14.02.2020 - 15:41 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Bürgermedaille für neun verdiente Persönlichkeiten

Sie wirken oft im Hintergrund, machen kein Aufhebens um ihre ehrenamtliche Arbeit. Ohne die neun Persönlichkeiten, die OB Andreas Feller am Donnerstag mit der Bürgermedaille ehrte, wäre das Leben in Schwandorf aber um einiges ärmer.

Oberbürgermeister Andreas Feller (hinten, Fünfter von links) verlieh nach siebenjähriger Pause Bürgermedaillen an neun verdiente Persönlichkeiten. Mit ihnen freuten sich auch Zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl (hinten, links), Landrat Thomas Ebeling und Dritte Bürgermeisterin Martina Englhardt-Kopf (hinten, von rechts).
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Regeln für die Vergabe der Bürgermedaille sind streng. Eine lautet, dass höchstens 30 lebende Persönlichkeiten Träger der Bürgermedaille sein können. Seit Donnerstag ist dieses Kontingent wieder ausgeschöpft. Oberbürgermeister Andreas Feller verlieh drei Frauen und sechs Männern die Ehrung samt Urkunde. Der Stadtrat attestierte den Geehrten damit, dass sie sich deutlich über das Maß hinaus für das Gemeinwohl in der Kreisstadt eingesetzt haben. "Dem Verdienste" heißt es deshalb auf einer Seite der Medaillen, die der Oberbürgermeister beim Festakt im Elisabethenheim übergab. Es war die erste Verleihung seit 2013.

Musik und Kultur, Sport und Kinderbetreuung, Jugendarbeit und Traditionspflege: Kaum einer der Geehrten, der nicht auf mehreren Feldern ehrenamtlich aktiv ist oder Initiativen unterstützt. "Die Bürgermedaille, die seit über fünf Jahrzehnten von unserer Stadt vergeben wird, würdigt Tätigkeiten von hohem ideellem Wert", sagte Oberbürgermeister Andreas Feller bei seiner Festansprache. Vor rund 80 geladenen Gästen betonte er gegenüber den Geehrten: "Menschen wie Sie werden zu Vorbildern, wie wir sie in unserer schnelllebigen Welt mit vielen fragwürdigen Idolen dringend benötigen". Es sei sein Wunsch, dass dieses Vorbild zur Nachahmung anregt, sagte der OB.

"Müssten wir all Ihre Verdienste auf Heller und Pfennig begleichen, wäre unsere Stadtkasse leer", würdigte der OB den ehrenamtlichen Einsatz. Den Geehrten aber seien ein Lachen oder glückliche Gesichter viel mehr wert als finanzieller Lohn. Gleichzeitig biete das Ehrenamt die Möglichkeit, an Lebenserfahrung und Erfolgserlebnissen reicher zu werden. Denn: Wer sich für andere stark mache, bereichere auch die eigene Persönlichkeit. "Das alles sind Schätze, deren Wert sich nicht in Geld aufwiegen lässt".

Professor Kurt Seibert übernahm nach der Verleihung und den Laudationes die Dankesworte im Namen aller Geehrten. Die Verleihung nannte er eine große Ehre. "Dessen sind wir uns alle bewusst". Er spreche im Namen aller Ausgezeichneten, wenn er sage, dass sie sich als Stellvertreter für all diejenigen sehen, die sich ehrenamtlich oder beruflich auf den verschiedensten Gebieten für das Gemeinwohl in der Stadt einsetzen, "und sie so zu dem machen, was sie ist, ein Stück lebens- und liebenswerter Heimat". Die hohe Ehre dieser Auszeichnung sei "gleichzeitig Verpflichtung für uns, uns weiterhin für das Wohl der Stadt einzusetzen, so gut es geht", sagte Seibert. Es sollte aber gleichsam für jeden persönliche Verpflichtung sein, für die Gesellschaft sein Bestes zu geben. Viele Errungenschaften des Gemeinwesens, Ideen und Projekte fußen nach Seiberts Überzeugung zunächst auf dem Einsatz ehrenamtlicher, engagierter Bürger.

Erst das schaffe Vielfalt im Leben einer Stadt. Es müsse alles ineinandergreifen, wenn eine Gesellschaft funktionieren und sich positiv entwickeln solle. Das mache die Auswahl der Geehrten deutlich. Sie stünden für unternehmerisches Talent und wirtschaftlichen Erfolg, für soziales Engagement ohne Vorurteile, für Liebe zu Natur und Heimat, und für Innovationen in den Bereichen in Kunst und Bildung.

Anneliese Brock

Anneliese Brock, 65.

Anneliese Brock hat 1994 die Eltern-Kind-Initiative „EKI“ gegründet und damit den Grundstein für die erste Kinderkrippe in der Stadt gelegt. Bei der Betreuung unter dreijähriger Kinder war die Initiative Vorreiter in der Stadt und im gesamten Landkreis. Chancengleichheit für Frauen und Familien, aber auch für Menschen mit Migrationshintergrund sind die Felder, die Anneliese Brock mit viel ehrenamtlichem Engagement unterstützt. Dazu kommt noch der Breitensport, als Abteilungsleiterin beim SC Ettmannsdorf. „Sie haben mit Ihrem großen persönlichen Einsatz als überzeugendes Vorbild gewirkt,“ sagte der Oberbürgermeister.

Reiner Debernitz

Reiner Debernitz, 65.

Reiner Debernitz hat als Geschäftsführer des Globus-Warenhauses immer ein offenes Ohr, wenn es um Unterstützung von sportlichen oder kulturellen Events geht. Aber auch die Tafel, das Bayerische Rote Kreuz und die Johanniter können mit seiner unbürokratischen Hilfe rechnen. Charity-Stadtlauf oder Seifenkisten-Derby wären ohne die Spenden nicht zu verwirklichen. Das Schwandorfer Hilfswerk kann bei seiner Wunschzettelaktion auch auf die Unterstützung des Geschäftsführers zählen. „Sie haben mit Ihrem großen persönlichen Engagement dazu beigetragen, die Lebensqualität in unserer Stadt zu stärken“, sagte der Oberbürgermeister.

Hubert Döpfer

Hubert Döpfer, 66.

Vor 28 Jahren hat Hubert Döpfer die private Berufsfachschule für Krankengymnastik gegründet. Daraus wurde eine Fachakademie und Fachhochschule für Soziales und Gesundheit mit Standorten in ganz Deutschland, dazu eine private Grund- und Hauptschule in Schwandorf. Mit Mut und Weitblick entwickelte Döpfer sein Unternehmen zu einer Marke mit deutschlandweitem Renommee. Als Vorsitzender des IHK-Gremiums setzt sich Döpfer für die Anliegen der heimischen Wirtschaft ein. „Diese Auszeichnung bringt die enge Bindung einer großen Unternehmerpersönlichkeit an seine Heimatstadt zum Ausdruck“, betonte Oberbürgermeister Andreas Feller.

Cornelia Horsch

Cornelia Horsch, 56.

Cornelia Horsch gehört zu den Gründern der Konrad-Max-Kunz-Fördervereinigung, ist Vorsitzende der Musikschule. Vor allem jüngere Schwandorfer haben dank ihres Einsatzes Gelegenheit, Instrumente zu lernen und in die Welt der Musik einzutauchen. Als Mitglied der Geschäftsführung der Horsch Maschinen GmbH hat Cornelia Horsch auch dafür gesorgt, dass junge Migranten im Unternehmen eine Perspektive bekommen. Auch die Initiative „Integration SAD“ profitiert von ihrer Mitarbeit. „Sie sind eine Persönlichkeit, die für andere eintritt und hilft, wo immer es nötig ist“, sagte der Oberbürgermeister.

Erwin Mayer

Erwin Mayer, 64.

Traditionen, Natur und Kulturgüter zu bewahren, diesen Zielen hat sich Erwin Mayer mit dem Oberpfälzer Waldverein verschrieben. Seit der Gründung 2003 ist er Vorsitzender des OWV Schwandorf. Dass die Blasturmglocke wieder an ihrem angestammten Platz läutet ist ebenso seinem Einsatz zu verdanken wie die Sanierung des denkmalgeschützten Türmerhauses, das nun gefragte Wander- und Pilgerstation ist. Mit dem OWV sorgt er für sichere Wanderwege in der Region. „Geprägt von Gemeinschaftsgefühl haben Sie vorbildliches Wirken gezeigt und bewiesen, wie viel machbar und erreichbar ist“, sagte der Oberbürgermeister.

Roswitha Mohler

Roswitha Mohler, 71.

Seit über 50 Jahren ist Roswitha Mohler ehrenamtlich in der Jugendarbeit aktiv, ihr Einsatz begann bei den Klardorfer Falken. Die Arbeitsgemeinschaft Schwandorfer Jugendgruppen (ARGE) trägt von Beginn an ihre Handschrift, seit 1999 ist sie Vorsitzende. Mit Herzblut und Leidenschaft vertritt Mohler die Anliegen der Jugendlichen, konzipiert die Spielstraße auf dem Bürgerfest oder die Ferienprogramme. Die Arbeiterwohlfahrt Klardorf kann auf die Mitarbeit Mohlers setzen, genauso die Kirchengemeinde und die Tafel. „Für all Ihren großartigen, persönlichen Einsatz möchte die Stadt Schwandorf Ihnen heute Danke sagen“, betonte Oberbürgermeister Andreas Feller.

Wolfgang Nowak

Wolfgang Nowak, 69.

Wer Fragen zum WAA-Widerstand hat, ist bei Wolfgang Nowak an der richtigen Adresse. Akribisch hat er alles aus der Zeit gesammelt, geordnet, dokumentiert. Einige Objekte hat er dem Haus der Bayerischen Geschichte überlassen. Mit der WAA war das ehrenamtliche Engagement für den Fronberger noch lange nicht beendet: Er führt seit 20 Jahren den Eine-Welt-Laden im Fronberger Pfarrheim, engagiert sich in der Fair-Trade-Steuerungsgruppe, ist im Landschaftspflegeverband, beim Landesbund für Vogelschutz, bei der KAB und in der Integrationshilfe aktiv. „Sie sind ein gelebtes Beispiel für das vielfältige Engagement im Ehrenamt“, lobte Oberbürgermeister Andreas Feller.

Karl Schanderl

Karl Schanderl, 84.

Wer beim ASV Fronberg „Kegeln“ sagt, kommt an Karl Schanderl nicht vorbei. Seit über 70 Jahren Mitglied, hat er Verein und Abteilung geprägt. Als Geschäftsführer, Abteilungsleiter und Sportwart hat er sich der Fortentwicklung seines Vereins gewidmet. Seinem Engagement ist der Bau der Kegelbahn zu verdanken. Bis zum Ruhestand war Schanderl im Eisenwerk Fronberg beschäftigt. Für den Sozialdemokraten alter Prägung war es selbstverständlich, sich über lange Zeit als Betriebsrat – darunter zehn Jahre als Vorsitzender - für seine Kollegen einzusetzen. „Die Stadt möchte sich für Ihren beispiellosen Einsatz zum Wohle der Sportstadt Schwandorf bedanken“, sagte der OB.

Kurt Seibert

Prof. Kurt Seibert, 75.

Bereits zum 14. Mal bereichert der Schwandorfer Klavierfrühling in diesem Jahr das kulturelle Programm der Stadt. Professor Kurt Seibert hat die Veranstaltung im Oberpfälzer Künstlerhaus aus der Taufe gehoben, mit Meisterkursen und öffentlichen Konzerten der Absolventen seiner Musikhochschule. Sein Engagement und hat so eine erstklassige Konzertreihe ermöglicht und dem Oberpfälzer Künstlerhaus damit ein weiteres Alleinstellungsmerkmal hinzugefügt. „Ich weiß, dass Sie als nicht gebürtiger Schwandorfer unserer schönen und liebenswerten Stadt immer verbunden waren und sind“, sagte Oberbürgermeister Andreas Feller in seiner Laudatio.

Ariya Wibisono, Benedikt Wagner und Franziska Kiesel (von links) von der Musikschule Schwandorf umrahmten mit ihren Stücken den Festakt im Elisabtehenheim.
Die Bürgermedaille der Stadt Schwandorf besteht aus vergoldetem Feinsilber und hat einen Durchmesser von 4 Zentimetern. Auf der Rückseite ist "Dem Verdienste" eingeprägt.
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