Im Juli 2008 eröffnete die Lebensmittel-Ausgabestelle im Piusheim und ein Jahr später die Filiale in Maxhütte-Haidhof. Derzeit nutzen 1200 Bedürftige die Möglichkeit, sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Für einen symbolischen Preis von drei Euro pro Einkauf. Zu den Bedarfsgemeinschaften zählen 457 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. 135 000 Einkäufe gab es seit der Gründung. 60 Lebensmittelmärkte und zahlreiche Vereine und Einzelpersonen unterstützen die Einrichtungen mit Geld- und Sachspenden.
Ein großes Lob zollte Pfarrer Hans Amann den 110 Frauen und Männern in den beiden Tafeln, die ehrenamtlich die Waren herbeischaffen, in die Kühlschränke und Regale einräumen und später verteilen. Die Erinnerung an zehn Jahre "Schwandorfer Tafel" verbindet der Geistliche mit einem Appell an den Staat, endlich seine Pflicht zu tun und die Armut zu bekämpfen. Gleichzeitig ermunterte er die Ehrenamtlichen, in der Nächstenliebe und Barmherzigkeit nicht nachzulassen. Hans Amann sehnt den Tag herbei, "an dem wir in Deutschland keine Tafeln mehr brauchen".
20 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich auf dem Müll. Dazu fällt dem evangelischen Geistlichen Arne Langbein die "wunderbare Brotvermehrung" aus der Bibel ein. Nachdem sich alle satt gegessen hatten, sammelten die Jünger Jesu noch körbeweise Reste ein. "Vertraue also auf Jesus, und du wirst schon satt". Diese Schlussfolgerung ist für Arne Langbein zu kurz gesprungen. Es bedürfe schon der Solidarität der Gesellschaft. Der Starke müsse für den Schwachen eintreten. "Diese gegenseitige Unterstützung hat es erst möglich gemacht, dass sich das Christentum verbreiten konnte", so der evangelische Pfarrer.
Nach dem ökumenischen Gottesdienst war Treffpunkt in der Spitalkirche. Dort richtete Schirmherr Landrat Thomas Ebeling den Handlungsauftrag an die Politik mit den Worten: "Der Wohlstand in Deutschland ist einzigartig in der Welt, aber noch nicht bei allen angekommen". Für zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl zeichne sich nicht ab, dass sich auch nur eine der 1000 Tafeln in Deutschland erübrigen würde. Der für das operative Geschäft zuständige Caritas-Mitarbeiter Gero Utz stellte fest: "Menschen mit niedrigem Einkommen haben es schwer, sich gesund zu ernähren und haben deshalb eine kürzere Lebenserwartung". Die "Schwandorfer Tafel" lindere die schlimmste Not und erleichtere den sozial schwachen Familien das Überleben. Gero Utz blickte zurück auf die Anfänge, als die Kreisverbände der Caritas, der Arbeiterwohlfahrt und des Bayerischen Roten Kreuzes die Trägerschaft übernommen haben. "Diese Konstellation ist bis heute einmalig in ganz Bayern", so der Diplom-Sozialpädagoge (FH). Diese drei Verbände halfen am Samstag auch zusammen und bewirteten die Gäste mit Kartoffelsuppe, Kaffee, Kuchen und Getränken.














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