27.08.2018 - 16:55 Uhr
SchwandorfOberpfalz

13 Paare auf dem Kirwa-Tanzboden

In Ettmannsdorf is Kirwa, mei liaba, mei liaba“. Das Kirwa-Lied erklingt auf dem Festplatz an der Naab und erinnert an ein Brauchtum, das die in Vergessenheit geraten war.

Die Kirwapaare bedankten sich bei den Tanzlehrern Anita und Alfred Merl sowie bei den Musikanten Andreas Fischer und Tobias Müller für die Unterstützung.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

(rhi) „ Der neu gegründete Verein „Drei Brücken Ettmannsdorf“ knüpfte nach 60 Jahren wieder an die Tradition an und richtete am Wochenende in zweiter Auflage die Kirwa aus. Mit noch größerem Erfolg als bei der Premiere 2017.

25 Meter hoch ist der Stamm, den kräftige Burschen am Freitag auf dem Festplatz aufstellten. Um den Baum herum legten sie den Tanzboden. Am anschließenden Preisschafkopf beteiligten sich 136 „Kartler“ an 34 Tischen und spielten um einen der vielen Geld- und Sachpreise. Mit einer Plattenparty klang der Abend aus.

Zweimal hatten die 13 Tanzpaare ihre Auftritte. Einmal am Samstag- und ein zweites Mal am Sonntagnachmittag. Die Volkstanzausbilder Anita und Alfred Merl aus Haselbach hatten mit den Jugendlichen zehn Tänze einstudiert. Kreuz- und Sternpolka, Boarische und die „Schee Marie“. Die Musikanten Andreas Fischer und Tobias Müller spielten auf und begleiteten die Jugendlichen mit Quetschn und Horn. Tänzer und Musikanten bekamen viel Beifall von den Besuchern, die die Atmosphäre an der Naab genossen.

Ettmannsdorfer Kirwapaare müssen trinkfest sein. In jeder Tanzpause hatten sie einen Trinkspruch auf Lager und schlossen ihn mit einem kräftigen Schluck aus dem Steinkrug ab. Für die musikalische Unterhaltung am Abend im Zelt sorgten die Bands „Power“ am Samstag und „Stoapfälzer Spitzbuam“ am Sonntag.

Nur kurz war die Nacht von Samstag auf Sonntag. Denn am Sonntagfrüh mussten die Helfer bereits für den Gottesdienst auf dem Festplatz herrichten. Es schlossen sich Frühschoppen und Mittagstisch an. Die Frage nach den „schönsten Kirwamoidln im Land“ erübrigte sich an den drei Festtagen. In feschen Dirndln schwangen die Damen das Tanzbein, geführt von den Burschen in Tracht. Sie bedankten sich bei Anita und Alfred Merl mit einem Geschenkkorb und einem Erinnerungskrug. „Sehr gut gemacht“, lobten die Tanzlehrer ihre Schützlinge, mit denen sie an fünf Übungsabenden fleißig trainiert hatten.

Die Festschrift zum 1000-jährigen Bestehen von Ettmannsdorf erinnert an die Kirwa früherer Jahre. Hinweise im Nabtal-Boten stammen aus den Jahren 1867 und 1950. „Aber so eine Kirwa wie unsere hat es noch nicht gegeben“, zeigte sich Vorsitzender Christian Müller überzeugt. Wie Recht er hatte. An allen drei Tagen drängten die Menschen auf den Festplatz und genossen die Bewirtung und musikalische Unterhaltung in angenehmer Umgebung. Die Leute am Grill und Ausschank und die Bedienungen hatten alle Hände voll zu tun.

Kreuz- und Sternpolka und die "Schee Marie": Beim Tanz um den Baum ließen die Jugendlichen die Tradition der Ettmannsdorfer Kirwa aufleben.

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