 23. Juni. Sandra Vogl war mit ihrem Rüden Gassigehen im Bereich des Radlweges, als sie den American Akita mit seinem Herrchen sah. Er sei noch etwa 350 Meter entfernt gewesen. Plötzlich sei die Hündin, zwar mit Leine, aber ohne Führung, frei auf den angeleinten "Yuma" zugelaufen und habe ihn angegriffen.

"Sollte ich zuschauen?"

"Die ging sofort an die Kehle": Sandra Vogl berichtet von ihren Versuchen, "Yuma" zu befreien, ihn wegzuziehen. "Sollte ich zuschauen, wie mein Hund umgebracht wird?" Nach einer "gefühlten Ewigkeit" sei auch der Besitzer des American Akitas da gewesen. Seine erste Ansage: "Die machen das unter sich aus".

Schließlich habe er dann doch "mit hingelangt". Sandra Vogl ging mit ihrem Hund einige Schritte zurück. Auf dem Fell zeichneten sich rote Blutflecken ab. Ihr Kontrahent wollte das sehen, sei wieder näher gekommen. Sein Hund sei "Yuma" erneut an die Kehle gegangen.

Sandra Vogl rief per Handy ihren Bruder zur Hilfe, der mit dem Auto kam. Das Herrchen des American Akita habe verlangt, dass sofort die Polizei gerufen werde. "Ich wollte erst meinen verletzten Hund zur Tierärztin nach Vohenstrauß bringen und dann die Polizei verständigen".

Schwere Verletzungen

Solch schwere Verletzungen sieht Tierärztin Yvonne Federl aus Vohenstrauß "nur selten". Als Sandra Vogl am Abend des 23. Juni gegen 20.45 Uhr mit ihrem schwer verletzten "Yuma" in die Praxis kam, war Federl sofort klar: Es ist ein dringender Notfall.

Zur Verstärkung verständigte Federl kurzfristig noch zwei Tiermedizinische Fachangestellte, um rasch mit der medizinischen Versorgung beginnen zu können. "Yuma" wies multiple, blutende und klaffende Bisswunden im Kehl-, Nacken-, Hals- und Schulterbereich auf. Der Hund wurde mittels Infusion stabilisiert, die stark mit Haaren verschmutzten Wunden in Vollnarkose gründlich gereinigt sowie diverse Drainagen eingelegt. Abschließend erfolgte ein Wundverschluss. "Yuma" wurde mit Schmerzmitteln und Antibiose versorgt.

Spät nach Mitternacht konnte er endlich wieder nach Hause entlassen werden, musste aber mehrfach zur Nachsorge gebracht werden. Trotz der Schwere der Verletzungen zeigt sich Yvonne Federl zuversichtlich: „Yuma hat alles gut überstanden.“ Inzwischen sei der erneute Vorfall sowohl beim Ordnungsamt der Stadt Schönsee als auch beim Veterinäramt des Landratsamts Schwandorf gemeldet.

Sandra Vogl sind inzwischen knapp 2500 Euro Tierarztkosten entstanden. Und mit ihrem Hund geht sie in der besagten Gegend auch nicht mehr alleine Gassi.

Bei der Polizei wurde der Vorfall zur Anzeige gebracht, Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung gestellt, die an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet wird. Die weiteren Zuständigkeiten rund um den Fall liegen jedoch beim Ordnungsamt der Stadt Schönsee, so der Oberviechtacher Polizeichef Werner Linhart.

Maulkorb- und Leinenzwang

Ordnungsamtsleiter Matthias Jeitner bringt die Geschichte erst mal auf die sachliche Schiene: "Es gibt einen Fall in Schönsee, bei dem die Wellen hochschlagen. Von jeder Seite sind Emotionen im Spiel". Zum Einzelfall gebe er aus Datenschutzgründen keine Auskunft.

Wenn Hunde Auffälligkeiten zeigen, könne ein Maulkorb und Leinenzwang erlassen werden. Das sei auch geschehen. Einige Betroffene hätten sich im Rathaus gemeldet und mitgeteilt, dass der Halter dem nachkomme. Wäre das nicht der Fall, könnte ein Zwangsgeld angedroht werden.

Gespräch gesucht

Um die Wogen zu glätten, sucht Jeitner das Gespräch mit den Beteiligten. Zunächst mit der Familie Vogl. "Wir werden das Thema weiterverfolgen, sind noch mal den genauen Ablauf durchgegangen", fasst Jeitner das Gespräch zusammen. Dabei habe sich auch Neues ergeben. Die Maulkorb- und Anleinpflicht würden jedoch eingehalten, das werde auch von verschiedenen Seiten mitgeteilt. Sollte es weitere Probleme geben, könne in Sachen Maulkorb- und Anleinpflicht ein Zwangsgeld – bis zu 10 000 Euro – drohen. Wichtig sei, das jetzige Problem zu lösen, damit Hundehalter und Spaziergänger ein sicheres Gefühl haben können.

Matthias Jeitner ist nun dabei, telefonisch Kontakt zum Besitzer des American Akitas aufzunehmen. Oberpfalz-Medien hätte ihn auch gerne zu Wort kommen lassen, doch die Tür blieb verschlossen. Eine telefonische Kontaktaufnahme war aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich.

Hintergrund:

American Akita

  • Er wird in Deutschland weder als besonders gefährlich eingestuft, noch zählt er zu den Listenhunden
  • Angehörige der Rasse sind stolze Tiere mit ausgeprägtem eigenen Willen
  • Der eher eigensinnige Hund muss von einer Zusammenarbeit überzeugt werden: Mit liebevoller Konsequenz.
  • Aufgrund seines eher schwierigen Charakters ist der American Akita kein Anfängerhund. Nur Menschen, die sehr erfahren sind in Ausbildung und Erziehung von Hunden, sind für diese Herausforderung geeignet
  • Auch der Jagdtrieb kann im Alltag ein Problem darstellen
  • Bei geeigneten Haltern blüht der Akita auf
  • Da dem American Akita ein gewisses Misstrauen gegenüber Fremden eigen ist, muss rechtzeitig auf geeignete Sozialisation geachtet werden.
  • Quelle: tierheim.de
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