"Wir erleben derzeit deutlich steigende Fallzahlen, möchten aber nicht von einer dritten Welle sprechen. Die Zahlen der zweiten Welle waren noch nicht soweit gesunken, dass diese vorüber gewesen wäre". So steht es in der Corona-Pressemitteilung des Landratsamtes vom Freitag. Mit 61 neuen Fällen vom Donnerstag war unterdessen die Gesamtzahl auf 4322 und die Sieben-Tage-Inzidenz deutlich von 86,6 auf 110,2 gestiegen. LGL und RKI sahen denselben Wert.
Auch die Fälle, bei denen die britische Mutation vermutet wird, steigen deutlich. "Zur Stunde haben wir sechs durch Ganzgenomsequenzierung bestätigte Fälle B.1.1.7 und 33 weitere Verdachtsfälle aufgrund eines Mutationsscreenings. Der steigenden Tendenz und dem Nachweis von Fällen und Verdachtsfällen gilt das volle Augenmerk unseres Gesundheitsamtes", berichtete Landratsamtssprecher Hans Prechtl kurz nach 16 Uhr.
Auch wenn die Schulen und Kindergärten noch nicht wieder vollständig geöffnet sind, gab es auch hier Handlungsbedarf. In Quarantäne befinden sich zwei Notgruppen, und zwar am Kindergarten St. Marien in Nabburg und an der Grundschule in Nittenau. In einem Betrieb, aus dem man am Mittwoch 13 Fälle gemeldet hatte, ist die Zahl der positiv Getesteten auf 22 gestiegen. Eine Reihentestung ist eingeleitet. Dasselbe gilt für den Betrieb, aus dem am Donnerstag fünf Fälle gemeldet wurden, die sich mittlerweile auf acht erhöht haben.
Im Haus Valentin in Nittenau wurde der Ausbruch für beendet erklärt. Bei den Loew-Werkstätten in Wernberg-Köblitz bleibt die Werkstätte jedenfalls bis zur nächsten Reihentestung am 12. Februar geschlossen. Der Grund dafür ist, dass alle negativ getesteten Personen als Kontaktperson 1 zu den sieben positiv getesteten Mitarbeitern und Betreuern einzustufen waren.
Noch ein Wort zum Thema Mutationen: Richtig ist laut Landratsamt, dass auch symptomatische Probanden, obwohl für diese grundsätzlich die niedergelassenen Ärzte zuständig sind, sich im Testzentrum im Sepp-Simon-Stadion in Schwandorf testen lassen können. In der Regel handelt es sich um einen Zweittest, wenn das erste Testergebnis mutationsverdächtig erscheint. Das Landratsamt hat in den letzten Tagen zusammen mit dem beauftragten Labor Kneißler in Burglengenfeld mit Hochdruck daran gearbeitet, die Implementierung der Sequenzierung voranzutreiben. Diese Phase ist abgeschlossen und das Labor ist inzwischen in der Lage, die vorgeschriebenen fünf Prozent aller positiven Befunde zu sequenzieren. Um möglichst schnell Daten und Erkenntnisse zu gewinnen, werden derzeit sogar mehr Proben als die vorgeschriebene Prozentzahl analysiert.
Termine zur Impfung im Impfzentrum Nabburg können ab sofort ausschließlich über das bayernweite Online-Portal unter www.impfzentren.bayern vereinbart werden. Demnach werden ab sofort keine direkten Impftermine mehr über die Telefonhotline vergeben. Über das neue Onlineportal kann sich jeder Bewohner mit Hauptwohnsitz in Bayern oder jede weitere Person mit gewöhnlichem Aufenthalt in Bayern für einen Impftermin in dem für ihn zuständigen Impfzentrum registrieren lassen. Hierbei gilt es zu beachten, dass die Registrierung noch keine Terminreservierung darstellt und das Öffnen des Portals mit dem Microsoft Internet Explorer Probleme verursachen kann. Für jede zu impfende Person muss eine eigene Mail-Adresse verwendet werden. Sollte einer Person die Registrierung über das Internet nicht möglich sein, kann sie sich von Montag bis Freitag, jeweils von 8 bis 16 Uhr, unter 09433/3189510 telefonisch an das Hotline-Team wenden. Die Mitarbeiter werden diese Person über das Telefon im Internet registrieren. Daher ist es notwendig, dass wirklich nur die Personen auf der Hotline anrufen, welche keine Möglichkeit haben, sich selbst online zu registrieren.
Registrierte Personen, die in der Rangfolge und Priorisierungsstufe als nächstes an der Reihe sind, erhalten per Mail oder SMS eine Aufforderung zur Terminvereinbarung. "Diejenigen Personen, denen eine Registrierung über das Internet nicht möglich war und die sich deshalb telefonisch an uns gewandt haben, werden von uns angerufen und über die Möglichkeit der Terminvereinbarung informiert", erklärt das Landratsamt. Eine doppelte Registrierung per Internet und Telefon führe nicht zu einer Beschleunigung der Terminvergabe. Rückfragen zum voraussichtlichen Impftermin, dem aktuellen "Rang" in der Warteliste etc. könne man nicht beantworten. Das System erstellt die Reihung automatisch. Man könne den Prozess weder beeinflussen noch die Rangfolge einsehen. "Wir bitten daher dringend darum, auf Rückfragen jeglicher Art zu verzichten und die Telefonleitungen für Bürger ohne Internet freizuhalten", so Prechtl.















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