Die Vertreter des Kirchenvorstandes, Brigitte Lang und Hans Winderl, eröffneten am Sonntagnachmittag den Abschiedsgottesdienst für Pfarrer Arne Langbein in der voll besetzten Erlöserkirche. Nach zwei Jahrzehnten in der evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Schwandorf-Wackersdorf-Steinberg verlässt der Geistliche die Kreisstadt und wechselt nach Nittendorf bei Regensburg. Der Kirchenchor unter der Leitung von Willi Stöhr und Organistin Margarita Wiegleb gestalteten die Feier mit Dankes- und Lobpreisliedern. Die Gläubigen bekräftigten ihr Bekenntnis zur „heiligen christlichen Kirche“.
Selbstgefällige Menschen sind Pfarrer Arne Langbein suspekt. In seiner Predigt mahnte er vielmehr zu „Demut und Dankbarkeit“ und rief die Gemeinschaft der Gläubigen zur Unterstützung jener Mitmenschen auf, "die unserer Hilfe bedürfen". Gleichzeitig nimmt er sich und seine Mitbrüder und Mitschwestern in die Pflicht, skeptisch zu bleiben, "sowohl vor als auch hinter dem Tisch des Herrn“. Sein Gottvertrauen sei sehr wohl „erschütterlich“ und bedürfe der ständigen Erneuerung. Arne Langbein glaubt an „einen gnädigen Gott“ und nennt die Kreuzigung Christi „ein kosmisches Ereignis“, das der Menschheit Hoffnung gebe. Die Ökumene habe er in Schwandorf umgesetzt, „soweit es eben ging“.
"20 gute Jahre"
Dekan Karlhermann Schötz blickte zurück ins Jahr 2003, als Arne Langbein die Leitung der Kirchengemeinde Schwandorf und Umgebung übernahm. „Die Zahl der Bewerbungen war damals nicht sehr groß“, erinnerte sich der Vorsitzende des evangelisch-lutherischen Dekanats Sulzbach-Rosenberg. Im Rückblick stellte Karlhermann Schötz allerdings fest: „Es waren 20 gute Jahre“.
Arne Langbein habe über seinen eigenen Kirchturm hinausgeblickt und sich auch auf Dekanatsebene engagiert. Der Dekan bat die Mitglieder der Kirchengemeinde um Mithilfe bei der Überbrückung der „Vakanz“ und kündigte die Neubesetzung der zweiten Pfarrstelle für November an. Die erste bleibt vorerst vakant. Ruhestandspfarrer Richard Kühnel, der frühere Schwandorfer Geistliche Siegfried Stelzner und Lektoren der Pfarrgemeinde übernehmen die Gottesdienste.
Ökumene praktiziert
An der Feierstunde nahmen auch Vertreter der politischen Gemeinden und Repräsentanten christlicher Religionsgemeinschaften teil, die sich in Grußworten für das langjährige Wirken und die gute Zusammenarbeit bedankten. Besonders eng war die Beziehung zwischen Arne Langbein und dem ehemaligen Pfarrer von St. Jakob, Hans Amann. Der frühere Dekan war aus Weiden angereist. Beide engagierten sich gemeinsam im „Bündnis gegen Rechts“ und praktizierten die Ökumene im Rahmen ihrer Möglichkeiten. In der Reihe „Was glaubst du?“ des Bildungskanals „ARD alpha“ gestalteten sie vor sechs Jahren zusammen sogar eine fünfteilige Fernsehreihe zu Fragen des Glaubens.
Der religiösen schloss sich eine weltliche Feier auf dem Vorplatz der Erlöserkirche bei Leberkäs und Bier an. Zur Überraschung spielte die Schwandorfer Newcomer-Band „Vanilla Tobbacco“. Arne Langbein griff zur E-Gitarre und rockte mit den Jugendlichen beim Cream-Klassiker „Spoonful“ mit.
Wechsel an der evangelischen Pfarrgemeinde Schwandorf
- Arne Langbein wurde 1969 in Hamburg geboren und kam mit sieben Jahren nach Nittendorf. Dorthin kehrt er nun als Pfarrer zurück.
- Die evangelisch-lutherische Pfarrei Schwandorf-Wackersdorf-Steinberg hat 3600 Mitglieder.
- Dekan Karlhermann Schötz verabschiedete Pfarrer Arne Langbein mit Frau Christine und den Kindern Johannes und Lukas mit Blumen und einem Geldgeschenk.
- Die Pfarrerstelle wird im November neu besetzt.
- Neben Pfarrer Arne Langbein verlässt auch Diakon Jürgen Weich Schwandorf und wechselt zur Pfarrgemeinde Nabburg-Pfreimd.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.