Das Internet ist voll mit lustigen Videos, in denen Menschen mit den Strapazen des Arbeitslebens im Home-Office und Videokonferenzen zu kämpfen haben. Anfangs noch mit Hemd und Bluse, wird irgendwann ein T-Shirt draus. Dann wird auch das Bügeln schnell mal überflüssig. Kurz vor der Ausrede "Die Webcam ist kaputt" tun es auch schon mal eine Jogginghose und ein Shirt mit den Tomatensoßen-Flecken vom Essen am Abend zuvor.
Der Lockdown trägt Blüten. Er hinterlässt Spuren. Dabei muss es keinesfalls so extrem sein, wie oben beschrieben. Manchmal reicht auch schon ein Lockdown-Bart, damit sich die Kommentare auf den sozialen Medien überschlagen. Landrat Thomas Ebeling hat am Montag ein Selfie von sich gepostet, das den sonst glattrasierten Politiker mit einer Gesichtsbehaarung zeigt, die offensichtlich länger als nur drei Tage gewachsen ist. Dazu hat er den Hashtag "lockdownlook" gestellt. Grund genug für Oberpfalz-Medien, einmal bei dem leidenschaftlichen Hobby-Musiker nachzufragen, was es damit auf sich hat und ob das nun zu seinem neuen Stil gehört.
Wer befürchtet, der Landrat könnte sich jetzt einen Bart wie Billy Gibbons von ZZ-Top wachsen lassen, kann beruhigt sein. Ebeling: "Der Bart war schon wieder ab , bevor ich das Bild überhaupt in Facebook gepostet habe." Weil es in der Zeit zwischen Weihnachten, Silvester ohnehin nur wenige Pressetermine gebe und die Coronabeschränkungen ihr Übriges tun, wollte er es einmal versuchen, unter die Bartträger zu gehen. Am Ende wollte er die Welt aber dennoch wissen lassen, was sich barttechnisch bei ihm getan hatte, bevor er zum Rasierer griff. Ebeling: "Ich dachte mir mit dem Post, dass ich jetzt auch mal einen raushaue." Und warum hat keiner mitbekommen, dass sich der Landrat einen Bart wachsen lässt? Wenn es in der Zeit seit den Feiertagen doch einmal Pressetermine gab, dann konnte Ebeling seinen Bart unter einer Maske verstecken. Ebeling: "Da ist es dann keinem aufgefallen."
An dem vorübergehend neuen Aussehen des Landrats scheiden sich die Geister in den Kommentarspalten. Auf Facebook haben – Stand Dienstagnachmittag – 69 Menschen kommentiert, auf Instagram sind es immerhin auch 39. Die Resonanz überrascht Ebeling nicht. "Das ist ganz klar. Ein Bart polarisiert. Wenn jemand immer glattrasiert ist, macht sich kein Mensch Gedanken darüber, wie er mit Bart aussehen könnte. Wenn man dann aber einen hat, dann reden die Leute darüber." Manche finden den Bart klasse. So kommentiert eine Userin: "Ja verreck! Mit Bart. Steht dir, schaust aus wie ein Wikinger" und fügt zwei Herzen an. Eine andere Nutzerin meint: "Das schaut sehr weise und gemütlich aus. Mir gefällt es."
Die andere Seite ist so gar nicht überzeugt und will Thomas Ebeling lieber so sehen, wie man ihn auch vor der Coronapandemie kannte. So schreibt ein Kommentator: "Ach nö, der jugendliche Landrat-Charme geht damit verloren." Eine weitere Nutzerin kommentiert: "Ich bin definitiv der Meinung, dass ,das Bart' weg kann!" Wiederum andere vermuten, dass Ebelings Rasierapparat kaputtgegangen sein könnte. So war eine Person in der Kommentarspalte gleich so freundlich, einen Link zu einem Bart-Trimmer-Set zu posten. Ein anderer User fragt, ob die Corona-Regeln nun auch das Rasieren verboten hätten.















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