01.07.2019 - 17:17 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Beherztes Eingreifen rettet Menschenleben

Luft weit über 30 Grad, Wasser deutlich über 20: So lauten derzeit fast überall im Landkreis die Temperaturangaben an Seen, Flüssen und den vielen Weihern. Dort steigt die Unfallgefahr. Zwei aktuelle Fälle beweisen es.

von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Fast zwangsläufig führen hohe Temperaturen zu erhöhtem Betrieb an allen Badeplätzen und damit steigt auch die Unfallgefahr, wie die Aktiven gleich mehrerer Wasserwacht-Ortsgruppen am vergangenen Wochenende erlebt haben. In Teublitz und in Schwarzenfeld kam es zu Badeunfällen, weil Badegäste die Auswirkungen der hohen Temperaturen auf den Kreislauf unterschätzt haben. In beiden Fällen haben das beherzte Eingreifen von Badegästen und von Aktiven der Wasserwacht Schlimmeres verhindert. Beide Patienten wurden vom Rettungsdienst in Krankenhäuser gebracht.

Der Vorsitzende der Kreis-Wasserwacht, Wolfgang Dantl, nimmt die beiden Vorfälle zum Anlass, noch einmal auf die Gefahren der hohen Temperaturen hinzuweisen. Kopfbedeckung, Sonnencreme, körperliche Belastung vermeiden, sehr viel trinken! Das sollten alle Badegäste dringend beachten, denn bei Temperaturen von weit über 30 Grad würden auch „die stärksten Männer schlappmachen“! „Die Aktiven der 16 Ortsgruppen sind an den Wochenenden voll im Einsatz und leisten hervorragende ehrenamtliche Arbeit, aber bei der Vielzahl der Badegewässer im ganzen Landkreis können wir nicht überall sein!“, schränkt Dantl ein. Deshalb appelliert er auch an alle Badegäste, die Augen offen zu halten, um frühzeitig zu erkennen, wenn jemand in Not gerät. „Am Wochenende hat das perfekt funktioniert, die Wasserwachtler wurden von Badegästen gerufen und unterstützt, die näher an der in Not geratenen Person dran waren. Eine zufällig anwesende Ärztin hat den Einsatzkräften zusätzlich geholfen.

Abraten würde der Chef der Kreis-Wasserwacht von Rettungsversuchen durch ungeübte Personen ganz ohne Hilfsmittel. „Wenn jemand in Panik gerät, entwickelt sie oder er ein Vielfaches der üblichen Körperkraft und wird sich an allem festhalten, was greifbar ist.“, so Dantl. In der Not greift man eben auch nach einem potenziellen Retter und bringt den auch noch in Gefahr. Deshalb sollte man unbedingt ein schwimmendes Hilfsmittel mitnehmen. „Nicht jeder von uns ist ein David Hasselhoff mit einer professionellen Baywatch-Boje unterm Arm, aber eine Luftmatratze, ein aufblasbares Tier oder eine Poolnudel dienen auch zum Festhalten, damit eine erschöpfte Person ans Ufer gebracht werden kann.“ Davon gebe es auf jedem Badegewässer immer jede Menge. „Selbst geübte Rettungsschwimmer sollten sich einer panischen Person nur mit Hilfsmitteln nähern!“

Die Hinweisschilder für Nichtschwimmerbereiche sollten auch unbedingt beachtet werden, weil oft unmittelbar nach diesen Begrenzungen der Grund steil abfällt und Nichtschwimmer sich dann nicht mehr halten können. Das gelte auch für Erwachsene! „Erstaunlicherweise passen wir alle sehr gut auf Kinder im Wasser auf. Auf Erwachsene achten wir eher nicht, weil man davon ausgeht, dass sie oder er schon Schwimmen kann.“ Gerade junge Erwachsenen schämen sich oftmals, wenn sie nicht richtig schwimmen können und geben das nicht zu. Diese Leute meiden das Wasser eher, aber bei den aktuellen Temperaturen zieht es auch sie ins kühle Nass, oft mit dramatischen Folgen.

Abhilfe schafft hier möglicherweise ein Erwachsenenschwimmkurs, wie ihn mehrere Ortsgruppen anbieten. Infos dazu gibt es per E-Mail unter: wolfgang.dantl[at]wasserwacht[dot]bayern

Sollte irgendwo im Landkreis ein Notfall am oder im Wasser auftreten, an dem keine Wasserwacht Ortsgruppe Dienst macht, dann kommen die Schnelleinsatzgruppen der Kreis-Wasserwacht Schwandorf zum Einsatz, sobald ein Notruf die Rettungsleitstelle erreicht. Binnen weniger Minuten rücken dann Taucher, Bootsführer und Wasserretter aus, um. Auch hier sind die Aktiven aber auf einen schnellen Notruf angewiesen. Dantl: „Wenn irgendwo ein Problem ist, dann schnellstens unter 112 einen Notruf absetzen, dann rücken wir an!“

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.