11.10.2018 - 17:52 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Briefwahl bleibt im Trend

Wie auch immer die Landtags- und Bezirkswahl am Sonntag ausgehen wird, ein Trend ist schon klar: Viele Bürger sparen sich den Weg ins Wahllokal. Sie geben ihre Stimmen per Brief ab.

Vier Stimmzettel sind am Sonntag bei der Landtags- und Bezirkswahl zu markieren. Auf den weißen wird über die Zusammensetzung des Landtags, auf den blauen für den Bezirkstag abgestimmt.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Vier Zettel, jeweils nur ein Kreuz: Diese Regel gilt für die Wahl am Sonntag. Mit der Erststimme (kleinere Zettel) wählt man einen Direktkandidaten, der von einer Partei nominiert worden ist. Abgeordneter wird, wer die meisten Stimmen auf sich vereinigt. Mit der Zweitstimme (größere Zettel) wählt man einen Bewerber auf der Wahlkreisliste. Auch diese wurde von den Parteien aufgestellt. Der Wähler kann hier einem einzelnen Kandidaten seine Stimme geben und so die vorgegebene Reihenfolge auf dem Stimmzettel verändern. Da nur eine Zweitstimme zu vergeben ist, gibt es auf dem Stimmzettel kein typisches Listenkreuz. Diese Regelungen gelten für Landtagswahl (weiße Zettel) und Bezirkswahl (blau).

Rund 115 000 Wahlberechtigte sind im Landkreis Schwandorf registriert, der dem Stimmkreis 306 entspricht. Das sind rund 1000 mehr als vor fünf Jahren, teilte der stellvertretende Pressesprecher des Landratsamts, Franz Pfeffer, auf Nachfrage mit.

Die Große Kreisstadt alleine rechne mit etwa 7000 Briefwählern bei 21 693 Berechtigten, sagte Schwandorfs Pressesprecher Lothar Mulzer. Knapp 6700 hatten bis Mittwoch die Unterlagen beantragt, 3500 Wahlbriefe sind bereits zurück gekommen. Sie bleiben bis Sonntagabend verschlossen. Bei der Landtagswahl 2013 zählte die Stadt nur gut 5000 Briefwähler. Die Stadt hat befristet zwei Mitarbeiter angestellt, die für die Abwicklung der Briefwahlanträge zuständig sind.

Der Trend zur Briefwahl zeigt sich auch in weiteren Orten (Zahlen vom Mittwoch): In Schwarzenfeld haben schon knapp 38 Prozent der 5099 Berechtigten die Briefwahl beantragt, in Nabburg 34 Prozent (4931 Berechtigte). In Oberviechtach (knapp 32 Prozent bei 3930 Berechtigten) und Pfreimd (31 Prozent bei 4233 Berechtigten) war der Anteil etwas geringer, ebenso in Wernberg-Köblitz mit 1347 von 4597 Berechtigten (29 Prozent). Neunburg vorm Wald meldete gut 26 Prozent Briefwähler. Wahlberechtigt sind in der Pfalzgrafenstadt genau 6300 Bürger.

Für den reibungslosen Ablauf der Wahl am Sonntag sorgen laut Landratsamt 1969 Helfer in 165 Urnen- und 81 Briefwahllokalen. 106 Urnen-Wahllokale sind barrierefrei. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Dann beginnt das Auszählen. Vor fünf Jahren stand das vorläufige Ergebnis für den Landtag im Landkreis gegen 21 Uhr fest. Dann dürfte auch dieses Mal klar sein, wer das Direktmandat im Stimmkreis gewonnen hat. Wer von den Listen in den Landtag einzieht, wird erst später am Abend absehbar sein. Resultate der Bezirkswahl sind erst im Laufe des Montags zu erwarten. Das amtliche Endergebnis wird Stimmkreis-Wahlleiterin Anite Plank am Mittwoch, 17. Oktober, um 14 Uhr bekanntgeben.

Zehn Direktkandidaten für den Landtag:

Die Kandidaten in der Reihenfolge, wie sie auf dem Stimmzettel stehen:

Alexander Flierl(48 Jahre, CSU), Landtagsabgeordneter, Rechtsanwalt, Oberviechtach.

Peter Wein(30, SPD), Diplom-Finanzwirt, Burglengenfeld.

Joachim Hanisch(70, Freie Wähler), MdL, Diplom-Verwaltungswirt, Bruck.

Benjamin Quaas(31, Bündnis90/Grüne), Verwaltungsangestellter, Teublitz.

Wolf-Dieter Grahn(68, FDP), Arzt, Schwandorf.

Eva Kappl(20, Die Linke), Studentin, Wackersdorf.

Alexander Weber(48, Bayernpartei), Drucker, Teublitz.

Alfred Damm(55, ÖDP), selbstständiger Handelsvertreter, Schwandorf

Klaus Terbeznik(48, Piraten), Systemadministrator, Schwandorf.

Reinhard Mixl(57, AfD), selbstständiger Wirtschaftsberater, Schwandorf. (ch)

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