Die Zahlen aus dem Landratsamt in Schwandorf klingen dramatisch: Am Montag und Dienstag kamen im Landkreisgebiet 204 neue Fälle hinzu. Und es kommt noch heftiger: Bis Mittwochmittag vermeldete das Gesundheitsamt bereits weitere 180 Neuinfektionen. Im Laufe des Nachmittags (Stand gegen 16 Uhr) kamen nochmals 90 hinzu. Zugleich mussten zu Wochenbeginn vier Sterbefälle im Zusammenhang mit einer Covid-Infektion vermeldet werden. Verstorben sind drei zuhause lebende Personen der Jahrgänge 1956, 1947 und 1937. Zudem verstarb eine in einer Senioreneinrichtung lebende Person (Geburtsjahr 1939). Aufgrund dieser großen Zahl an Neuinfektionen stellt das Gesundheitsamt seine Informationspolitik gegenüber Neuinfizierten um. Ab sofort werden Neuinfizierte per Post über die weitere Vorgehensweise informiert und nicht mehr angerufen, teilte der amtierende Sprecher des Landratsamtes, Manuel Lischka, mit.
Von Dienstag auf Mittwoch fiel die Inzidenz von 565,7 auf 533,4. Angesichts der überaus hohen Anzahl an neuen Fällen ist dieser Inzidenzrückgang nur von kurzer Dauer. Für Donnerstag ist ein kräftiger Anstieg des Wertes zu erwarten. Von einem Corona-Ausbruch ist auch eine Senioreneinrichtung in Oberviechtach betroffen.
Der Andrang im Impfzentrum in Nabburg ist derweil riesig und sprengt sämtlich Kapazitäten. Zur „freien Sprechstunde“ am Mittwoch von 13 bis 16 Uhr war die Warteschlange bereits vor Öffnung länger als je zuvor. Das Impfzentrum arbeitet laut Landratsamt weit über der Kapazitätsgrenze und setzt alles daran, die Situation in den Griff zu bekommen. Da es jedoch zu Irritationen und Problemen im Impfzentrum kam, wurde nochmals betont: Die freien Sprechstunden sind lediglich für Erst- und Zweitimpfungen. Für Drittimpfungen muss aus logistischen Gründen ausnahmslos ein Termin vereinbart werden.
Insgesamt wurden in der letzten Woche an den Schnellteststationen des BRK und der Johanniter im Landkreis Schwandorf 772 Testungen gemacht. Dies entspricht fast genau dem Wert der sieben Tage zuvor (773). Die Testungen trugen 35 positive Fälle zutage, wodurch sich eine Positivquote von 4,53 Prozent ergibt (Vorwoche: 2,72). Die allgemeine Entwicklung schlägt sich somit auch weiterhin und überaus deutlich in den Ergebnissen der Schnelltestungen nieder. Gemäß einer Anpassung der Corona-Testverordnung gibt es seit 13. November wieder kostenlose Tests für alle Bürger. Als Folge der Anpassung der Testverordnung sowie der steigenden Zahl an Neuinfektionen rechnen die Behörden mit einer beständig hohen Nachfrage an Schnelltestungen. Entsprechend wurden neue Testkontingente eingestellt. Allerdings sind auch diese sicherlich bald erschöpft. Grundsätzlich gilt nach wie vor an den Teststationen: Wer einen Termin gebucht hat, kann zuverlässig davon ausgehen, getestet zu werden. Ohne Terminbuchung kann die Testung nur im Rahmen von freien Kapazitäten erfolgen. Grundsätzlich ist an den Teststellen bei steigender Auslastung mit Wartezeiten zu rechnen.
Aufgrund der langen Warteschlangen vor dem Nabburger Impfzentrum an den terminlosen Sprechstunden machen manche Wartende ihrem Unmut immer wieder lautstark Luft. "Der Unmut ist auch durchaus nachvollziehbar. Allerdings ist unser Impfzentrum nur ein staatliches Ergänzungsangebot zu den niedergelassenen Ärzten und ist nicht auf einen derartigen Ansturm ausgelegt. Zudem weisen wir darauf hin, dass die offenen Sprechstunden lediglich als niedrigschwelliges Impfangebot für Erst- und Zweitimpfungen dienen. Für Auffrischungsimpfungen werden feste Termine vergeben, wodurch die Wartezeit wie auch in der Vergangenheit sehr kurz ist", sagte Lischka dazu. Booster-Termine können sowohl online unter www.impfzentren.bayern als auch telefonisch unter der bekannten Nummer gebucht werden.
Die Zahl der Impfungen steigt deutlich an und bringt das Team weit über die Kapazitätsgrenze. Nach 600 Impfungen vor zwei Wochen und 900 vor einer Woche wurden in den letzten sieben Tagen im Impfzentrum in Nabburg 1450 Mal Vakzine gegen das Coronavirus verabreicht. Dabei handeltr es sich um 250 Erst-, 400 Zweit- und 800 Booster-Impfungen. Die Hausärzte haben in diesen sieben Tagen 1990 Impfungen verabreicht.
Die Öffnungszeiten des Impfzentrums in den nächsten Tagen sind: Donnerstag, 18. November, ganztags nur mit bereits vereinbartem Termin; Freitag, 19. November, 14 bis 17 Uhr (ohne Termin); Samstag, 20. November, geschlossen; Sonntag, 21. November, 9.30 bis 12.30 Uhr (ohne Termin); Montag, 22. November, geschlossen; Dienstag, 23. November, ganztags nur mit bereits vereinbartem Termin.















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