04.12.2018 - 16:31 Uhr
SchwandorfOberpfalz

18,5 Millionen Euro für Jugendhilfe gut angelegt

Der Landkreis Schwandorf gibt im kommenden Jahr fast 18,5 Millionen Euro für die Jugendhilfe aus. Das sind etwa 1,3 Millionen Euro oder acht Prozent mehr als in diesem Jahr.

Über 18 Millionen Euro lässt sich der Landkreis die Jugendhilfe kosten. Knapp 37 000 Euro erhält der Kreisjugendring für Freizeit- und Bildungsmaßnahmen in der Kinder- und Jugendbetreuung.

Die Veränderung des Haushaltsansatzes für 2019 resultiert aus dem erhöhten Betreuungsbedarf, den längeren Laufzeiten der ambulanten Hilfsmaßnahmen sowie steigenden Fallzahlen. Das machte Regina Hildwein, Leiterin des Kreisjugendamtes, am Montagnachmittag bei der Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Landratsamt deutlich.

In der Zusammenstellung von Einnahmen und Ausgaben zeigt sich, dass für heuer Einnahmen von 3 610 000 Euro eingeplant sind gegenüber von 3 573 837 für 2019. Bei den Ausgaben wird eine Steigerung von 17 121 000 Euro auf 18 468 000 Euro erwartet. Somit bleiben als Kreiszuschuss für heuer voraussichtlich 13,5 Millionen Euro und im nächsten Jahr 14,9 Millionen Euro.

Sehr gut im Rahmen

Größere Verschiebungen bei den Ansätzen ergeben sich beispielsweise bei den Leistungen für gemeinsame Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder (von 220 000 auf 450 000 Euro), bei Heimerziehung und betreuten Wohnformen (von 5,17 auf 5,67 Millionen Euro) oder bei der Eingliederungshilfe von seelisch behinderten Kindern und Jugendlichen (Steigerung von 3,8 auf 4,67 Millionen Euro). Der Entwurf des Haushaltsplanes wurde ohne große Diskussion und ohne Gegenstimmen abgesegnet und wird so dem Kreistag vorgelegt mit der Empfehlung, die entsprechenden Mittel einzuplanen.

Landrat Thomas Ebeling wollte zwar von keiner "Punktlandung" sprechen, als Regina Hildwein dem Jugendhilfeausschuss den derzeitigen Ausgaben- und Einnahmenstand für das laufende Haushaltsjahr präsentierte. "Aber 350 000 Euro sind bei 17 Millionen auch nicht die ganz große Abweichung", so der Landkreis-Chef. Hildwein informierte, dass zum Stichtag 26. November den rund 700 000 Euro überplanmäßigen Ausgaben 350 000 Euro Mehreinnahmen gegenüberstehen, wobei ein nicht vorhersehbarer "Extremfall" allein mit 450 000 Euro zu Buche schlägt. Von der Mittelschule Schwandorf-Dachelhofen lag dem Jugendhilfeausschuss ein Antrag auf Jugendsozialarbeit vor, den Claudia Hösamer vom Kreisjugendamt präzisierte. Jugendsozialarbeit richtet sich an junge Menschen mit sozialen und erzieherischen Problemen, die in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind.

Jugendsozialarbeit

Dazu wird direkt an der Schule sozialpädagogisches Fachpersonal eingesetzt. Nach Bewertung der vorliegenden Daten stellte der Jugendhilfeausschuss für die Mittelschule Dachelhofen den Bedarf für eine Vollzeitstelle für Jugendsozialarbeit fest. Der Sachaufwandsträger Stadt Schwandorf wird zu einer Kostenbeteiligung in Höhe von 13 500 Euro aufgefordert. Anträge auf Erweiterung der bestehenden Stellen für Jugendsozialarbeit hatten die Sonderpädagogischen Förderzentren Maxhütte-Haidhof und Nabburg gestellt. Nach einem Vergleich zwischen allen Stellen für Jugendsozialarbeit und der Prüfung der speziellen Situation bei den Antragstellern kam der Ausschuss zum Schluss, dass kein "massiv gesteigerter Bedarf da ist". Beide Anträge wurden deshalb einstimmig abgelehnt, wobei Landrat Thomas Ebeling zum Ausdruck brachte, dass man die Entwicklung weiter beobachten wird.

Zur Förderung von Kindern in der Tagespflege gibt es neue Empfehlungen und Richtlinien nach dem Sozialgesetzbuch bzw. nach dem Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz. Der Jugendhilfeausschuss genehmigte diese Änderungen, die zum 1. Januar 2019 in Kraft treten. Damit wird die Grundpauschale für die Tagespflege von derzeit 175 Euro auf 185 Euro erhöht. Neue Beihilferichtlinien gibt es ab dem neuen Jahr auch für die Vollzeitpflege, die an die Bedarfssituation der Pflegekinder und die Pflegepauschalen anzupassen sind.

Neue Richtlinien

Der Maßnahmenkatalog reicht von der Grundausstattung mit Bekleidung und Mobiliar über pädagogische und therapeutische Hilfen bis hin zu Kindergartenkosten und Computerausstattung. Die geänderten Richtlinien wurden ebenfalls einstimmig gebilligt. Zu Beginn der Sitzung hatte sich Linda Lichtenberg dem Ausschuss vorgestellt. Sie ist bei der katholischen Jugendstelle in Schwandorf seit November 2017 für die kirchliche Jugendarbeit zuständig. Weitere Themen der Ausschusssitzung waren der umfangreiche Jahresbericht des Kreisjugendamtes und die Ausbildungs- und Arbeitsplatzsituation bei Jugendlichen. Dazu folgt ein weiterer Bericht.

Vergabe von Fördermitteln und Zuschüssen:

Der Landkreises fördert den Neubau des Pfarrheims der Kirchenstiftung Schwarzenfeld mit 2500 Euro und die Renovierung des Vereinsheims des TSV Stulln mit 1000 Euro. Die entsprechenden Anträge billigte der Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am Montagnachmittag einstimmig. Der Kreisjugendring erhält entsprechend der vorgelegten Vergabeliste einen Zuschuss in Höhe von 36 818 Euro für die Jugendarbeit. In diesem Zusammenhang wurden auch die geänderten Zuschussrichtlinien für die Kategorien Bildungs- und Freizeitmaßnahmen, Projektarbeit, Anschaffungen und Grundförderung genehmigt. Die Zuschusssätze wurden allgemein um etwa zehn bis 15 Prozent erhöht, um das verfügbare Budget (40 000 Euro) voll auszuschöpfen. Ausdrücklich begrüßte Landrat Thomas Ebeling die geplante landkreisweite Befragung zur Familienbildung. Dazu beauftragt wird die Lernende Region, die zur Abwicklung vom Jugendhilfeausschuss eine Zuwendung in Höhe von 30 000 Euro erhält. (kö)

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