Die Frühschicht bei der Firma Benteler in Schwandorf endete am Montag um 13.30 Uhr. Bevor sie nach Hause gingen, versammelten sich die Mitarbeiter des Autozulieferers mit Fahnen, Pauken und Trillerpfeifen vor den Werkstoren, um für höhere Löhne einzutreten. Unterstützung bekamen sie von Kollegen der Läpple Automotive GmbH in Teublitz und der Eisengießerei Fronberg.
IG-Metall-Sekretär Daniel Schicker (Regensburg) hatte den Warnstreik vor den Toren der Firma Benteler organisiert. Er formulierte die Forderungen der Gewerkschaft: Fünf Prozent mehr Lohn, Gewinnbeteiligung der Beschäftigten, eine soziale Komponente für die unteren Lohngruppen, Zukunftssicherung der Arbeitsplätze und eine pauschale Anhebung der Ausbildungsvergütung um 110 Euro im Monat.
Kritik an Stellenabbau
Der IG-Metall-Vertrauensmann im Benteler-Betrieb, Markus Zapf, verwies auf das Streik-Motto "Mit Nullen können wir nichts anfangen" und kritisierte den massiven Stellenabbau in der Branche. "Die Arbeitnehmer dürfen nicht zum Sündenbock für Fehlentscheidungen der Manager gemacht werden", unterstrich zweite IG-Metall-Bevollmächtigte Olga Redda.
Die Gewerkschaft reagiert mit den Warnstreiks auf das „unzureichende Angebot der Arbeitgeber“ für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. Für die IG Metall endete am Sonntag die Friedenspflicht. 34 Betriebe in Bayern beteiligten sich am Montag an den ersten Warnstreiks. Am Schwandorfer Standort der Firma Benteler machte Daniel Schicker deutlich: „Wir wollen zum Ausdruck bringen, was wir von der mangelnden Wertschätzung durch die Arbeitgeber halten“. Er erwartet von den Unternehmern ein Bekenntnis zum Standort und zu den Menschen in den Betrieben. „Die Arbeitgeber müssen auch selbst einen Beitrag leisten, statt nur von den Beschäftigten Verzicht zu fordern“, so der Gewerkschaftssekretär. Auch die Firma Benteler baut Stellen ab und beschäftigt momentan noch 540 Mitarbeiter.
"Völlig inakzeptabel"
Bei der zweiten Tarifverhandlung in der vergangenen Woche in Coburg boten die Arbeitgeber eine Entgelterhöhung von 1,3 Prozent ab Juni 2028 an. „Mehr Geld in diesem Umfang erst in 20 Monaten, das ist völlig inakzeptabel“, sagte Daniel Schicker unter dem Beifall der Kollegen. Die IG Metall Bayern fordere fünf Prozent mehr Lohn und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 110 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem wolle man eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in Betrieben „mit einer guten wirtschaftlichen Lage“ sowie „eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen“ erreichen. Zur Absicherung der Arbeitsplätze und Standorte wolle die Gewerkschaft außerdem mit dem Arbeitgeberverband „über Zukunft und Beschäftigung“ sprechen, so der IG-Metall-Sekretär.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.