Wer aus dem Landkreis Schwandorf mit dem Zug nach Regensburg oder weiter Richtung München pendelt, kennt die Probleme: Das theoretisch gute Verbindungsangebot wird durch Verspätungen und Zugausfälle ausgebremst. Das Problem besteht seit Jahren. Auch die Vergabe der besonders betroffenen Regionalexpress-Verbindung Hof–Weiden–Schwandorf–Regensburg–München an die Bahn brachte kaum Abhilfe. In diesem Jahr müssen die Pendler im Sommer über zwei Monate lang zusätzlich mit erheblichen Einschränkungen rechnen: Zwischen dem 15. Juni und dem 22. August wird zwischen Schwandorf und Regensburg an den Gleisen gebaut. Das bestätigte eine Bahnsprecherin gegenüber Oberpfalz-Medien.
Die nun betroffene Teilstrecke mit der Nummer 5860 verbindet Weiden über Schwandorf mit Regensburg und stellt eine zentrale Verbindung für den Schienenverkehr in der Oberpfalz dar. Sie wird täglich nicht nur von vielen Berufspendlern, sondern auch von Schülern und Studierenden genutzt. Neben der DB-Regio verkehren hier Züge der Oberpfalz-Bahn und des Alex-Nord (München–Schwandorf–Prag). Auch Verbindungen von Amberg über Schwandorf nach Regensburg sind betroffen. „Die Strecke liegt zudem auf der wichtigen Nord-Süd-Route, die durch ganz Deutschland führt – von den Seehäfen bis in die Alpen“, fügt die Sprecherin der Bahn an. Entsprechend rollt hier auch Güterverkehr, vor allem nachts. Die Strecke wird noch mit Diesellokomotiven bedient. Diese „Dieselinsel“ soll mit dem Großprojekt „Bahnausbau Nordostbayern“ in den kommenden Jahren mit sehr großem Aufwand beseitigt werden. Die aktuelle Baustelle im Sommer hat damit jedoch nichts zu tun.
Stark beansprucht
„Auf dem Streckenabschnitt ist die Schieneninfrastruktur stark beansprucht und störanfällig. Dies führt zu vielen Verspätungen“, führt die Sprecherin der Bahn als Begründung für die Sanierungsarbeiten auf der zweigleisigen Strecke Schwandorf–Regensburg an. „Um kurzfristig die Stabilität und Pünktlichkeit auf diesem wichtigen Streckenabschnitt zu verbessern, erneuern wir in diesem Jahr den Oberbau. Dies beinhaltet Gleise, Schwellen, Gleisbett, Weichen und Bahnübergänge“, sagt die Unternehmenssprecherin zum Umfang der vorgesehenen Bauarbeiten. Auch von Schwandorf weiter in den Norden stehen Arbeiten an den Schienensträngen an. „Darüber hinaus sind wir derzeit in intensiven Abstimmungen und Vorbereitungen, um weitere Streckenabschnitte Richtung Weiden ab August sukzessive zu erneuern“, teilte die Bahnsprecherin mit. Wann diese Maßnahme ausgeführt werden soll, steht demnach noch nicht fest.
Anders sieht es für die Verbindung von Schwandorf Richtung Süden aus: „Die Strecke zwischen Regensburg und Schwandorf muss für die Sanierung vom 15. Juni bis 22. August 2025 gesperrt werden“, so die Bahnsprecherin. „Die Erneuerung der Gleise ist nur bei Vollsperrung der Strecke möglich. Ein Ersatzverkehr wird eingerichtet. Zu den konkreten Bauarbeiten und Sperrungen werden wir Anfang April detailliert informieren“, teilte die Unternehmenssprecherin mit. Dann dürfte auch feststehen, wie der Bus-Ersatzverkehr genau aussehen wird. Aber schon jetzt ist klar: Die Busse werden länger als die rund 30 Minuten bis zum Regensburger Bahnhof brauchen, die die Züge unterwegs sind.
Der „umfangreiche Ersatzverkehr“ solle den Verkehr und die Mobilität während der Bauarbeiten weiter gewährleisten und „die Einschränkungen für Fahrgäste so gering wie möglich halten“, sagte die Bahnsprecherin. Die Ersatzverkehre würden von den betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen eingerichtet. Was die Kosten der Sanierung betrifft, hält sich die Bahn noch zurück. „Aktuell können wir noch keine Gesamtkosten nennen, da wir uns noch in Abstimmungen zu den weiteren Sanierungsabschnitten befinden“, teilte die Bahnsprecherin mit.
Brücke wird saniert
Indirekt hat die Baustelle zumindest einen Vorteil: Der Landkreis Schwandorf plant, in diesem Jahr die Bahnbrücke an der SAD 2 zu erneuern. Sie liegt zwischen Klardorfer Kreisel und Autobahnanschlussstelle Schwandorf-Süd. Die Spannbetonbrücke führt über die Gleise Schwandorf-Regensburg und ist in die Jahre gekommen. Sie müsse grundhaft saniert werden, hatte Tiefbauamtsleiter Thomas Witt dem Kreisbauausschuss in seiner zurückliegenden Sitzung erklärt. 2021 sei bei der Routine-Prüfung ein „nicht ausreichender Zustand“ festgestellt worden.
Da große Teile der Brücke abgerissen werden müssen, ist eine Absicherung der Bahngleise nötig. Dazu wird ein Schutzgerüst errichtet. Der Landkreis plant als Bauzeit Juni bis Dezember. Zumindest der Aufbau des Gerüsts könnte dann mit der Sperrung wegen der Bahn-Sanierung koordiniert werden. Laut Witt wird die Brückensanierung rund 800 000 Euro kosten.
Bahnstrecke Weiden-Schwandorf-Regensburg
- 1859 wird die Bahnlinie Nürnberg-Schwandorf-Regensburg eröffnet.
- 1861 wird die Strecke Richtung Cham/Furth im Wald eingeweiht.
- 1863 folgt die Freigabe der Bahnstrecke nach Weiden. Schwandorf ist damit endgültig Eisenbahnknotenpunkt.
- 1945 wird die Stadt bombardiert. Als Grund für den Angriff gilt der wichtige Bahnhof, der praktisch komplett zerstört. In der Stadt verlieren mindestens 1250 Menschen ihr Leben.
- Am Bahnhof Schwandorf steigen täglich über 5000 Fahrgäste ein oder aus. In der Oberpfalz zählt nur der Hauptbahnhof Regensburg mehr Fahrgäste.



















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