Schwandorf
29.04.2025 - 08:24 Uhr

Bahn investiert zehn Millionen in das Schwellenwerk Schwandorf

Die Deutsche Bahn baut das Schwellenwerk Schwandorf aus und investiert zehn Millionen Euro in den Bau einer Fertigungshalle zur Produktion von sogenannten Weichenherzstücken. Mit dieser Maßnahme steigt auch die Zahl der Mitarbeiter.

Das Herzstück einer Weiche ist die Verbindung, an der zwei Schienenstränge aufeinandertreffen. Es entscheidet, auf welches Gleis der Zug wechselt. Von diesen Teilen aus Stahl produziert das Schwandorfer Schwellenwerk aktuell 300 im Jahr. „Bis 2028 wollen wir die Stückzahl auf 800 erhöhen“, nennt Werkleiter Christian Suhren als Ziel.

Mit dem zunehmenden Bauvolumen im Schienennetz steigt bundesweit auch der Bedarf an Weichen. Mit den derzeitigen Kapazitäten kann das Schwellenwerk Schwandorf die notwendigen Stückzahlen nicht liefern. Deshalb baut die DB InfraGo AG auf dem Werksgelände eine 120 mal 20 Meter große Halle und investiert zusätzlich in neue Maschinen. Am Montag traf sich Werkleiter Christian Suhren mit Vertretern der beteiligten Firmen zu einer Besprechung auf der Baustelle und erklärte dabei auch die Hintergründe der zehn Millionen Euro teuren Maßnahme.

Arbeiten im Zeitplan

„Wir liegen gut im Zeitplan“, erklärte Claudia Donhauser vom gleichnamigen Schwandorfer Bauunternehmen bei der Baustellenbesichtigung. Sie hat Max Fahrnbauer mit der Bauleitung beauftragt und ihm zehn Mitarbeiter zur Seite gestellt. Auf einer Fläche von 2400 Quadratmetern entstehen neben der Produktionshalle auch ein Sozialtrakt und Lagerflächen. Bis Herbst will die Baufirma die Rohbauten hochziehen, um dann mit dem Innenausbau zu beginnen. Thorsten Hugel und Martina Rebhan vom Nürnberger Planungsbüro Emch + Berger GmbH gehen davon aus, dass im Laufe des nächsten Jahres die Produktion in der neuen Halle anlaufen könne.

Im Schwellenwerk Schwandorf sind derzeit 140 Mitarbeiter beschäftigt. Mit der Erweiterung der Kapazitäten sollen 25 weitere Schlosser und Industriemechaniker eingestellt werden, so der Werkleiter. Neben Weichen produziert die Bahn am Standort Schwandorf auch noch Holz- und Kunststoffschwellen, Rippenplatten und Isolierstöße.

Werkleiter Christian Suhren weist auf den Investitionsstau hin und betont: „Allein in Bayern stehen im nächsten Jahr sieben wichtige Bahnstrecken zur Generalsanierung an“. Dazu werden Schwellen, Schotter, Gleise, Weichen und Signale benötigt. Hinzu komme der Ausbau von Stellwerken und Bahnhöfen. Mit der Steigerung der Produktion in Schwandorf wolle die Bahn den steigenden Bedarf an Weichen zur Sanierung und Standhaltung des Streckennetzes abdecken, betont der Leiter des Schwellenwerkes. Mit der aktuellen Produktion könne der Standort Schwandorf den Bedarf an Weichenherzstücken nur für Bayern und die Grenzregionen abdecken. Mit der Fertigstellung der neuen Halle werde das Werk dann die gesamte Bundesrepublik mit den Stahlteilen beliefern können.

Kapazitäten reichen nicht

Schwandorf soll damit den Standort Witten in Nordrhein-Westfalen entlasten, dem das Schwellenwerk organisatorisch zugeordnet ist. Die dortigen Kapazitäten reichen nicht mehr aus, um den großen Sanierungsbedarf der Bahn zu decken. Mit der Erweiterung in Schwandorf geht auch eine Modernisierung des Maschinenparks einher. Aktuell werden die Komponenten noch in Witten zusammengeschweißt.

Künftig sollen sämtliche Fertigungsschritte auch in Schwandorf möglich sein, erklärt der Werkleiter. Von der Bearbeitung der Rohlinge mit der CNC-Fräsmaschine über die Biegetechnik bis zum Verschweißen der Herzstückspitze und der Flügelschienen. Nach alter Tradition wird in das Fundament der neuen Halle eine Zeitkapsel eingemauert, versehen mit Münzen, Bauplänen und aktuellen Zeitungen.

Hintergrund:

Schwellenwerk Schwandorf

  • Mitarbeiter: Aktuell 140, gebraucht werden weitere 25 Schlosser und Industriemechaniker.
  • Produktion: Neben Weichen produziert die Bahn am Standort Schwandorf Holz- und Kunststoffschwellen, Rippenplatten und Isolierstöße.
  • Investition: Zehn Millionen Euro in den Bau einer neuen Halle mit Sozialräumen.
 
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