22.04.2019 - 15:54 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Bauen günstiger

"Zehn Jahre Aufschwung! Wann hat es das gegeben?", fragt Karl Holmeier zu Beginn der CSA-Regionalkonferenz an. Er warnt aber zugleich davor, Krisen herbeizureden.

Vertreter der CSA kamen auf dem Gelände der Firma „Stahl – Wild, Pilz und Waldfrüchte“ in Bodenwöhr zusammen, um Eindrücke zur Produktion und zum Betriebsablauf zu gewinnen. MdB Karl Holmeier (vorne, Dritter von links) initiierte diese Betriebsbesichtigung mit dem CSA-Landesvorsitzenden Volker Ullrich (Zweiter von rechts) und dem Schwandorfer Kreisvorsitzenden Alexander Pangerl (Zweiter von links).
von Externer BeitragProfil

Die Arbeitnehmer-Union (CSA) ist eine Vereinigung der CSU. Der Themen sind viele, und eine verzwickte Sachlage macht die Beseitigung eines Problems nicht gerade einfach. Darüber zu reden, Zusammenhänge zu erkennen, Maßstäbe zu setzen und Werte zu formulieren, ist das Fazit der nach vier Jahren wieder aufgelebten Regionalkonferenz der CSA-Kreisverbände Cham und Schwandorf in Neubäu. Schwergewichtige Themen stünden durchaus an, so Klimaschutzpakt, Kohleausstieg und Grundrente, sagte Holmeier vor überschaubarer Runde. Er glaube, dass das "Kasperltheater Brexit" mit einem zweiten Referendum enden werde.

Stärken Deutschlands

Quer durch das Themenspektrum spazierte Volker Ullrich. Der CSA-Landesvorsitzende, Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz, sowie im Ausschuss für Europäische Angelegenheiten, listete die Stärken auf, die Deutschland groß gemacht hätten: Tarifautonomie, berufliche Bildung, Mischung aus Groß- und mittelständischen Familienunternehmen, Integration in internationale Organisationen und die Geldwertstabilität: "All diese Stärken müssen wir wieder erreichen."

Gute Löhne für gute Arbeit zu zahlen, das komme auch der Rente zugute, leitete der Redner auf ein anderes Stichwort über. "Aus Billiglöhnen werden keine ordentlichen Renten." Die Grundrente sollte es nicht für jene geben, die es nicht brauchen. Streuverluste seien zu vermeiden, die Gewährung sollte auf der Basis der Wertschätzung der Menschen erfolgen. Überdenken sollte man Freibeträge. Warum nicht auch Freibeträge in Sozialversicherungssystemen? Ein drückendes Thema seien die steigenden Mieten und der Wohnungsengpass. Ullrich hält es für sehr wichtig, den sozialen Wohnungsbau und genossenschaftlichen Wohnungsbau zu forcieren, damit die öffentliche Hand preisdämpfend einwirken kann. "Der Druck aus dem Kessel kann nur abgelassen werden, wenn mehr Angebot vorhanden ist." Eine stärkere Regulation hält der Referent vor allem für jene nötig, die weniger als den Mindestlohn bekommen, beispielsweise die Kurierradler. "Es muss fair zugehen, die Leute müssen abgesichert sein und angemessen verdienen. Aus Niedriglöhnen wird keine Rente." Ullrich hält es für unerlässlich, empathische Antworten auf die sozialen Fragen zu finden. Es müsse einen ideellen Zusammenhalt geben.

Billigstanbieter

Vor allem Wohnungsbau war Thema der Diskussion. Alfred Reger wünscht sich bessere Möglichkeiten für die Kommune, bei Leerständen in der Innenstadt einzugreifen. Das hält auch Karl Holmeier für wichtig. "Wir brauchen da mehr Spielraum mit staatlicher Unterstützung. Wir müssen einen Weg finden, bauen günstiger zu machen. Das kann sich ja bald keiner mehr leisten." Ullrich empfiehlt Gemeinden eine vorausschauende Politik. Die eigenen Wohnungen sollten nicht privatisiert werden. Bei Ausschreibungen, so seine ungewöhnliche Idee, sollte der Billigstbietende ausscheiden. "Wer Tariflöhne bezahlt, darf nicht der Dumme sein."

Die Teilnehmer der Konferenz besuchten das inhabergeführte, mittelständische Familienunternehmen Stahl. Seit 1984 ist es erfolgreich auf dem Sektor Verarbeitung von Pilzen und der Eigenproduktion von Wald- und Zuchtpilzen tätig. Die Besucher überzeugten sich davon, dass sich der Betrieb stets weiterentwickelt habe. Viel investiert wurde in Bodenwöhr in neue Produktionshallen und modernste Fertigungsanlagen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.