09.08.2018 - 15:58 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Einmal Eden und zurück

Theresa Frey verbringt dank des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) ein Schuljahr in den USA. Ihr Resümee: "Ich würde es jederzeit wieder machen." Allerdings freut sie sich, "Jetzt wieder fest mitdenken" zu dürfen.

Theresa Frey (Zweite von links) und ihre Gastfamilie bei der Abschlussfeier an der High School in Amerika.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

(doz) Das amerikanische Schulwesen ist mehr auf selbstorganisiertes Lernen ausgelegt. In Deutschland sei doch alles strukturierter. Zudem gibt's einen festen Stundenplan. In den Vereinigten Staaten sind die Schüler viel freier. Englisch, Sport und amerikanische Geschichte sind für Theresa Pflicht. Ansonsten dürfen die Schüler wählen. Die 18-Jährige hat sich zum Beispiel für Spanisch und einen Kunstkurs entschieden.

Aber nicht nur was den individuellen Stundenplan angeht, gibt es enorme Unterschiede zwischen Deutschland und den USA. Hierzulande sind die Menschen viel direkter, sagt Theresa. In Amerika sagen die Einheimischen vieles "durch die Blume". Das hat die 18-Jährige in den USA oft selbst erlebt. Zudem glauben die Amerikaner immer noch, dass ein Toastbrot ein richtiges Brot sei, was bei der Oberpfälzerin noch heute für Kopfschütteln sorgt. Das Essen sei in den USA ohnehin nicht so vielfältig. "Wobei ich zu einem Burger grundsätzlich nicht Nein sagen würde", versichert die Diendorferin (Ortsteil von Nabburg). Allerdings sei gesundes Essen in den USA schlicht teuer.

All die Erfahrungen machte die 18-Jährige bei ihrem Aufenthalt in Amerika. Theresa bekam dank des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) die Möglichkeit, ein Jahr in den USA zu verbringen. Marianne Schieder engagiert sich für das Programm, seit sie im Bundestag ist. Dafür können sich Schüler und junge Berufstätige jedes Jahr bewerben. Meist sind es laut Schieder Gymnasiasten, aber auch Realschüler und Jugendliche der FOS/BOS versuchen, die Chance wahrzunehmen.

Bei Theresa hat es geklappt. Nachdem sie auf der Realschule Nabburg ihren Abschluss gemacht hatte, entschied sie sich, die FOS in Schwandorf zu besuchen. Nach der elften Klasse folgte das Austauschjahr in Eden, einem Ort, der etwa eine halbe Stunde Autofahrt von Buffalo entfernt liegt. Für Theresa Frey entschied sich Schieder, die bei der Auswahl das letzte Wort hat, aus mehreren Gründen. Natürlich zählen dazu die guten Leistungen in der Schule. Aber auch das Engagement der 18-Jährigen. Theresa ist im Jugendblasorchester Nabburg aktiv (sie spielt Tenorsaxofon), war lange bei der Wasserwacht und hat sich in der Realschule beim Freizeit-Tutorium sowie bei der Girls-Day-Academy engagiert. Hinzu kommt, dass Theresa drei Geschwister hat. Laut Schieder kommen "fast immer Jugendliche mit vielen Geschwistern" zum Zug.

Ein Jahr von Zuhause weg, ist natürlich auch nicht ohne. Theresa sagt aber: "Man muss sich einfach trauen." Natürlich vermisse man die Familie und die besten Freunde. Allerdings habe die 18-Jährige viel Zeit damit verbracht, sich im Vorfeld mental darauf vorzubereiten. Zudem hat die Gastfamilie Theresa herzlich aufgenommen. Sie sind oft gemeinsam Essen gegangen, haben Weihnachten und den Schulabschluss zusammen gefeiert. Zum Abschluss spielte Theresa in einem Musical mit: "Mary Poppins". Zwar hatte die Oberpfälzerin nur eine kleine Nebenrolle, sagt aber: "Ich war geflasht." In diesem Schuljahr macht Theresa ihren FOS-Abschluss. Danach will sie studieren. Ihr Ziel ist es, einmal als Lehrerin für Englisch und Biologie an einem Gymnasium zu unterrichten.

Stipendium:

Austauschprogramm

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm gibt seit 1983 jedes Jahr Schülern sowie jungen Berufstätigen die Möglichkeit, mit einem Stipendium des Deutschen Bundestages ein Austauschjahr in den USA zu erleben. Zeitgleich sind junge US-Amerikaner zu Gast in Deutschland. Das PPP ist ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des US-Congresses . Die Bewerbungsfrist für das 36. PPP 2019/20 dauert noch bis 14. September 2018. www.bundestag.de/ppp

PPP

Ralf Bormann, der Leiter des Beruflichen Schulzentrums Oskar-von-Miller, Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder und Theresa Frey (von links) sprachen über das Austauschprogramm.

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