08.10.2020 - 18:56 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Endspurt auf A-93-Baustelle bei Schwandorf: Zeit der "Spiegelklatscher" bald vorbei

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"Es läuft, und es wird leiser": Mit diesem Versprechen geht es in den Endspurt auf der A-93-Baustelle bei Schwandorf. Noch Ende Oktober können Autofahrer die neue Asphaltdecke testen. Zwei Faktoren sorgen für Spannung.

55.000 Tonnen Asphalt sorgen ab Ende Oktober für ein glattes Vorankommen auf der A 93 bei Schwandorf in Fahrtrichtung Regensburg. Und leiser soll dieser Abschnitt dann auch sein dank lärmtechnisch optimiertem Splitt-Mastix-Asphalt.
von Monika Bugl Kontakt Profil

"Wir sind in der Termin-Schiene", beruhigt Baurat Siegfried Jarowy von der Autobahndirektion Nordbayern ungeduldige Verkehrsteilnehmer, die in den vergangenen Wochen auf der A 93 zwischen Schwandorf Nord und Steinberg nur Tempo 80 fahren konnten oder gar im Stau landeten. Vorübergehend waren auch Aus- oder Einfahrten gesperrt. Ab Freitag ist die Anschlussstelle Schwandorf-Süd blockiert, bis voraussichtlich Montag, 12. Oktober, 6 Uhr, bleibt sie dicht. Auf dem 7,5 Kilometer langen Streckenabschnitt, der seit 24. August von Baufirmen beackert wird, hat der Endspurt begonnen.

Besser versetzt fahren

Zwar fließt der Verkehr seit Einrichtung der Baustelle auf vier Spuren, doch die Bahnen sind eng. Vor allem Kleinunfälle sind es, die an solchen Punkten dann immer wieder zu Staus führen. "Spiegelklatscher" nennt der Sachgebietsleiter Jarowy solche Fälle, wenn Autofahrer die Breite ihres Fahrzeugs unterschätzen, den Vorschlag zum versetzten Fahren in den Wind schlagen und unbedingt einen Lastwagen überholen müssen. "Viele kalkulieren dabei ihre Seitenspiegel nicht mit ein", weiß der Fachmann und rät, da mal mit dem Zollstock nachzumessen. Zwar gebe es durchaus ein paar Modelle, die zwei Meter unterschreiten, "die meisten Leute fahren aber doch lieber einen SUV".

Solche Kollisionen sind vorbei, wenn Ende Oktober wieder auf voller Breite der Verkehr fließt. Die Hauptphase der Sanierung auf dem Abschnitt in Richtung Regensburg ist dann abgeschlossen. Was noch folgt ist eine Woche, in der die Verkehrsführung rückgebaut wird. Außerdem brauchen die Baufirmen noch etwas Zeit für die Installation von Leitplanken und den Ausbau der Nothaltebuchten. 7,5 Millionen Euro hat die Autobahndirektion Nordbayern dann investiert. Sie stecken in den drei Schichten, die für die nächsten 25 Jahren ein glattes Vorankommen garantieren sollen: Asphalt-Tragschicht, Binderschicht und Deckschicht.

Wir bauen hier lärmtechnisch optimierten Splitt-Mastix-Asphalt ein. Das bedeutet drei Dezibel weniger.

Baurat Siegfried Jarowy

Baurat Siegfried Jarowy

"Die Frostschutzschicht bleibt", erklärt der zuständige Projektleiter, der sich am Mittwoch selbst von den Fortschritten auf der Baustelle überzeugt hat und weiß, wie viel Material dafür bewegt werden muss. 55.000 Tonnen Asphalt sind das. 2100 Sattelzüge müssen damit die Baustelle anfahren. "Der Länge nach aufgereiht wäre das eine Lkw-Schlange von 38 Kilometern", verdeutlicht Jarowy, der in dieser Sache noch eine gute Nachricht im Gepäck hat: Von Schwandorf- Nord bis hin zur Unterführung der Kreisstraße SAD 2 wird ein lärmtechnisch optimierter Splitt-Mastix-Asphalt verbaut. "Das bedeutet drei Dezibel weniger", sagt der Fachmann. "Gefühlt ist der Verkehr dann halb so laut."

Kaum Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie auf die Baustelle. Kurzzeitig musste die Strabag AG nach Bekanntwerden der Covid-19-Infektion eines Mitarbeiters zwar für drei Tage pausieren, aber es sei schnell gelungen, Ersatzpersonal zu beschaffen. "Beim Arbeiten im Freien ist man ja eigentlich nicht sehr gefährdet, der gefährlichste Platz ist bei der Brotzeit im Bau-Container, der auch nicht gu

Pause durch Corona

t zu lüften ist", gibt Jarowy zu bedenken. Aktuell geht sein Blick eher in Richtung Wetterbericht: "Solange Asphalt eingebaut wird, ist der Regen unser größter Feind." Das könne schon noch zu Verzögerungen führen, "aber wir sind da immer Optimisten".

Bis der Verkehr wieder in voller Breite fließen kann, ist vor allem zu den Stoßzeiten früh und abends mit Staus zu rechnen. Ein Fahrstreifen reicht eben nur für 1500 Fahrzeuge pro Stunde, zu Spitzenlastzeiten seien es auf der A 93 etwa 4000. Aber für alle, die auch ohne Stau ganz dringend das Gaspedal durchdrücken wollen, hat der Sachgebietsleiter von der Autobahndirektion ausgerechnet, wie groß der Zeitverlust bei Tempo 80 statt 130 auf dem 7,5 Kilometer langen Abschnitt im Normalfall wirklich ist. Er kommt auf etwa zwei Minuten.

Baurat Siegfried Jarowy ist zuversichtlich, dass die Autobahnbaustelle auf der A 93 bei Schwandorf bis Ende Oktober größtenteils abgeschlossen ist. In den nächsten Jahren sind allerdings sukzessive weitere Abschnitte an der Reihe.
Corona hat der Baustelle auf der A 93 vor kurzem auch ein paar Tage Zwangspause beschert.
A-93-Sanierung in Zahlen:

54 Millionen Euro für den Landkreis

  • Umfang: Heuer Sanierung eines 7,5 Kilometer langen Abschnitts zwischen Schwandorf-Nord und Schwandorf-Süd. Verarbeitung von 9000 Kubikmetern oder 55.000 Tonnen Asphalt.
  • Firmen:Decken- und Brückenbau durch die Strabag AG, Verkehrssicherung durch AVS, Schutzplanken durch Volkmann & Rossbach.
  • Investition: 7,5 Millionen Euro. Insgesamt 54 Millionen Euro für den gesamten Streckenabschnitt zwischen Schwarzenfeld und Ponholz in beiden Fahrtrichtungen mit insgesamt 44 Kilometern; geplant bis 2025 -vorausgesetzt die Haushaltsmittel stehen zur Verfügung.
  • Zeitplan: Ende Oktober Öffnung des sanierten Abschnitts für den Verkehr, dann noch eine Woche für Rückbau der Verkehrsführung und zwei Wochen für Montage der Schutzplanken. 2021 Fortsetzung der Sanierung von Schwandorf-Süd bis Teublitz, ab 2022 dann Bearbeitung der entsprechenden Abschnitte Richtung Norden.

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