17.05.2018 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Bierprobe vor dem Dultstart Drei Schläge und Beifall

Irgendwann vor gut drei Jahrzehnten wird der nicht sehr originelle Begriff "Schwandorfer Pfingstsud" in die Buden- und Zeltstadt am Naabufer gepflanzt. Das damit gemeinte Volksfestbier bekommt heutzutage viel farbigere Beschreibungen. Zum Beispiel diese: "mit strahlendem Goldton".

Bürgermeisterin Martina Engelhardt-Kopf zapfte das Holzfass bei der Bierprobe für das Volksfest an. Bild: Götz
von Autor HOUProfil

Schwandorf/Naabeck. Alles so wie immer: Bierprobe vor dem Dultstart am Krondorfer Anger, ein grün bekränztes Holzfass mit Inhalt aus der Naabecker Schlossbrauerei. Doch eine Neuerung gab es, als zur Verkostung ins Gasthaus Beer geladen war. Denn mit Bürgermeisterin Martina Engelhardt-Kopf zapfte erstmals in der langen Bierproben-Tradition eine Frau an. Sie entledigte sich dieser Aufgabe mit drei Schlägen und bekam Beifall für diese respektable Leistung.

Noch bevor aber das Volksfestgetränk in die Krüge floss, hielt Brauereichef Wolfgang Rasel eine bemerkenswerte Rede. Dabei stellte sich heraus: Der an sich profane Begriff Bier kann so attraktiv beschrieben werden wie die Speisekarte eines Sternekochs. Der Bräu, wie man Unternehmer wie Rasel in Bayern zu bezeichnen pflegt, sprach von einem "sonnigen Bier für Leib und Seele." Er lobte die Handwerkskunst von Braumeister Eric Kulzer und beschrieb die Farbe des Trunks als "strahlenden Goldton".

Natürlich gehörten auch klare Fakten dazu: 12,8 Prozent Stammwürze, 5,4 Prozent Alkohol. Der Naabecker Brauer arbeitete mit Hopfen aus der Hallertau und aus Tettnang, er bediente sich - wie Rasel mit Stolz vermeldete - des hauseigenen Hefe-stamms und des für die Sudkessel sprudelnden Naabecker Quellwassers. Eineinhalb Monate brachte das Bier im Lagerkeller zu, eine weitere Woche im Gärkeller. Gut gereift also, bis es an die Zeltschänke gelangt.

Wolfgang Rasels Beschreibung ging noch weiter. Er lenkte die Blicke auf eine weiße Schaumkrone, war sehr zufrieden mit dem "fein würzigen Bukett", erwähnte ein "ausgewogenes Malzaroma mit leicht blumiger Hopfennote und spürbarer Bittere". Besser hätte auch Baron Rothschild seinen in der Nähe von Schwandorfs südfranzösischer Partnerstadt Libourne hergestellten Wein nicht in Szene setzen können. Danach durfte verkostet werden. Wolfgang Rasel und seine Ehefrau Sibylle prosteten den Gästen zu. Unter ihnen Landrat Thomas Ebeling, Festwirt Gerhard Böckl, Brauereigeschäftsführer Peter Neidl, zahlreiche Stadträte und Amtsleiter des Rathauses.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.