Schwandorf
29.05.2022 - 18:34 Uhr
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"Bauplatzatlas" für den Landkreis Schwandorf: Eher Frust als echte Hilfe

Wo gibt es freie Bauplätze im Landkreis Schwandorf? Ein "Atlas" im Netz könne das darstellen, meinte die CWG/FDP im Schwandorfer Kreistag. Der zuständige Ausschuss hat da seine Zweifel.

Die Bilder sind noch in Erinnerung: Vorwiegend junge Leute campierten im Oktober 2021 vor der Schwandorfer Oberpfalzhalle, um an eine Bauparzelle in der Großen Kreisstadt zu kommen, die dort vergeben wurden. Die CWG/FDP-Gruppe im Kreistag hatte im März die Situation zum Anlass für einen Antrag genommen: Ein "Bauplatzatlas" auf den Internet-Seiten des Landkreises könne die Recherche gerade für junge Familien erleichtern. Die Argumente wiederholte Christina Bauer in der Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung, Umweltschutz, Touristik, Sport und Kultur (KUTA).

Landrat Thomas Ebeling (CSU) plädierte gegen eine Einführung. Die CWG/FDP hatte den Landkreis Cham als positives Beispiel angeführt. Die Pflege der Daten liegt in den Händen der Kommunen. Eine Prüfung ergab aber: Von 39 Kommunen des Nachbarkreises haben gerade mal sechs freie Grundstücke oder Leerstände veröffentlicht. "Häufig können die Kommunen nichts eintragen, weil es nichts gibt", sagte Ebeling, und veraltete Datensätze bergen seiner Überzeugung nach Frustrationspotenzial.

Unterstützung fand er in Harald Bemmerl (SPD). Er führte den Mehraufwand für die Kommunen an. "Bauplätze sind überall knapp", so Bemmerl, ein "Atlas" ziehe überdies möglicherweise in erster Linie Bauträger an. "Wir halten das momentan nicht für zielführend", sagte CSU-Sprecherin Barbara Hanauer. Die Werbung für freie Parzellen sei Sache der Kommunen. "Ein Kataster hilft nur, wenn es aktuell ist. Das schafft der Landkreis nicht", signalisierte auch FW-Sprecher Joachim Hanisch Ablehnung. Man könne nur an die Kommunen appellieren, freie Plätze auf ihren Seiten anzubieten. Christina Bauer (CWG) führte nochmal an, dass gerade die Kommunen im Norden und Osten des Landkreises Unterstützung brauchen könnten. Ein zentraler Überblick wäre ihrer Meinung nach dienlich.

Die Szenen vor der Oberpfalzhalle nahm Ebeling als Argument dafür, dass ein "Atlas" keine Lösung sei. "Diese Bauplätze hätten es nie in ein Kataster geschafft, weil sie weg waren, bevor sie auf dem Markt waren", sagte der Landrat. Die KUTA-Mehrheit folgte seiner Einschätzung. Gegen CWG/FDP, ÖDP und AfD wurde der Antrag mit 10:3 Stimmen abgelehnt.

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