31.03.2020 - 20:07 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Arbeitsmarktentwicklung: Keine Prognose der Agentur

Die Agentur für Arbeit hat die März-Zahlen veröffentlicht. Die Zahlen sind wenig aussagekräftig für die aktuelle Situation, weil der Stichtag vor der Corona-Krise lag. Eine Prognose kann die Agentur nicht geben.

Die Agentur für Arbeit Schwandorf hat die Arbeitslosenzahlen zum Stichtag 12. März veröffentlicht.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die März-Zahlen des Arbeitsmarkts sind positiv - allerdings lag der Stichtag bereits am 12. März. "Die Corona-Krise hat die Unternehmen in der Region fest im Griff. In dieser für die Wirtschaft so entscheidenden Phase haben wir als Agentur für Arbeit Schwandorf unsere Kräfte gebündelt, um die Unternehmen zu unterstützen", teilt die Agentur mit. Die Arbeitgeber und damit auch ihre Beschäftigten sollen schnell und unbürokratisch Kurzarbeitergeld erhalten. So würden Arbeitsplätze gesichert und nach dem Ende der Krise können die Unternehmen mit ihrem Stammpersonal schneller zum Normalbetrieb zurückkehren. "In den vergangenen Tagen gab es mehrfach den verständlichen Wunsch, dass wir eine Prognose abgeben, wie der Arbeitsmarkt sich in nächster Zeit entwickelt. Hierauf kann ich nur die ehrliche Antwort geben: Auch wir wissen es nicht. Der beinahe vollständige Shutdown erzeugt eine ganz eigene Dynamik, für die es keine Erfahrungswerte gibt", berichtet Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.

Der Agenturleiter führt weiter aus: "Eines lässt sich jedoch mit Sicherheit sagen: Die Corona-Krise wird zu steigenden Arbeitslosenzahlen führen. Dies spiegelt sich jedoch nicht in den aktuell vorliegenden Arbeitsmarkt-Zahlen wider. Diese hat die Statistik am 12. März erhoben, als das Wirtschaftsleben noch weitgehend unberührt von der Krise seinen Lauf nahm. Somit wird die aktuelle Lage am Schwandorfer Arbeitsmarkt mit den vorliegenden Daten nicht abgebildet." Durch die Corona-Krise ist der Personalbedarf in der Gesundheitsbranche sowie in der gesamten Kette der Lebensmittelversorgung gestiegen. Genauso werden in der Landwirtschaft dringend Arbeitskräfte gesucht. In der Gastronomie fällt aufgrund der Schließungen von Restaurants und Cafés der Bedarf an Servicepersonal weg.

Geschäftsstelle Schwandorf

Die Zahlen zum Stichtag: Im Geschäftsstellenbezirk Schwandorf (Landkreis ohne Raum Oberviechtach) hat sich die Arbeitslosigkeit von Februar auf März um 212 auf 2474 Personen verringert. Das waren 247 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im März 3,1 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich noch auf 2,9 Prozent. Laut Agentur meldeten sich 775 Personen neu oder erneut arbeitslos, 59 mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 980 Personen ihre Arbeitslosigkeit.

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 2828 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Plus von 114 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 2530 Abmeldungen von Arbeitslosen, 117 mehr als im März 2019. Der Bestand an Arbeitsstellen ist im März um 58 Stellen auf 1724 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es allerdings 181 gemeldete, freie Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im März 361 neue Jobs, 127 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 1134 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 161.

Geschäftsstelle Oberviechtach

Im Bezirk der Geschäftsstelle Oberviechtach hat sich die Arbeitslosigkeit von Februar auf März um 23 auf 273 Personen verringert. Das waren 2 Arbeitslose weniger als vor Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im März 3,7 Prozent; sie war damit genauso hoch wie im Vorjahresmonat. Dabei meldeten sich 63 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, zwei mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 90 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 276 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 11 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber stehen 199 Abmeldungen von Arbeitslosen. Der Bestand an Arbeitsstellen ist im März um drei Stellen auf 109 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 34 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im März 25 neue Arbeitsstellen, eine weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 82 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme um fünf.

Die Corona-Krise hat die Unternehmen in der Region fest im Griff.

Markus Nitsch, Chef der Agentur für Arbeit

Markus Nitsch, Chef der Agentur für Arbeit

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