17.07.2019 - 11:13 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Elisabethenheim Schwadorf: Kosten für Unterbringung steigen

Das Elisabethenheim stellt dringend benötigtes Personal ein. Viereinhalb Planstellen kommen hinzu. Dafür steigen die Kosten. Um mindestens 175 monatlich für jeden Bewohner.

Das Elisabethenheim rüstet sich für die Zukunft. Das Personal wird aufgestockt, gleichzeitig steigen die Kosten für eine Heimunterbringung.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Ein Platz im Elisabethenheim wird erheblich teuerer. Für Menschen mit der Pflegestufe zwei bis fünf steigen die Kosten laut Egon Gottschalk zum 1. August um mindestens 175 Euro im Monat. Das entspricht, vom Heimleiter geschätzt, 5,5 Prozent Mehrkosten. Allerdings ist der Eigenanteil noch höher, um acht bis neun Prozent.

Die Gebühren erhöhen sich aus unterschiedlichen Gründen. Der gewichtigste dabei: Das Elisabethenheim stockt um 4,5 Planstellen auf. Nur so kann laut Gottschalk die sehr hohe Arbeitsbelastung des aktuellen Personals abgedämpft werden. Außerdem schlagen Personalkostensteigerungen und die allgemeine Preisentwicklung zu Buche. So seien etwa Strom und Nahrungsmittel teuerer geworden. "Objektiv ist das (die Erhöhung, Anm. d. Red.) sehr viel", sagte Gottschalk. Aber vor allem weil zusätzliches Personal dringend notwendig sei und sich die Pflegekassen nicht an den Zusatzkosten beteiligen (die Pauschale für Pflegebedürftige ist gedeckelt), sei die Erhöhung so hoch. Allerdings seien alle Bewohner über die Situation informiert worden, 40 Prozent hätten bereits eine Zustimmungserklärung unterschrieben.

200 Euro angepeilt

Erst kurz vor der Sitzung des Alten- und Pflegeheimausschusses am Montagnachmittag hat Gottschalk das Ergebnis der Pflegesatzverhandlungen, die einmal im Jahr über die Bühne geht, per E-Mail bekommen. Der Geschäftsführer hatte in Verhandlungen mit der Pflegekasse und die Regierung der Oberpfalz eine Erhöhung um 200 Euro angepeilt. Pflegeheime dürfe ihre Heimentgelte nicht frei definieren. Da dieser Betrag um 25 Euro unterschritten wird und das Verhandlungsergebnis noch recht frisch war, wollte Gottschalk den Ausschussmitgliedern keine Empfehlung geben. Der Heimleiter peilt einen höheren Betrag an, um die Kosten zu bewältigen und erwägt deshalb, das Schiedsgericht einzuschalten. Jedenfalls ermächtigte das Gremium Gottschalk, das eventuell zu tun, und die Gebührenerhöhung vorzunehmen.

Aufnahmestopp

Gottschalk berichtete außerdem von einem unangemeldetet Besuch der Heimaufsicht, der jährlich mindestens einmal stattfindet. "Es gab keine schwerwiegenden Mängel", erklärte er. Beanstandet wurde, dass eine Mitarbeiterin zu lange und lackierte Fingernägel hatte, dass bei zwei Medikamenten das Anbruchdatum nicht festgehalten worden war und dass bei zwei Bewohnern die Dosierung eines Abführmittels nicht gepasst habe. Bei der Kontrolle konnte erneut die Fachkraftquote von 50 Prozent nicht erreicht werden. Ein Umstand, der schon länger herrscht und schlicht dem geschuldet ist, dass die Pflegeheime im allgemeinen kein Fachpersonal finden. Es ist also kein Schwandorf spezifisches Problem. Allerdings führte die nicht erreichte Quote dazu, dass laut Gottschalk dadurch "ein freiwilliger Aufnahmestopp erzwungen wurde". Für die aktuellen Bewohner soll es im Zuge der laufenden Instandhaltung optische Verbesserungen geben. Flure, Zimmer und der Eingangsbereich sollen farblich gestaltet werden. Handläufe, Säulen und Türen stehen dabei im Fokus. Die Farben sollen vor allem sehbehinderten Bewohnern zugute kommen.

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