19.02.2021 - 16:29 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Corona: Frühes Öffnen von Läden und Lokalen "keine Option"

Landräte und Oberbürgermeister aus der Region bringen sich ein bei Videokonferenz mit der Kanzlerin. Der Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling urteilt danach: "Unsere Sorgen werden ernst genommen."

von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Man hat sich Zeit gelassen zum Reden. 2 Stunden und 20 Minuten konferierten am Freitag in den Mittagsstunden die Spitzen des Staates in einer Videokonferenz mit den Mandatsträgern an der politischen Basis, also den Landräten und den Oberbürgermeistern aus Bayern. 93 gibt es von ihnen, 71 davon sind Landräte und wiederum einer hiervon ist Thomas Ebeling, der Schwandorfer Landrat. Er war natürlich bei der Konferenz zugegen und hat danach in einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien auf Übereinstimmungen und Probleme hingewiesen, die während der Besprechung zur Rede standen.

Nach Stellungnahmen der Kanzlerin, des Ministerpräsidenten Söder und des Gesundheitsministers Spahn konnten sich die lokalen Mandatsträger einbringen. "Da wurde viel gesprochen," berichtete Ebeling, der sich selbst aber nicht zu Wort gemeldet hat, nachdem er gemerkt hat, dass auch die Themen verhandelt werden, die den Landkreis Schwandorf betreffen. "Da sind alle Belange vorgetragen worden, die für uns wichtig sind," so der Landrat. Er gehörte zu einer Gruppe von oberfränkischen und oberpfälzischen Kommunalvertretern, deren Gebiete wegen der Nähe zu Tschechien besonders betroffen sind: "Die Zahlen sind hier am höchsten und es wurde auf unsere besondere Situation hingewiesen.

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Diese "besondere Situation" kommt zum Tragen, wenn etwa die Diskussion geführt wird, ob nicht in weniger belasteten Kreisen und Städten die Geschäfte bereits wieder öffnen sollten. Die Stadt Regensburg wäre so ein Fall., da sie sehr niedrige Inzidenzwerte aufweist. Zum Vergleich: Die 7-Tage-Inzidenz von Regensburg liegt aktuell bei 24, die des benachbarten Landkreises Schwandorf bei 99. "Wenn die jetzt in Regensburg ihre Lokale und Läden öffnen, kommt es zu einem Gefälle und es beginnt eine Art Tourismus dorthin." Das würde in Regensburg die Inzidenzwerte wieder hochtreiben und in Schwandorf die Geschäfte zusätzlich belasten. "Das ist also keine Option," urteilte der Landrat, der darum bat, gut zu überlegen, ob und wann man welche Region öffnet.

Eine Forderung nach mehr Impfstoffen für die Grenzregion sei allgemein auf "wenig Begeisterung gestoßen", berichtete Ebeling. "Wenn hier ein Wettkampf um Zuteilungen entbrennt, würde das zu einer schwierigen Diskussion führen."

Grundsätzlich hat Ebeling aus der Videokonferenz den Eindruck mitgenommen, "dass unsere Sorgen an höchster Stelle ernst genommen werden". Das entspricht auch einem früheren Eindruck nach einem Gespräch mit Angela Merkel im Bundeskanzleramt: "Sie kennt sich gut aus und weiß sehr wohl, was die Stimme des Volkes sagt."

"Wenn ein Wettkampf um Zuteilung vom Impfstoffen entbrennt, würde das zu einer schwierigen Diskussion führen."

Thomas Ebeling, Landrat im Kreis Schwandorf

Thomas Ebeling, Landrat im Kreis Schwandorf

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