Seit 1959 geht der Ehrenvorsitzende des Jägervereins St. Hubertus Schwandorf auf die Jagd. "Er gilt als eine der bekanntesten Jägerpersönlichkeiten im Landkreis", versicherte Landrat Thomas Ebeling in seiner Laudatio. Herbert Krauthann habe die untere Jagdbehörde stets fachkundig beraten und dabei gleichzeitig die Bedürfnisse der Jägerschaft vertreten. Seit 1977 ist er Mitpächter im Gemeinschaftsjagdrevier Taxöldern und seit der Gründung der Hegegemeinschaft Neunburg v.W. deren Leiter.
Am 6. Januar 1973 wurde Krauthann zunächst zum stellvertretenden Jagdberater im Landkreis Schwandorf bestellt. Nach dem Tod von Emmeran Schwarz rückte er 2002 an die Spitze auf, beriet die Jäger, die Jagdgenossen, Politiker und Behördenvertreter in jagdlichen Angelegenheiten und zog bei den Hegeschauen regelmäßig Bilanz. Seit 50 Jahren ist Krauthann Mitglied im Landesjagdverband, über 20 Jahre führte er den Jägerverein St. Hubertus Schwandorf. Bei seinem Rückblick stellte der passionierte Waidmann fest: "Die Jagd hat sich tiefgreifend verändert." Der Jäger sehe sich zunehmend den Angriffen "fachfremder Ideologen" ausgesetzt.
Herbert Krauthann freute sich über die Auszeichnung, die er "auf seine alten Tage" noch erhalten habe. Sie sei Verpflichtung, sich weiterhin für Wild und Wald und zum Wohle der Allgemeinheit einzusetzen. Er sei trotz seines hohen Alters immer noch in der Lage, die Jagd auszuüben. Unter den Waidmännern gebe es auch "schwarze Schafe", sagte der Ehrenjagdberater, "aber die Mehrzahl verhält sich ehrfurchtsvoll vor der Natur".
"Nichts mehr, wie früher"
Stellvertretend für die Veränderungen bei der Ausübung der Jagd nannte Herbert Krauthann das Problem des Schwarzwildes. Im Jahr 1982/83 wurden im Landkreis 27 Sauen erlegt, 2018 waren es dagegen über 2000. Würden die Aufgabe der Schwarzwild-Regulierung nicht ehrenamtliche Jäger übernehmen, müsste man, so wie in der Schweiz, hauptberufliche Schützen einsetzen. Seit 1986 gebe es die Verbissgutachten, "bei denen die Reviere im Landkreis regelmäßig sehr gut abschneiden". Wald und Wild befinden sich im Landkreis Schwandorf im Gleichgewicht. "In der Natur ist nichts mehr so, wie es früher war", beobachtet Herbert Krauthann. Die Biotope stimmten nicht mehr, der Klimawandel sei in vollem Gange. Sein Dank galt den Mitarbeitern der unteren Jagdbehörde für das angenehme Miteinander. Herbert Krauthann war in Begleitung seiner Tochter Cornelia gekommen.
Ehrenzeichen von Söder
Bezirksvorsitzender Alexander Flierl gratulierte persönlich und im Namen der gesamten Jägerschaft. Er zollte Krauthann Respekt, würdigte dessen Sachkunde und bescheinigte ihm in Konfliktsituationen Fingerspitzengefühl. Die Jägerschaft habe Krauthann viel zu verdanken. Kreisvorsitzender Hans Vornlocher bezeichnete den Ehrenjagdberater als "Synonym für positive Jagd". Sein Dank galt auch Monika Fleischmann, die 46 Jahre bei der unteren Jagdbehörde gearbeitet habe und nun in den Ruhestand trete. Vornlocher bescheinigte ihr "große Fachkompetenz". Krauthann liegt eine Einladung des bayerischen Ministerpräsidenten zu einem Festakt im Aufseß-Saal des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg vor. Dort will ihm Markus Söder das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten persönlich überreichen.
Nach dem Abitur an der Oberrealschule in Cham trat Herbert Krauthann 1953 in die bayerische Finanzverwaltung ein und kam nach neunjähriger Tätigkeit am Finanzamt Hersbruck im Jahre 1965 nach Schwandorf. Dort war der Steueroberamtsrat bis zur seiner Pensionierung 1999 Leiter des Hauptsachgebiets "Einkommenssteuer und Ausbildung". Von 1966 bis 1985 war Krauthann außerdem nebenamtlicher Dozent an der Landesfinanzschule Herrsching und von 1970 bis 1983 Ortsvorsitzender der bayerischen Finanzgewerkschaft. Zum Nachfolger wählten die Delegierten der Kreisgruppe den bisherigen stellvertretenden Jagdberater Günther Hoffmann aus Maxhütte-Haidhof. Neuer Stellvertreter ist nun Gunter Stangl aus Nittenau.













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