Schwandorf
25.07.2023 - 13:58 Uhr
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Auf digitalen Wegen gegen Leerstände in Schwandorf

Mit neuen Ideen will die Stadt Schwandorf Leerstände bekämpfen. Die Stadträte billigen das Konzept der Stabstelle „Wirtschaftsförderung“ bei der Stadtratssitzung – auch wenn sie sich davon nicht allzu viel versprechen.

Schwandorf hat ein Leerstandsproblem und will es mit Hilfe eines digitalen Katasters lösen. Bild: Hirsch
Schwandorf hat ein Leerstandsproblem und will es mit Hilfe eines digitalen Katasters lösen.

Die Stadt Schwandorf nimmt das EU-Förderprogramm zur Linderung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie in Anspruch und richtet ein digitales Leerstandsmanagement ein. Oberbürgermeister Andreas Feller sieht in der Digitalisierung „einen Schritt nach vorne“ und betonte bei der Stadtratssitzung am Montag im Konrad-Max-Kunz-Saal: „Mit einer übersichtlichen Darstellung der Leerstände wollen wir Interessenten ein Angebot machen und den Kontakt zu den Anbietern erleichtern“.

Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Franz Schindler ist das Leerstandsproblem „nicht digital, sondern analog“. Er machte den Oberbürgermeister persönlich dafür verantwortlich, „dass man bei den maroden Meierhofer-Häusern in der Friedrich-Ebert-Straße keinen Millimeter vorankommt“.

Keine große Hoffnung

„Wir lehnen das Konzept natürlich ab“, erklärte AfD-Sprecher Reinhard Mixl. Er hält es für keine gute Lösung, die Schaufenster der Leerstände mit Kunstwerken zu schmücken und damit die Defizite zu kaschieren. Die übrigen Fraktionen stimmten der Schaffung eines digitalen Katasters zu, auch wenn sie davon keine allzu große Wirkung erwarten.

Die Umsetzung des Konzeptes liegt bei der Stabstelle „Wirtschaftsförderung“, die Leerstände in ein Kataster aufnimmt und digital gestützte Nachmietungsprozesse einleitet. „Das Projekt soll zu einer besseren Kommunikation zwischen den Interessensgruppen beitragen“, nennt City-Managerin Natalie Schmiede das Ziel. Eigentümer melden ihre leerstehende Immobilie der Verwaltung, die die Daten einpflegt und eine kartenbasierte Darstellung ins Netz stellt.

Der Stadtrat billigte bei der Sitzung einstimmig das Strategiekonzept zur „Integrierten Städtebaulichen Entwicklung“ (ISEK), das unter dem Motto steht: „Schwandorf – nach innen stärken und nach außen wirken“. Das beauftragte Planungsbüro sieht die Große Kreisstadt auf einem guten Weg zu einem Oberzentrum. Doch Oberbürgermeister Andreas Feller dämpft die Hoffnung und stellt fest: „Aktuell erfüllen wir nur die Voraussetzungen für ein Mittelzentrum“.

Flächen für Windräder

Die Stadt möchte den Ausbau der Windenergie unterstützen und hat im Waldgebiet rund um den Scheckenberg sowie bei Siegenthan und Wöllmannsbach Flächen zum Bau von Windrädern ausgewiesen. Während der Sitzung am Montag bekamen drei Unternehmen die Möglichkeit, ihre Planungskonzepte vorzustellen. Den Stadträten geht es vor allem um die Beteiligung der Bürger, um die regionale Wertschöpfung und Steuereinnahmen.

Die Firmenvertreter versprachen Transparenz und Dialogbereitschaft, „um zu einer vernünftigen Lösung zu kommen und gemeinsam die Zukunft der Energiewende zu gestalten“. In nichtöffentlicher Aussprache entschied sich das Stadtparlament für einen der drei Anbieter. „Mit ihm werden wir Kontakt aufnehmen und das weitere Vorgehen besprechen“, erklärt Oberbürgermeister Andreas Feller den nächsten Schritt.

Hintergrund:

Kommunale Immobilienplattform

  • City-Managerin Natalie Schmiede ist verantwortlich für das digitale Leerstandsmanagement.
  • Die Immobilienplattform informiert Gewerbetreibende über Lage, Größe und Mietpreise einer Immobilie.
  • Die Stadt sieht im Internetauftritt einen Bürgerservice und ein Standortmarketing.
  • Die Mehrzahl der Stadträte sieht die Wirkung der Internetplattform allerdings skeptisch.
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