Kreisobmann Josef Irlbacher wies einer Mitteilung des Bauernverbandes zufolge zunächst auf die vorgesehene Verschiebung des Verbots der betäubungslosen Kastration von Ferkel um zwei Jahre hin. Diese Zeit solle intensiv von den Beteiligten in Politik, Forschung, Landwirtschaft und dem Lebensmitteleinzelhandel genutzt werden um praktikable Lösungen zu erhalten. Die von der Politik und den Tierschutzverbänden propagierten Verfahren würden jedoch nicht über die notwendige rechtliche Zulassung oder Akzeptanz beim Verbraucher und dem Lebensmitteleinzelhandel verfügen.
Ferkelerzeuger Franz Baierl aus Kötschdorf schilderte seine persönliche Betroffenheit und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. Abgeordnete Marianne Schieder bezeichnete die Vollnarkose bei der Ferkelkastration laut Mitteilung als unpraktikabel. Die Lokalanästhesie - so wie sie in der Humanmedizin gang und gäbe ist - sah sie als ein geeignetes Mittel an. Franz Baierl betonte, dass die Ferkelerzeuger einen vertretbaren Weg benötigen, den auch die Abnehmer akzeptieren. Das Schweinefleisch dürfe nicht durch unausgegorene Möglichkeiten in den Verruf geraten.
Betriebe vor Problemen
Weiter wurden laut Schreiben des Bauernverbandes auch die zunehmenden Widersprüche bei gesetzlichen Vorgaben im Bau und Betrieb von Tierställen aufgezeigt. So stünden Tierwohlvorgaben und Wünsche nach einem Auslauf den gesetzlichen Bestimmungen in Sachen CO2-Minderung entgegen. Die Landwirte seien bereit, sich bei einer weiteren Verbesserung des Tierwohls einzubringen, stellte Kreisobmann Irlbacher dar. Das gehe aber nur, wenn die wirtschaftliche Tragfähigkeit sichergestellt werde. Momentan werden die Landwirte mit zusätzlichen, kostenträchtigen Auflagen konfrontiert. Die Mehrkosten hierfür könnten in der Kette vom Erzeuger zum Verbraucher aber nicht weitergegeben werden. In erster Linie bekommen damit kleinere und mittlere Betriebe Probleme und müssen aufgeben.
Marianne Schieder bestätigte, dass das Interesse der Verbraucher an regionalen Produkten deutlich gestiegen sei. Zudem möchte der Verbraucher wissen, wie und wo die Erzeugung stattgefunden hat. Zum Nulltarif gehe das aber nicht. Zum Bürokratieabbau und den überbordenden Dokumentationsvorgaben merkte sie an, dass Kompromisse in der Politik notwendig sind, aber oftmals nicht belohnt werden. Leider würden zwischenzeitlich immer mehr extreme Positionen gefordert und unterstützt, die der Sache nicht dienlich seien.
Umdenken nötig
Hinsichtlich einer sicheren Stromversorgung und zur Energiewende gab Schieder zu bedenken, dass verlässliche Stromnetze nötig seien. Aufgrund der in die Jahre gekommenen Stromnetze sei eine Ertüchtigung und in Teilen ein Leitungsneubau unabdingbar. Die Teilnehmer am Abgeordnetengespräch wiesen auch auf die Notwendigkeit eines Umdenkens beim Flächenverbrauch und der Inanspruchnahme von landwirtschaftlicher Nutzfläche für Wohn- und Gewerbe-, beziehungsweise Industriegebiete hin. Im Gegensatz zu einem dauerhaften Entzug von Äckern und Wiesen für Ausgleichsmaßnahmen setze der BBV Schwandorf auf vertragliche Lösungen mit Extensivierungsmaßnahmen, die auch eine Wertschöpfung für den Landwirt vor Ort zulassen. Kreisbäuerin Sabine Schindler sprach auch einige Anliegen der Landfrauen, von der ärztlichen Versorgung auf dem Land bis hin zur schulischen Ausbildung, an. Der Austausch mit Marianne Schieder soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden.













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