(rhi) Die Stadt feierte am Wochenende das Jubiläum des Freistaats mit einer Hommage an den Türmer-Sohn. Stadtführerin Christa Pigerl nahm die Bürger am Sonntag mit auf einen Rundgang und machte überall dort Halt, wo Konrad Max Kunz Spuren hinterlassen hat.
Start war am Pfleghof, unweit des Konvent-Gebäudes, in das der Türmersohn in die Schule ging. Ein paar Schritte weiter befindet sich der Spitalgarten. Dort besuchte Konrad Max Kunz die von Pfarrer Christoph Friedrich Höflinger geleitete Lateinschule. Vorkenntnisse in der lateinischen Sprache waren die Voraussetzung für den Übertritt an das Erasmus-Gymnasium in Amberg. "Konrad Max war ein passabler Schüler", entnimmt Christa Pigerl den Unterlagen. Er habe besondere Preise für seine Leistungen in Geschichte und Kunst erhalten.
Geachtete Persönlichkeit
Häufig hielt sich der Junge auch in der "Breite Straße" - damals wohl noch "Saugasse" - auf, denn im Gebäude der heutigen Gaststätte "Hufschmiede" wohnten einst seine Großeltern. Das Glockenspiel am Marktplatz erinnert zweimal am Tag an das berühmteste Werk des Komponisten. Die Melodie seins "größten Hits", der späteren Bayernhymne, hat er im Jahre 1860 geschrieben. "Jeder kennt das Lied der Bayern, aber nur wenige den Komponisten", sagt Christa Pigerl. In der Tat: Außerhalb der Stadtgrenzen ist der Name Konrad Max Kunz kaum bekannt. Dabei war der Chordirektor am Nationaltheater in München einst eine geachtete Persönlichkeit, die zu den "Vätern des deutschen Männergesangs" zählte. "Er blieb dennoch ein Eigenbrötler, der mit 63 Jahren einsam und verlassen gestorben ist", hat Christa Pigerl herausgefunden.
Hilfsbereiter Mensch
Die Kreisstadt Schwandorf schmückt sich aber gerne mit seinem Namen. Am Marktplatz und im Blasturm sangen die Teilnehmer an der Stadtführung die Bayernhymne. Dort erinnerte Christa Pigerl auch an den Besuch des berühmten Malers Carl Spitzweg, der beim seinem Aufenthalt in Schwandorf den "Blasturm im Mondschein" malte. Das Kunstwerk bekam die Stadt 1963 für einen Betrag von 30 000 Mark angeboten. "Zu teuer", entschieden die Stadträte damals und verzichteten auf einen Ankauf des Bildes.
Die Stadtführerin beschreibt Konrad Max Kunz als "hilfsbereiten und großzügigen Menschen", der kein Kostverächter war und Schweinebraten, Wurstsuppe, Bier und Wein über alles liebte. "Er war ein einsamer Mensch, obwohl er die Massen begeistern konnte", entnimmt Christa Pigerl den Unterlagen.
In der Jakobskirche erinnerte sie an den gläubigen Menschen Konrad Max Kunz. Hier habe er sein religiöses Rüstzeug mitbekommen, so die Stadtführerin. Organistin Maria Pritzel spielte an der Orgel Variationen zur Bayernhymne und ließ damit die "Spurensuche" ausklingen. Auf dem gläsernen Tanzboden der Pfleghofterrasse schwangen die Teilnehmer das Tanzbein, angeleitet von den Mitgliedern des Heimat- und Trachtenvereins "Stamm". Vorsitzender Georg Spandl tanzte mit OB-Gattin Susanne Feller, der Oberbürgermeister dafür mit Erna Spandl, und Stadtführerin Christa Pigerl "schnappte" sich als Partner Winfried Fimmers.














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