In den vergangenen 14 Jahren haben sich im Kreuzungsbereich an der Autobahn-Anschlussstelle Schwandorf-Süd 36 Unfälle mit teils schwerverletzten Personen ereignet. Immer wieder versuchten Straßenbauamt und Landkreis, diese unfallträchtige Stelle mit Stoppschildern und baulichen Elementen zu entschärfen. Vergebens. Erst vor kurzem hat es dort wieder "gekracht". Deshalb will der Landkreis Schwandorf nun Nägel mit Köpfen machen. Weil die Stadt Schwandorf Aufwandsträger der in die Kreuzung einmündenden Klardorfer Straße ist, muss sie sich an den Kosten beteiligen.
Bei der Sitzung des städtischen Bauausschusses am Donnerstag im Rathaus stellte der Leiter der Tiefbauverwaltung am Landratsamt, Paul Witt, drei mögliche Umbauvarianten vor und favorisierte dabei eine "Ampellösung". Sie könne innerhalb von zwei Monaten umgesetzt werden und sei mit 400.000 Euro Baukosten auch die günstigste Variante, so der Vertreter der Landkreisverwaltung. Ein Kreisverkehr würde dagegen eine Million Euro und eine "Versatzlösung" sogar 1,4 Millionen Euro kosten. Bei der geplanten Lichtsignal-Anlage kämen auf den Landkreis eine Eigenbeteiligung von 60.000 und auf die Stadt von 30.000 Euro zu, so Witt. Der Rest würde gefördert.
Patt bei der Abstimmung
Im Bauausschuss entwickelte sich eine rege Debatte. Die CSU-Räte Hans Sieß und Robert Koller plädierten für einen Kreisverkehr und begründeten dies mit einem „zügigeren Verkehrsfluss“. Die Mitglieder Alfred Braun (SPD), Jochen Glamsch (UW) und Reinhard Mixl (AfD) sprachen sich dagegen für "die günstigere Ampellösung" aus. Peter Wilhelm (FW) hinterfragte am Ende den Sinn der Diskussion mit dem Hinweis: „Die Entscheidung treffen doch Landkreis, Regierung und Baubehörde".
Das Gremium wollte dennoch eine Empfehlung an den Landkreis geben. Deshalb verlangte Oberbürgermeister Andreas Feller eine Entscheidung. Doch die Abstimmung endete mit einem Patt. Fünf Stadträte sprachen sich für eine Ampellösung aus und fünf für einen Kreisverkehr. Damit bleibt die Stadt ohne Empfehlung. Der Bauausschuss des Landkreises wird der Stadt am Montag die Entscheidung abnehmen und wohl dem Vorschlag der Verwaltung für eine Ampellösung folgen.
Konzept für Feuerwehrhaus
Seit fünf Jahren befasst sich die Stadt mit einem gemeinsamen Standort für die Feuerwehren Dachelhofen und Ettmannsdorf auf einem Grundstück an der St.-Vitalis-Straße. Weil das Gelände im Außenbereich liegt, musste erst ein Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan aufgestellt werden, der im Januar in Kraft trat. Nun besteht Baurecht. Die neue Fahrzeughalle wird vier Stellplätze und verschiedene Funktions-, Sozial- und Schulungsräume sowie für jede Feuerwehr ein eigenes Büro bekommen. Für die Maßnahme sind im Haushalt 3,35 Millionen Euro vorgesehen. Der Bauausschuss empfahl dem Stadtrat die Billigung des Konzeptentwurfs zum Neubau des gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses.
Die kritische Lage des Standortes hatte die Realisierung des Projektes zwischenzeitlich in Frage gestellt. Die Stadt beauftragte deshalb ein Ingenieurbüro mit einer Prüfung. Es stellte fest: „Eine hochwasserfreie Zufahrt ist jederzeit gewährleistet“. Die Feuerwehrhäuser in Ettmannsdorf und Dachelhofen sind in die Jahre gekommen und zu klein geworden. Gemeinsam mit der Stadt Schwandorf haben sich die beiden Feuerwehren zu einem ungewöhnlichen Schritt entschieden und wollen künftig eine gemeinsame Feuerwache betreiben. Der Standort befindet sich auf dem Areal einer stillgelegten Kläranlage und liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen den beiden Schwandorfer Ortsteile. Oberbürgermeister Andreas Feller betont die "gute verkehrstechnische Anbindung", die beiden Feuerwehren weiterhin einen schnellen Einsatz erlaube. Beide Feuerwehren sind ungefähr gleich groß, arbeiten schon lange eng zusammen und helfen sich schon jetzt gegenseitig aus, "wenn Not am Mann ist".




















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