19.07.2019 - 13:28 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Einsatz für die Artenvielfalt

Eva-Maria Bäuml besucht die Landwirtschaftsschule in Nabburg und ist mit Leib und Seele Bäuerin auf dem elterlichen Hof in Gögglbach. Für ihren großen Einsatz für die Artenvielfalt bekommt sie nun einen Preis.

Regierungspräsident Axel Bartelt beglückwünscht Projektsiegerin Eva-Maria Bäuml (rechts). Links Behördenleiter Georg Mayer, daneben der Zweitplatzierte Thomas Blödt.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die ehemalige bayerische Milchprinzessin Eva-Maria Bäuml setzt sich für den Artenschutz ein und legt auf dem elterlichen Hof in Gögglbach Blühstreifen und Lesesteinhaufen für Insekten und Niederwild an. Für dieses Engagement überreichte ihr Regierungspräsident Axel Bartel am Donnerstag einen Preis.

Noch vor dem Bürgerbegehren "Rettet die Bienen" starteten die Studierenden der Landwirtschaftsschule Nabburg das Projekt "Aktiv für die Artenvielfalt". Sie stellten Analysen zur Biodiversität auf ihren Betrieben an und überlegten sich geeignete Maßnahmen für den Tier- und Pflanzenschutz. Als Ansporn lobte der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung für die drei besten Projekte Geldpreise von insgesamt 200 Euro aus, die Vorsitzender Florian Märkl und Geschäftsführer Georg Mayer gemeinsam mit dem Regierungspräsidenten überreichten. Siegerin Eva-Maria Bäuml hat neben der Weide für die Milchkühe in Gögglbach Altgras- und Blühstreifen für die Insekten und einen Lesesteinhaufen für das Niederwild angelegt, an dem sie regelmäßig Rebhühner und Hasen beobachtet.

Den zweiten Platz belegte Thomas Blödt, der in der Nähe des elterlichen Betriebes in Guteneck ein Insektenhotel gebaut, einen Lesesteinhaufen angelegt und eine Hecke gepflanzt hat. Das Projekt von Andrea Bruckner belegte den dritten Platz. Sie legte Altgrasstreifen an, hielt den doppelten Getreidereihenabstand ein und legte ebenfalls einen Lesesteinhaufen an.

Beeindruckt von Qualität

Zur Preisverleihung kam am Donnerstag Regierungspräsident Axel Bartel auf den Hof von Georg Bäuml in Schwandorf-Gögglbach und betonte: "Ich bin der Überzeugung, dass Biodiversität nicht nur ein Thema der Landwirtschaft ist, sondern eine vielschichtige Betrachtung braucht". Nicht nur die Landwirte, jeder Einzelne sei gefordert. Der Regierungspräsident freute sich, "dass sich die Landwirte nicht in den Schmollwinkel zurückziehen, sondern offensiv auf die Bevölkerung zugehen." Mit einer Million Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche im Kulturlandschaftsprogramm, davon 360 000 Hektar mit Schwerpunkt Biodiversität in Bayern, beweisen die Landwirte, dass sie die Wünsche der Gesellschaft ernst nehmen, betonte Axel Bartelt. Er machte den "junge Landwirten von morgen" ein Kompliment für das Engagement zum Nutzen der Natur und Umwelt und zeigte sich beeindruckt von der Qualität der Projekte.

Der Leiter der Landwirtschaftsschule Nabburg, Georg Mayer, holte sich zur Umsetzung den Rat des Wildlebensraumberaters Balduin Schönberger ein. Dieser zeigte den Studierenden eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Nahrungs- und Lebensraumverbesserung auf und gab ihnen Tipps für die Umsetzung im eigenen Betrieb. Anschließend machten sich die Teilnehmer daran, Blühflächen, doppelte Getreidereihenabstände, Lerchenfenster, Niederwildnischen, Hecken und Lesesteinhaufen zu schaffen, und machten sich Gedanken zur Vernetzung der Biotope. "Bei der Projektumsetzung haben die Jugendlichen in Eigenverantwortung gearbeitet", lobte Georg Mayer das Engagement der angehenden Landwirte. Die Kosten übernahmen die jeweiligen Betriebe selbst.

Betrieb besichtigt

Der Regierungspräsident nahm sich am Donnerstag Zeit für die Besichtigung des Betriebes von Georg Bäuml, der Milchkühe in einem Laufstall und auf der Weide hält, ein automatisches Melksystem betreibt und Milch nach den Vorgaben des Markenprogramms "Ein gutes Stück Bayern" liefert. Im Anschluss daran stattete Axel Bartelt dem Betrieb von Apollonia und Josef Brunner in Schwandorf-Richt einen Besuch ab und informierte sich dort über die Direktvermarktung im Hofladen, den Kartoffelanbau und die Haltung von Mastschweinen auf Stroh.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.