Schwandorf
12.12.2022 - 09:40 Uhr

Evangelische Christen feiern in Schwandorf Jubiläum

Seit sechs Generationen sind evangelisch-lutherische Christen in Schwandorf beheimatet. Vor 150 Jahren eröffneten sie in der Bahnhofstraße ein Bethaus. An der Feier dieses Jubiläums in der Erlöserkirche nimmt auch der Regionalbischof teil.

Geigerin Dagmar Merkl (rechts) und Chorleiter Willi Stöhr (Zweiter von rechts) hießen die Gäste zum Empfang im Gemeindesaal der Erlöserkirche willkommen. Darunter auch Regionalbischof Klaus Stiegler (links). Bild: Hirsch
Geigerin Dagmar Merkl (rechts) und Chorleiter Willi Stöhr (Zweiter von rechts) hießen die Gäste zum Empfang im Gemeindesaal der Erlöserkirche willkommen. Darunter auch Regionalbischof Klaus Stiegler (links).

Protestanten siedelten sich erst relativ spät in Schwandorf an. 1863 feierten sie ihren ersten Gottesdienst in der Stadt. Neun Jahre später, am dritten Adventssonntag, eröffneten evangelische Christen in der Bahnhofstraße ein eigenes Haus zum gemeinsamen Gebet. An gleicher Stelle, in der heutigen Erlöserkirche, erinnerte die Pfarrgemeinde Schwandorf/Wackersdorf/Steinberg am See in einer Feierstunde an dieses Ereignis.

Regionalbischof Klaus Stiegler erklärte die Ansiedlung der Protestanten "in der Diaspora" mit dem aufkommenden Eisenbahnverkehr, der Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr Menschen nach Schwandorf brachte. Darunter auch Lutheraner, die sich einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt einen Treffpunkt schufen. "Gott ist mit seiner Welt noch lange nicht fertig", glaubt Oberkirchenrat Klaus Stiegler. Er sieht deshalb die "zentrale Aufgabe" der Christen darin, Gott auf der Erde den Weg zu bereiten und den Mitmenschen seine Nähe spüren zu lassen. So wie es die evangelische Kirchengemeinde von Schwandorf seit über 150 Jahren tue. Der Bischof ermunterte die Gläubigen, auch in Krisenzeiten "mutig und mit Zuversicht" voranzugehen, gemeinsam Kirche zu gestalten und Solidarität mit den Unterdrückten zu zeigen.

Die Vertrauensfrau im Kirchenvorstand, Brigitte Lang, erinnerte an den "schwärzesten Tag in der Geschichte Schwandorfs und der evangelischen Gemeinde", als alliierte Kriegsbomber am 17. April 1945 das Bahnhofsviertel und damit auch die Kirche vollständig zerstörten. Aus den Trümmern bargen die Menschen den Christus-Korpus, dem Arme und Beine fehlten. Der Torso hängt heute über dem Altar der 1953 neu errichteten und vor zwölf Jahren umgebauten Erlöserkirche.

Eine Bläsergruppe des Dekanats, der Kirchenchor und das Männerensemble der Pfarrei unter der Leitung von Willi Stöhr sowie Margarita Wiegleb an der Orgel gestalteten den Wortgottesdienst musikalisch. Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Pfarrer Arne Langbein, und sein Stellvertreter, Diakon Jürgen Weich, begrüßten beim anschließenden Empfang im Gemeindesaal unter den Gästen auch die Bürgermeister der kommunalen Gemeinden.

Oberbürgermeister Andreas Feller würdigte die Verdienste der evangelischen Kirchengemeinde um die Ökumene in Schwandorf. Beim Kulturfest der Oberpfälzer im Juni sei erstmals ein gemeinsamer Gottesdienst von Katholiken und Protestanten möglich gewesen. Beim Festakt in der Erlöserkirche war die katholische Seite am Sonntag allerdings nicht vertreten. Dafür überbrachte Pfarrer Alexander Klette die Glückwünsche der neuapostolischen Kirchengemeinde von Schwandorf. Für die evangelische Kirche Schwarzenfeld gratulierte Kirchenvorstand Roland Willecke.

 
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