13.08.2018 - 16:59 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Alltagskompetenz und Lebensökonomie lernen

Die BBV-Landfrauen fordern die Einführung eines neuen Schulfachs. Zur Landtagswahl im Oktober präsentieren sie ihre "Wahlprüfsteine".

Die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband stellten „Wahlprüfsteine“ den Kandidaten für die Landtagswahlen vor.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

"Es wünscht sich keiner, im Altenheim zu landen", sagt Sabine Schindler. Die Kreisbäuerin setzt sich für "eine Stärkung der Pflege im ländlichen Raum" ein und pocht auf das Recht der älteren Menschen auf einen wohnortnahen Pflegeplatz. Die Landfrauen haben noch mehr Forderungen an die Politik.

Die Bäuerinnen im Landkreis haben "Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2018" erstellt und sie am Montag im Hofcafe Brunner in Richt (Stadt Schwandorf) den Kandidaten der Parteien präsentiert. Kreisbäuerin Sabine Schindler forderte im Namen der bayerischen Landfrauen ein eigenes Schulfach für "Alltagskompetenz und Lebensökonomie" mit Inhalten der Haus- und Landwirtschaft in Theorie und Praxis und will es verpflichtend von der Jahrgangsstufe ein bis zehn im Lehrplan verankert wissen. Ein Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebes in der Lehreraus- und -fortbildung sollte verpflichtend sein.

"Außerdem empfiehlt sich die Einbindung externer Fachkräfte mit hauswirtschaftlichem und landwirtschaftlichem Hintergrund in die Ernährungsbildung im Schulunterricht", so die Kreisbäuerin.

Der Verband plädiert für die finanzielle Aufstockung und die Ausweitung des Projekts "Landfrauen machen Schule". Mit dieser Initiative erreichte die Vereinigung seit 2002 über 65 000 Grundschulkinder und vermittelte ihnen "die Grundlagen einer ausgewogenen Ernährung". Die Landfrauen wünschen sich eine Fortsetzung des Projekts in den weiterführenden Schulen.

Den Schwerpunkt legen die weiblichen Mitglieder des Bayerischen Bauernverbandes auf die Stärkung der Pflege im ländlichen Raum. Die Versorgung eines Angehörigen dürfe nicht daran scheitern, "dass Pflegedienste und Beratungsstellen fehlen", betonte Sabine Schindler. Die Landfrauen fordern die Anhebung der Wegegebühren bei erhöhtem Fahraufwand der Pflegedienste, die Festlegung eines verbindlichen Personalschlüssels in der Fürsorgearbeit unter Berücksichtigung hauswirtschaftlicher Fachkräfte und die regelmäßige Anpassung der hauswirtschaftlichen Pflegevergütungen an steigende Personal- und Sachkosten. Weitere Anliegen sind die Sicherstellung der wohnortnahen medizinischen Versorgung, die Unterstützung der Hebammen durch die Einrichtung eines Gesundheitsfonds und die Einstufung der Geburtshilfe als Teil der Daseinsvorsorge. "Die Hebammen leisten wertvolle Arbeit für junge Familien und die Gesellschaft im Ganzen", gab Sabine Schindler zu bedenken. Die Kreisbäuerin stellte fest: "Aus der Tradition heraus sind es überwiegend die Frauen, die die Hauptverantwortung in der Haus- und Familienarbeit tragen". Die Landfrauen fordern daher eine Verkürzung der Wartezeiten für einen Antrag auf Kur und die Ausweitung des Angebotes.

Die BBV-Frauen wollen das Berufsbild der Bäuerin aktualisieren und auf die Vielfalt der Aufgaben öffentlich machen. Die Organisation macht sich ferner für die Novellierung des Erwachsenenbildungsfördergesetzes stark und erwartet eine Aufwertung der ehrenamtlichen Tätigkeit. Sabine Schindler schlägt die Ausstellung eines Bildungsschecks auch für Bauernfamilien vor, "damit sie sich fit machen können für "das digitale Agrarbüro". Die Kandidaten für die Landtagswahl nutzten die Gelegenheit, sich vorzustellen und nahmen die Forderungen der Landfrauen zur Kenntnis.

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