Dem „Arbeitskreis gegen sexuellen Missbrauch“ gehören 30 Vereine, Verbände und Parteien an. Sprecherin des Netzwerkes ist Gleichstellungsbeauftragte Helga Forster, die beim Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“ in der Spitalkirche die Zunahme an Gewalttaten gegen Frauen anprangerte und betonte: „Ganz gleich, ob es um einen sexuellen Übergriff am Arbeitsplatz, um weibliche Genitalverstümmelung, Verbrechen im Namen der sogenannten Ehre, Frauenhandel, Früh- und Zwangsverheiratung oder häusliche Übergriffe geht, wir dürfen diese Gewalt an Frauen nicht hinnehmen“. Das Ende einer Beziehung bedeute für Frauen nicht immer das Ende häuslicher Gewalt, so Forster. Gewalttätige Männer versuchten auch nach der Trennung, Kontrolle über die Frauen zu haben. Bei gemeinsamen Kindern nutzten die Täter dafür auch das Sorge- und Umgangsrecht.
Die Gleichstellungsbeauftragte entnimmt der Statistik, dass im Jahre 2023 in Deutschland 180.000 Frauen und Mädchen häusliche Gewalt erleiden mussten. Von den 52.000 Frauen und Mädchen, die Opfer von Sexualstraftaten wurden, war die Hälfte unter 18 Jahre alt. 360 mussten sterben, „weil sie Frauen waren“. Auch die Delikte im Bereich der digitalen Gewalt nehmen zu. Im vergangenen Jahr wurden 17.000 Fälle bekannt. Helga Forster geht von einer hohen Dunkelziffer und noch wesentlich höheren Zahlen aus. Denn viele Betroffene würden sich schämen und auf eine Anzeige verzichten.
Dass Gewalt zum Alltag vieler Frauen gehört, das wollen die Netzwerkpartner nicht so einfach hinnehmen. Sie bieten den Betroffenen und deren Angehörigen ihre Unterstützung an, leisten Präventionsarbeit und holen das Thema aus der Tabuzone. Für stellvertretenden Landrat Richard Tischler hat Gewalt gegen Frauen viele Gesichter. Sie reicht von psychischer über häusliche bis zu sexualisierter Gewalt, Übergriffe gegen geflüchtete Frauen und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.
„Wir sagen nein“. Unter diesem Motto griff die Theatergruppe „Spieltriebe“ der FOSBOS Schwandorf Szenen auf, in denen rote Linien überschritten werden. Sie mahnten aber auch die Mädchen zur Zurückhaltung beim Outfit und beim Auftreten und warnten vor den Gefahren, die im Internet lauern.
Die Band „Taktpoeten“ der Beruflichen Schulzentrums II sorgte für die musikalische Umrahmung. Die Veranstaltung klang mit Gesprächen und Begegnungen im Foyer der Spitalkirche aus. Dort hatte die Schülerfirma der Kreuzbergschule Getränke und Häppchen vorbereitet.
Gedenktag "Nein zu Gewalt gegen Frauen"
- Veranstalter: Arbeitskreis gegen sexuellen Missbrauch
- Netzwerk: 30 Vereine, Verbände und politische Parteien setzen ein gemeinsames Zeichen gegen Gewalt an Frauen.
- Sprecherin: Gleichstellungsbeauftragte Helga Forster
- Gedenktag: Von der UNO 1990 anerkannt, seit 2001 jährliche Veranstaltungen in Deutschland, zum achten Mal unter der Regie des Arbeitskreises im Landkreis Schwandorf.














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