28.08.2018 - 13:58 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Ex-Paar streitet um 1000-Euro-Rückzahlung

Ein junger Mann zahlt geliehenes Geld nicht zurück. Bei einem Gerichtsverfahren kommt es zu gegensätzlichen Aussagen. Am Ende gibt es einen Vergleich.

Prozess
von Autor HWOProfil

(hwo) Sie waren ein Paar. Zwei junge Männer, einst in einer Beziehung vereint und nun an getrennten Tischen vor dem Zivilrichter sitzend. Der sollte entscheiden: Musste ein gewährtes Darlehen in Höhe von 1000 Euro zurückgezahlt werden?

"Forderung" stand auf dem Sitzungsaushang. Ein Fall wie viele andere, die allwöchentlich den Zivilrichter Holger Vogl in Schwandorf beschäftigen. Diesmal allerdings mit eher ungewöhnlichen Begleitumständen. Und die sahen so aus: Zwei Männer lebten in einer Beziehung, in deren Verlauf einer vom anderen auf zwei Raten verteilt eine Geldsumme von insgesamt 1000 Euro erhielt. Das Geld wurde nie zurückbezahlt, weshalb sich der Darlehensgeber nun nach Beendigung der Partnerschaft erst an eine Anwaltskanzlei und über sie an die Justiz wandte.

Richter Vogl hörte sich die Streitsache an. Erst vom Darlehensnehmer, der mit Nachdruck unterstrich: "Ein Rückzahlungstermin ist nie vereinbart worden." Eher schon habe sein damaliger Partner geäußert "Das kriegen wir schon" und in Aussicht gestellt, dass die 1000 Euro womöglich als Gaben für den Geburtstag und zum Weihnachsfest hätten aufgerechnet werden können.

Der Geldgeber sah das anders. Das zur Jahresbeginn 2017 gewährte Darlehen hätte bis zum Mai gleichen Jahres beglichen werden sollen, berichtete der junge Mann aus seiner Erinnerung. Doch schriftlich habe er sich das nicht geben lassen. Für den Richter war mithin eine klare Lage geschaffen. Dem Schuldner sagte er: "Es ist unstrittig, dass Sie zahlen müssen." Der Darlehensgeber hörte: "Sie haben zwar zweimal 500 Euro gewährt, doch schriftlich ist nichts vereinbart worden mit Blick auf die Rückerstattung." Womit es im Gerichtssaal ohne Urteil zu einem Vergleich kam: Der Schuldner überweist möglichst umgehend 1000 Euro an seinen Ex-Partner. Der trägt seine eigenen sogenannten vorgerichtlichen Kosten. Aktendeckel zu, Geschichte erledigt.

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