30.03.2020 - 17:20 Uhr
SchwandorfOberpfalz

600 Personen in häuslicher Quarantäne

Im Landkreis Schwandorf sind am Montag neun weitere Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt worden. Damit hat sich die Zahl auf 123 erhöht. 21 Patienten werden stationär betreut, davon zehn auf der Intensivstation.

Am Montag ist das lokale Testzentrum im Sepp-Simon-Stadium in Betrieb gegangen.

Zudem befinden sich rund 600 Kontaktpersonen aus dem Landkreis in behördlich angeordneter Quarantäne. Das Landratsamt bleibt dabei, dass Details wie Alter, Geschlecht und Wohnort nicht genannt werden. "Die Mitteilung der Wohnorte könnte ein falsches Sicherheitsgefühl geben, wenn in der Gemeinde noch kein Fall vorliegt", betont Pressesprecher Hans Prechtl. "Jedenfalls ist das Risiko, sich anzustecken, auch in den Gemeinden in gleicher Weise gegeben, in denen noch kein positiver Fall bestätigt ist. Denn Ansteckungen sind möglich, bevor eine positive Testung vorliegt und viele, die positiv getestet sind, haben sich nicht am Wohnort, sondern bei anderen Gelegenheiten infiziert. So kommt man beim Einkaufen oder bei der Arbeit auch mit Personen in Kontakt, die nicht in der Gemeinde wohnen".

Das Landratsamt hat am Samstagabend eine Materiallieferung für die Herstellung von Schutzmasken erhalten. Die Anlieferung erfolgte über das THW. Drei Schneidereien im Landkreis werden mit der Verarbeitung des Stoffes beauftragt. Privatpersonen oder ehrenamtliche Helferkreise, die selbst Schutzmasken genäht haben und diese zur Verfügung stellen möchten, können die Masken beim Landratsamt abgeben. Die Kontaktaufnahme ist per Mail an katastrophenschutz[at]landkreis-schwandorf[dot]de oder telefonisch unter 09431/471-282 möglich. Das Landratsamt verteilt die gesammelten Masken über die Rettungsdienste an Bedarfsträger. "Auch wenn diese Masken nicht die gleiche Schutzwirkung entfalten wie die industriell gefertigten Mund- und Nasenschutzmasken, können sie einen Beitrag zur Verminderung des Infektionsrisikos leisten", so Hans Prechtl.

Er berichtet weiter, dass das lokale Testzentrum in Schwandorf am Montag um 9.30 Uhr mit den ersten Terminen in Betrieb gegangen ist. Getestet werden kann, wer Krankheitssymptome aufweist und in den letzten 14 Tagen in engem Kontakt mit positiv getesteten Personen stand. Die Auswahl des Personenkreises und die Vergabe der Termine erfolgt über das Gesundheitsamt und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB).

Wie überall in Bayern werden die geltenden notwendigen Ausgangsbeschränkungen von den meisten Personen beachtet. Leider gibt es aber auch im Landkreis einige Zeitgenossen, die rücksichts- und verantwortungslos handeln. „Gemeldete Verstöße werden umgehend abgearbeitet“, bekräftigt die Behörde. Die ersten Bußgeldbescheide an Personen, die ohne triftigen Grund unterwegs waren, wurden bereits versandt. Zur Zahlung werden in den bisher bearbeiteten Fällen einschließlich Gebühren 178,50 Euro fällig. „Wir entscheiden mit Augenmaß, aber bei Wiederholungstätern würde es spürbar teurer werden“, bittet Pressesprecher Hans Prechtl alle Bürger um Vernunft.

In Zusammenarbeit mit der Lernenden Region wird das Landratsamt jeden Tag ein Angebot für Eltern und Kinder zur Verfügung stellen, um die Zeit zu Hause sinnvoll zu nutzen. Das Mint-Management sorgt für spannende Experimente und Erklärungen für verschiedene Altersgruppen.

Alle Experimente und Phänomene, die auf der Seite des Landkreises veröffentlicht werden, finden sich auch auf der Seite der Lernenden Region. Informationen zum Coronavirus sind auf der Homepage des Landkreises gebündelt.

Hier gibt es Experimente zum Nachmachen

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