Die Stadt Schwandorf kauft regelmäßig Seminar-, Diplom- und Bachelor-Arbeiten an, die sich mit Themen der Region beschäftigen. Über 200 Abhandlungen haben sich mittlerweile im Archiv von Josef Fischer angesammelt. Nun kamen vier weitere dazu. Oberbürgermeister Andreas Feller prämierte die Arbeiten mit insgesamt 1000 Euro.
Mit 200 Euro dotierte die Stadt die Facharbeit von Jana Fischer (Berufliche Oberschule Schwandorf), die sich mit dem "Widerstand der Bevölkerung gegen die Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf" beschäftigte und damit ein aktuelles Thema aufgriff. "Grund für meine Themenwahl waren die Regionalität der Vorkommnisse und die Möglichkeit, direkte Zeitzeugen zu befragen", schreibt die Autorin in ihrem Vorwort. Außerdem seien ihre Eltern im Widerstand aktiv gewesen. In ihrer Seminararbeit stellt Jana Fischer die beiden Gallionsfiguren, den Befürworter Ministerpräsident Franz-Josef Strauß und den Gegner Landrat Hans Schuierer, gegenüber.
"Den Abbau der Braunkohletagesstätten in Schwandorf-Wackersdorf und seine Folgen" thematisierte Alexander Rebl vom Kepler-Gymnasium Weiden. Als kleiner Junge saß er am Wohnzimmerfenster seines Großvaters und erlebte die Sprengung der Schornsteine des Bayernwerks mit. Im Stadtarchiv stieß der Autor auf Infomaterial, ordnete die Bilder und Zeitungsartikel dem Thema zu und ergänzte sie mit Unterlagen aus der Bücherei der Fachhochschule Weiden. Als Anerkennung überreichte ihm Feller einen 200-Euro-Scheck.
Doris Ebenschwanger befasste sich in ihrer Bachelorarbeit mit dem Unterschied der virtuellen und der tatsächlichen Wahrnehmung von historischen Gebäuden in Schwandorf. Mit einem Evaluierungsbogen befragte sie 16 Testpersonen nach ihrer Einschätzung von Höhe und Alter der Häuser. In einer zweiten Studie ging es um die Wahrnehmung derselben historischen Gebäude in virtueller Umgebung mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille. Am Ende kam die Autorin zu dem Ergebnis, dass die Höhe der Gebäude von der Mehrheit der Probanden überschätzt wurde. Für Ebenschwanger gab es 300 Euro.
Der neue Leiter des städtischen Standesamtes, Gerd Winterberger, musste am Ende seiner Ausbildung zum Verwaltungsfachwirt eine Diplom-Arbeit schreiben. Als Thema wählte er die kommunale Gebietsreform. Er gab seiner Arbeit den Titel "Sozialraumentwicklung am Beispiel der Großen Kreisstadt Schwandorf" und bekam von der Stadt ein Honorar von 300 Euro. Der Kulturausschuss hatte im November 2010 den Beschluss gefasst, herausragende Facharbeiten mit lokalem Bezug mit zu prämieren. "Wir stellen hohe Ansprüche an die Arbeiten", betont Stadtarchivar Josef Fischer. Die Vorschläge müssten wissenschaftlichen Kriterien entsprechen.









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