Am Medienzentrum für den Landkreis Schwandorf wird die rasante Entwicklung in der Digitalisierung deutlich. Aus der einstigen Verleihstube für Filme und Geräte sind eine hochmoderne Mediathek und ein digitaler Lernort geworden. Davon konnten sich am Donnerstag neben Bayerns Digitalminister Fabian Mehring auch zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Schulen und Verbänden überzeugen.
Das Medienzentrum ist vor einem Jahr vom Nebengebäude der Berufsschule in neu ausgebaute Räume der Konrad-Max-Kunz-Realschule umgezogen. 122 000 Euro kamen vom Landkreis für den Umbau, 178 000 Euro vom Freistaat für die Ausstattung. "Die Pandemie hat die komplette Neuorientierung beschleunigt", macht Medienrektor Alexander Friedl deutlich. Das Medienzentrum habe während Corona die Schulen in Videokonferenzen unterstützen können und den digitalen Service erweitert. Die Schulen können heute die Medien online über die Zentrale abrufen. "Das Problem ist nicht die Hard-, sondern die Software", gibt Alexander Friedl zu verstehen. Die Lizenzkosten liegen pro Medium bei durchschnittlich 600 Euro. Das Zentrum für digitales Lernen bedürfe deshalb nicht nur finanzieller Unterstützung, sondern benötige auch ein Netzwerk aus Kommunen, Schulen, Behörden und IT-Systembetreuern.
Das Medienzentrum ist zu „einer Spielwiese für Schülergruppen und zu einem Lernraum der Zukunft“ geworden, wie der Medienrektor erklärt. Er hält Angebote zur „MINT-Förderung“ (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) vom Kindergarten bis zur Schule im Klassensatz zur Ausleihe bereit. Genauso wie Tablets und weitere mobile Endgeräte. In der „Fotobox“, einem eigenen Raum, lassen sich Bilder und Filme mit beliebigen Hintergrundmotiven gestalten. In einem Musterklassenzimmer können Schüler und Lehrer unterschiedliche Präsentationsvarianten erproben. Der Schwerpunkt aber liegt im Angebot lernbezogener Online-Medien mit interaktiven Materialien für die Schulen. Die Lehrer können didaktisches Material streamen, für die der Landkreis die Rechte erworben hat. Zielgruppen des Medienzentrums sind Lehrkräfte aller Schularten, Seminare zur Lehrerausbildung, Kindergärten und Einrichtungen der Erwachsenenbildung, Vereine und Betriebe.
Digitalminister Fabian Mehring sieht im „Schwandorfer Modell“ eine Vorreiterrolle und betonte: „Wir brauchen mehr Schwandorf in Bayern“. Digitale Transformation sei kein Schreckensgespenst, sondern eine Herausforderung für den Premiumstandort Bayern. Der Minister ist sich bewusst, dass die Schule die Schüler fit machen müsse für die digitale Zukunft. Dazu gehöre eine fundierte Lehrerausbildung bereits an der Universität. Für den stellvertretenden Landrat Richard Tischler ist inzwischen auch an den Kommunen die „papierlose Zeit“ eingeläutet.
Entwicklung von der Kreisbildstelle zum Medienzentrum des Landkreises Schwandorf
- Nach der Gebietsreform: Hauptstelle im Gebäude des Landratsamtes, Außenstellen in den Altlandkreisen Oberviechtach, Nabburg, Neunburg vorm Wald und Burglengenfeld.
- Lindenschule Schwandorf: 1990 Umzug der Hauptstelle vom Landratsamt in die Lindenschule.
- Berufsschule Schwandorf: 1995 Umzug an die Berufsschule, früheres Hausmeistergebäude. Umbenennung in Medienzentrum für den Landkreis Schwandorf.
- Konrad-Max-Kunz-Realschule: Januar 2024 Eröffnung der neuen Räume der KMK-Realschule mit vier Mitarbeitern.
- Kontakt: Telefon 09431/8023590 oder info[at]medienzentrum-schwandorf[dot]de













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