"Wenn nichts mehr geht - geht doch noch viel" war das Thema eine Infoabends des Palliativ-Hospiz-Netzwerks im Landkreis in der Spitalkirche Schwandorf. Etwa 70 Besucher haben sich im Hauptraum eingefunden, um den Kurzvorträgen zu lauschen.
Nach der Begrüßung durch den Sprecher des Netzwerks, Dr. Christian Glöckner, eröffnete Monika Kagerer vom Hospizverein Schwandorf den Abend mit einleitenden Worten zum Ursprung des Hospizgedankens und der Entwicklung der Hospize weltweit und in Deutschland.
Nach diesem Überblick stand die Anwendung von palliativen Konzepten und die Integration der Hospizversorgung in Pflegeheimen auf der Agenda. So konnten die Besucher einem Dialog zuhören von Petra Thies, der Einrichtungsleiterin des Marienheims in Schwandorf, und Sonja Dirscherl, der Koordinatorin des Hospizdienstes der Caritas für den Landkreis Schwandorf. In diesem Gespräch wurden die Aspekte des Palliativkonzeptes in stationären Einrichtungen realitätsnah dargestellt. Das bot einen guten Einblick in die inzwischen fest etablierte und "gelebte" Integration von Hospizversorgung in stationären Pflegeeinrichtungen.
Zunehmend emotionaler wurde es beim nächsten Programmpunkt, bei dem Katharina Salbeck, die Leiterin des neuen Bruder-Gerhard-Hospizes in Schwandorf, und Heilpädagogin Jasmin Janker über ihre tägliche Arbeit im Hospiz berichteten. Dabei wurden auch Vorurteile ausgeräumt: Ein Hospiz sei kein dunkler, trister, sondern ein freundlicher Ort, in dem viel gelacht wird und die Gäste alle Freiheiten haben, das zu tun, wonach ihnen ist.
Getreu dem Motto: "Alles kann - nichts muss" stehen dem Gast im Hospiz aber trotzdem alle personellen und auch technischen Unterstützungsmöglichkeiten offen, um seinen Alltag zu vereinfachen und sein Leid zu mindern. "Jeder Gast kann seinen Alltag genauso gestalten, wie er es will - zum Beispiel auch durch den Besuch von geliebten Haustieren", so Salbeck. Zu guter Letzt stand ein Bericht von Brigitte Molch auf der Agenda. Ihre Tochter litt an einer fortgeschrittenen Krebserkrankung und war der erste Gast im Schwandorfer Hospiz. Sehr bewegend, aber mit fester Stimme, berichtete Molch über ihre Erlebnisse und Erfahrungen im Umgang mit der Krankheit und auch mit dem Tod ihrer Tochter - und über die große Dankbarkeit, die sie für alle Beteiligten aus stationärer und ambulanter Hospizversorgung bei der Begleitung ihrer Tochter empfand.
Assistiert wurde Molch von Renata Schmidbauer, die die Hospizbegleiterin der Tochter war. Schmidbauer konnte aus einem anderen, nicht-familiären Blickwinkel über die Erlebnisse mit der Erkrankten, aber auch von ihrer grundsätzlichen Einstellung zur "Berufung Hospizbegleiter" einfühlsam und für alle Zuhörer bewegend berichten.
Ein Abend zum Nachdenken - ein Abend zum Mitfühlen, zum Reden und auch zum Diskutieren. Davon wurde nach der Veranstaltung im Foyer der Spitalkirche auch reger Gebrauch gemacht, als sich alle Akteure unter die Gäste mischten und sich bei Häppchen und Getränken noch geraume Zeit intensiv austauschten.
"Eine wichtige Aufgabe, die teilweise doch noch tabuisierten Themen Sterbebegleitung und Hospizarbeit in die Öffentlichkeit zu tragen, und ein Abend, an dem uns diese Aufgabe gelungen ist", waren sich die Rednerinnen und der Moderator nach der Veranstaltung einig.













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