13.12.2018 - 15:04 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Angst vor der Schweinepest geht um

Die Afrikanische Schweinepest stellt eine erhebliche Bedrohung für die Gesundheit der einheimischen Wild- und Hausschweine dar. Im Raum Schwandorf sind jetzt die Jäger in der Pflicht. Dafür wurde die Abschussprämie verdoppelt.

Die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest ist groß. Der Landkreis Schwandorfgewährt deshalb eine Abschussprämie für Schwarzwild. Zur Auszahlung kommen 15 Euro pro Tier für Frischlinge und 20 Euro pro Tier für Tiere höheren Gewichts. Die gleiche Summe gibt es für die Jäger noch einmal vom Freistaat.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

In Belgien, nur 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, sind Mitte September erstmals Wildschweine an der ASP verendet. Belgien hat angeordnet, die vorhandenen Hausschweine im mutmaßlich infizierten Gebiet zu töten und zu beseitigen; dabei handelt es sich um rund 5000 Tiere. Auch die Wildschweinpopulation in diesem Bereich wird soweit möglich auf Null reduziert.

"Eine Einschleppung nach Deutschland würde neben den Folgen für die Tiere auch schwere wirtschaftliche Folgen für unsere Landwirte mit sich bringen", betonte Landrat Thomas Ebeling bei einer Sitzung des Kreisausschusses. Einerseits sei mit schwerwiegenden Handels- und Vermarktungs-Hindernissen zu rechnen. Andererseits sei nicht auszuschließen, dass auch in Bayern Hausschweine ohne Befall vorsorglich getötet werden müssten. So habe Bayern bereits einige Präventionsmaßnahmen umgesetzt - gezielte Information der Bevölkerung, Untersuchung verendeter Wildschweine und Reduzierung der Schwarzwildpopulation durch verstärkte Bejagung.

Gut vorbereitet sein

Nun sollen sich die Behörden vor Ort auf einen jederzeit möglichen Seuchenausbruch auch in Bayern vorbereiten. Bei einem runden Tisch wurde mit allen potenziell betroffenen Fachstellen, Verbänden, Organisationen und Kommunen die Ausarbeitung eines Krisenplanes besprochen. Im ersten Quartal 2019 soll sich eine themenspezifische Vollübung anschließen. In Vorbereitung auf diese Übung und auf einen möglichen Seuchenausbruch im Landkreis Schwandorf beabsichtigt die Kreisverwaltung, die notwendigen Arbeitsmittel für einen Ersteinsatz zu beschaffen.

Gerade wegen der erheblichen Auswirkungen, die ein Seuchenausbruch im Landkreis Schwandorf auf die Hausschweinhaltungen haben würde, wird neben dem Krisenplan lokalen Präventionsmaßnahmen eine hohe Bedeutung beigemessen. Für den Zeitraum von Mitte Dezember bis Ende März des abgelaufenen Jagdjahres 2017/18 konnten die Revierinhaber für erlegtes Schwarzwild (Frischlinge, Überläuferbachen und Bachen, die für die Aufzucht von Jungtieren nicht notwendig sind) bereits eine staatliche Abschussprämie beziehungsweise Aufwandsentschädigung in Höhe von 20 Euro pro Tier beantragen. Im Landkreis Schwandorf wurde diese Möglichkeit von 38 Revierinhabern für insgesamt 156 abgeschossene Tiere genutzt.

Seitens des Freistaates Bayern wurde eine Beibehaltung der staatlichen Prämie für das aktuelle Jagdjahr 2018/19 bereits in Aussicht gestellt. Die rechtliche Umsetzung ist jedoch noch nicht erfolgt. Eine Abfrage der Unteren Jagdbehörde den Jägern im Landkreis hat ergeben, dass sich die Prämie positiv auf die Abschusszahlen ausgewirkt hat. "Angesichts der relativ niedrigen Prämie ist jedoch eine dem Jagdaufwand angepasste Erhöhung erforderlich, um eine maximale Steigerung des Jagddrucks auf das Schwarzwild im Landkreis zu erreichen", so der Landrat.

Budget für Abschussprämie

Ebeling hat deshalb vorgeschlagen, die Aufwandsentschädigung des Landes um einen Beitrag des Landkreises Schwandorf zu ergänzen. Die Höhe sollte dabei die Kosten für die vorgeschriebene Trichinenbeschau und Untersuchung der Strahlenbelastung decken. Im Einzelfall wird eine Prämie von 15 Euro pro Tier bei Frischlingen, darüber hinaus von 20 Euro pro Schwein höheren Gewichts vorgeschlagen. Die Auszahlung soll das Veterinäramt nach Ende des Jagdjahres 2018/19 übernehmen. Geplant wäre, dass von Anfang April bis Mitte Mai der Antrag eingereicht und nach erfolgter Prüfung die Abrechnung erfolgen kann. Für die Auszahlung einer "Landkreisprämie" wird ein Gesamtbudget von 15 000 Euro für notwendig erachtet.

Im Bedarfsfall sollte das Budget jedoch nicht gedeckelt sein, sondern durch eine überplanmäßige Ausgabe erhöht werden können. Die "Landkreisprämie" soll auch dann gezahlt werden, wenn die staatliche Prämie wider Erwarten für das aktuelle Jagdjahr nicht gewährt würde.Der Kreisausschuss war einstimmig für die Schwarzwild-Abschussprämie.

Nähere Informationen und Merkblätter gibt es auf der Internetseite des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Unter dem Schlagwort "Afrikanische Schweinepest" findet man alles Relevante: https://www.stmuv.bayern. de/themen/tiergesundheit_tierschutz/tiergesundheit/krankheiten/asp/index.htm

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