09.09.2018 - 16:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

14 Stationen in die Vergangenheit

Hoch hinaus, aber auch tief hinunter geht es beim Denkmaltag. Eine Premiere gibt es ebenso wie eine Wiederöffnung nach genau zehn Jahren.

Über die Geschichte des vom Oberpfälzer Waldverein sanierten Türmerhauses erzählte Vorsitzender Erwin Mayer (rechts). Das Häuschen wird fast vom Blasturmaufgang (rechts) und dem gelben Nachbarhaus „erdrückt“.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Erwin Mayer erwartet zur Einweihung des Türmerhauses am 22. September Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Bis dahin will der Vorsitzende des Oberpfälzer Waldvereins dem historischen Gebäude beim Blasturm noch "den letzten Schliff" geben. In dieser Woche wird dort die neue Wendeltreppe eingebaut. Das restaurierte Türmerhaus war eine von 14 Stationen, die die Stadt beim bundesweiten "Tag des offenen Denkmals" den Besuchern zur Besichtigung anbot.

Eine Premiere gab es am Sonntag ebenfalls: Die Wanderung auf dem Jakobsweg. "Der Pilgerweg beginnt bei dir an der Tür", sagt Winfried Fimmers. Der pensionierte Gymnasiallehrer ist begeisterter "Wallfahrer" und regelmäßig auf dem Jakobsweg unterwegs. "Pilgern heißt, mit den Füßen beten", erklärte der ausgebildete Wanderführer, bevor er sich am Sonntag mit einer Gruppe auf den Weg machte. Vom Türmerhaus über die Beer-Kreuzung nach Ettmannsdorf und weiter in Richtung Naabsiegenhofen. Unterwegs macht der Pilgerleiter Halt und zeigt den Teilnehmern die "Muschel", die an Bäumen und Masten angebracht ist, und dem Wanderer den Weg weist.

Turmbesteigung

Immer wieder ein Erlebnis ist die Besteigung des Kirchturms St. Jakob, der einen Blick auf den Marktplatz gewährt. Voraus ging erstmals ein Konzert mit der Kirchenmusikerin Maria Pritzel und dem Kirchenchor St. Jakob sowie eine Kirchenführung mit Monsignore Hans Amann, der das Thema des Denkmaltages aufgriff.

"Wie war das damals in Schwandorf?" Das erfuhren die Besucher bei einer Filmvorführung im Lichtwerk-Kino. Hobbyfilmer Georg Wickles ergänzt das bereits bekannte Filmmaterial mit neu entdeckten Luftaufnahmen aus den 1960er Jahren. Zum zweiten Mal im Programm war eine fünf Kilometer lange Wanderung über die "alten Straßen rund um Haselbach". Dabei erinnert Natur- und Landschaftsführerin Lorna Simone Baier an die Bedeutung ehemaliger Handelswege.

In die Unterkirche

Felsenkeller-Beauftragter Werner Robold strukturierte die Führungen durch Bayerns größtes unterirdisches Labyrinth neu, um längere Wartezeiten zu vermeiden. Die Gästeführer boten sieben jeweils 90-minütige Führungen im halbstündigen Rhythmus an. Weitere Anziehungspunkte waren der historische Blasturm und das sanierte Türmerhaus, die Kreuzbergkirche mit Turmbesteigung und Besuch der Unterkirche sowie das Stadtmuseum mit der Ausstellung "Wildbienen, Hummeln und Hornissen".

Schloss zieht an

Ein bewährtes Angebot bleibt die Führung zum Fronberger Schloss. Gerhard Grünwald begrüßte über 70 Teilnehmer an der Petruskapelle. Von dort nahm sie der Kreisheimatpfleger mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Die Vorgänger "der von Breidbachs" waren die "Spierings" (1676 bis 1720), die die "hohe Gerichtsbarkeit" besaßen mit dem Recht, auch die Todesstrafe auszusprechen. Gerhard Grünwald führte die Besucher weiter in den Schlosshof und zeigte ihnen die Wappen am Eingang, die auf die ehemaligen Besitzer der Spierings und der von Stingelheim verweisen.

Der Hof ist gekennzeichnet durch Rundbögen und Säulen im Stile der Frührenaissance. Die Kapelle wurde 1677 erbaut von Pietro Spineta und besitzt drei Altäre. Die Anlage ist über 700 Jahre alt und war in dieser Zeit im Besitz von 13 Familien. Vor zehn Jahren öffnete Alfred Popp schon einmal das sanierte "Hierl-Haus" an der Friedrich-Ebert-Straße. Dort hat der Architekt sein Büro eingerichtet. Er bot Führungen durch das historische Gebäude aus dem Jahre 1577 an.

Pilgerbegleiter Winfried Fimmers (rechts) zeigte den Teilnehmern an der Wanderung die "Muschel" als Symbol für den Jakobsweg.

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