04.05.2021 - 16:34 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Baxi gibt im Landkreis Schwandorf trotz Corona-Krise Gas

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Die Corona-Pandemie hat auch im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs ihre Spuren hinterlassen. In diesem schweren Umfeld hat sich der Baxi-Rufbus im Landkreis Schwandorf im ersten Jahr seines Bestehens bewegt - und das erfolgreich.

Seit über einem Jahr fährt das Baxi im Landkreis Schwandorf. Die Zahlen liegen über den Erwartungen.
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Im Dezember 2019 brach das Baxi zu seiner ersten Fahrt im Landkreis Schwandorf auf. Seitdem bietet es eine Ergänzung im Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Region. Im ersten Jahr nach der Einführung des Rufbusses wurde das neue Angebot durchaus gut angenommen. Das geht aus Zahlen hervor, die Dominik Hauser dem Kreistag am Montag bei dessen Sitzung in der Oberpfalzhalle präsentierte.

"Wir liegen über den Erwartungen", leitete der ÖPNV-Beauftragte seine Präsentation ein. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass das Baxi in seinem ersten Jahr fast 3500 gebucht wurde und rund 2600 Fahrten absolvierte. Die Prognose lag bei etwa 2100 und wurde damit locker übertroffen.

Besonders gefragt waren bei den Bürgern die Linie zwischen Nabburg und Schönsee oder auch die Linie zwischen Nittenau und Maxhütte-Haidhof. Noch Potenzial nach oben sah Hauser in den Strecken zwischen Gleiritsch und Nabburg oder zwischen Oberviechtach und Neunburg vorm Wald.

Über 20 neue Haltepunkte

Zwischenzeitlich wurden auch über 20 neue Haltepunkte in die Baxi-Linien integriert. Darunter sind zum Beispiel das Oberpfälzer Freilandmuseum in Neusath, der Naturpark Fisch-Wasser-Natur und Rauberweiherhaus oder der Eixlberg in Pfreimd. Im Sommer ist laut Hauser außerdem eine Neuausschreibung, die auch das Ziel hat, das bestehende Baxi-Angebot weiter zu verbessern.

Die Entwicklung der Fahrgastzahlen und Fahrten im vergangenen Jahr zeigt deutlich, dass die Corona-Pandemie ihre Spuren in der Bilanz hinterlassen hat. Nach stetig steigenden Zahlen in den ersten Monaten nach der Baxi-Einführung kam mit dem ersten Lockdown im März und April vergangenen Jahres eine kleine Delle: Laut Hauser musste ein Passagier-Rückgang um 15,8 Prozent verzeichnet wieder. Bis zum Oktober stiegen die Zahlen dann wieder, ehe sie abermals deutlich einbrachen: im November um fast 30, im Dezember um weitere 25 Prozent. Wie der ÖPNV-Beauftragte weiter darlegte, haben sich die Zahlen aber zwischen zeitlich erholt und steigen in den ersten drei Monaten des neuen Jahres wieder.

System weiter optimieren

"Die Zahlen sind ein Grund zur Freude, aber kein Grund, um sich auszuruhen", betonte der Referent und machte klar, dass man weiter daran arbeite, das System zu optimieren. Einer der kommenden Schwerpunkte wird es zum Beispiel sein, die Kombinationsmöglichkeiten des Baxi-Angebots mit dem bestehenden ÖPNV genauer aufzuzeigen. Informationsveranstaltungen, die dafür eigentlich ein wichtiger Anschub hätten sein können, konnten wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Ein wichtiger Punkt bei der Weiterentwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis Schwandorf wird es auch sein, nach einem einheitlichen Tarif abzurechnen. An der Vereinheitlichung der beiden im Landkreis geltenden Tarifsysteme - Regensburger Verkehrsverbund RVV und Tarif Oberpfalz Nord, TON - wird derzeit gearbeitet. Gleiches gilt auch für die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Burglengenfeld und Maxhütte-Haidhof.

Kurt Mieschala (CWG) fragte nach, wie viele Personen pro Fahrt im Baxi transportiert werden. Hierzu entgegnete Hauser, dass pro Fahrt durchschnittlich 1,3 bis 1,4 Personen in den Fahrzeugen sitzen. Genauso wie Reinhard Mixl (AfD) machte auch Mieschala auf die hohen Kosten für den Landkreis pro Fahrt aufmerksam. Dazu entgegnete der ÖPNV-Beauftragte, dass davon die Förderung abgezogen werden müsste, und Landrat Thomas Ebeling ergänzte, dass die Baxi-Nutzer für die Fahrt ja etwas bezahlen müssen, wodurch der Landkreis-Anteil weiter reduziert werde. Das Defizit liegt unter dem Strich bei rund 70 000 Euro. Insgesamt lag die Prognose bei den Betriebskosten mit 133 000 Euro unter dem Ergebnis von 162 000 Euro. Die Fixkosten – 37 380 Euro – lagen unter dem Strich dafür unter den vorhergesagten 70 000 Euro.

Martina Englhardt-Kopf (CSU) sah das Baxi-Projekt angesichts der vorgestellten Zahlen auf einem guten Weg: „Die Erwartungen wurden übertroffen“. In das gleiche Horn stieß auch Peter Wein (SPD). Grünen-Sprecher Rudi Sommer sprach die wohl komplizierte Nutzung für viele an und bemängelte die aus seiner Sicht geringe Passagierzahl pro Fahrt: „Das müsste deutlich mehr werden“.

Startschuss für das Baxi

Schwandorf

"Die Zahlen sind ein Grund zur Freude, aber kein Grund, um sich auszuruhen."

Dominik Hauser

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