27.08.2019 - 16:45 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Feuerwache Schwandorf: Sanieren oder gleich neu bauen?

An der Schwandorfer Feuerwache besteht Sanierungsbedarf, Geld für die Planungen gibt's im Haushalt der Stadt. Aber: Steht die Wache überhaupt noch am richtigen Standort?

Das erste Wechselfahrzeug ist schon bei der Feuerwehr Schwandorf. Die Frage ist: Wo sollen der Lkw und die Wechselcontainer untergestellt werden?
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Ist der derzeitige Standort der Feuerwache noch geeignet?

Stadtbrandinspektor Helmut Mösbauer

Das Innenministerium hat bereits 2013 in den Vollzugsbestimmungen zum Bayerischen Feuerwehrgesetz empfohlen, dass alle Gemeinden einen "Feuerwehrbedarfsplan" erstellen sollen. Der Plan umfasst eine Gefährdungs- und Risikoanalyse, bestimmt das Schutzziel und ermittelt daraus die nötige Ausstattung der Wehren. Die Pläne erstellen in der Regel spezialisierte Büros.

Eine gewichtige Rolle spielt dabei die "Hilfsfrist": Innerhalb zehn Minuten muss jede an einer Straße gelegene Einsatzstelle erreicht werden können. Nun haben sich im Stadtgebiet seit dem Bau der Feuerwache Schwerpunkte verschoben. Am Brunnfeld entstand ein großes Gewerbegebiet, dort sollen auch noch Hotel und Kino hin, das Egelsee-Gebiet ist beinahe komplett bebaut, in Krondorf und Fronberg beispielsweise sind größere Wohngebiete entstanden, im Industriegebiet in Dachelhofen hat sich einiges getan. Ob die Ausstattung der Stadt- und der Stadtteilfeuerwehren für diese neuen Ansprüche noch ausreicht, würde ein Bedarfsplan aufzeigen.

Hoher Aufwand nötig

Im Januar 2019 hat die Feuerwehrführung, Stadtbrandinspektor Helmut Mösbauer und Stadtbrandmeister Klaus Brunner, eine Stellungnahme vorgelegt: "Im Endergebnis ist festzuhalten, dass bei einer Sanierung oder einem Umbau ein sehr hoher finanzieller Aufwand betrieben werden muss, um derzeitige Standards zu erreichen", schrieb Mösbauer im Juli ans Rathaus.

Er regt eine fachliche Bewertung mehrerer Punkte an. Zum einen sei festzustellen, ob der Standort der Feuerwache noch geeignet ist. Zum anderen gelte es abzuschätzen, wie sich die Zu-und Ausfahrtssituation vom Gerätehaus im Bereich der Naabuferstraße Richtung Beerkreuzung bei zunehmender Verkehrsbelastung entwickelt. "Hier sollte ein Feuerwehrbedarfsplan das geeignete Mittel sein, um diese Punkte in Erfahrung zu bringen", schreibt Mösbauer. Das Thema wurde in einer nichtöffentlichen Hauptausschusssitzung kurz behandelt, allerdings regte sich im Rat nach Informationen der Redaktion Widerstand. Denn das Thema stand nicht offiziell auf der Tagesordnung, sondern sollte unter "Sonstiges" abgewickelt werden.

Dabei ist die Diskussion nicht neu. Schon seit einigen Jahren fordert die SPD, dass endlich Geld zumindest für die Sanierungs-Planungen in den Haushalt eingestellt werden soll. In diesem Jahr ist das geschehen. Laut Rathaus-Pressesprecherin Maria Schuierer prüft das Bauamt, ob eine Generalsanierung möglich sei. Mit diesem Ergebnis solle in die Bedarfsplanung eingestiegen werden.

Diese Reihenfolge erscheint eher befremdlich. Selbst wenn sich die Feuerwache mit vertretbarem Aufwand sanieren ließe - wenn von der Naabuferstraße aus die Hilfsfristen nur mit Müh'' und Not oder in Zukunft vielleicht auch nicht mehr einzuhalten sind, wäre ein Neubau sinnvoller. Ein Bedarfsplan könnte dies aufzeigen. Daran schließt sich freilich ein ganzer Rattenschwanz von Fragen und Möglichkeiten: Wohin mit der neuen Wache? Was passiert auf dem jetzigen Grundstück - Thema zweite Naabbrücke? Wie müssen die Ortsfeuerwehren ausgestattet werden? Fragen jedenfalls, die nicht auf die Schnelle unter "Sonstiges" abgehakt werden können.

Provisorische Halle

Noch ein zweites Problem plagt die Wehr: Wo sollen die neuen Wechsellader-Fahrzeuge samt Abrollbehälter untergestellt werden? Die Feuerwehr schlägt vor, nahe der Werkstatt eine Wetterschutzhalle aufzustellen, als Alu-Konstruktion beispielsweise. Dies wäre kostengünstig, und nach einer endgültigen Lösung könnte die Halle verkauft oder vom Bauhof genutzt werden. Die Feuerwehr werde beim Bau behilflich sein. Heute trifft sich die Feuerwehrführung mit Oberbürgermeister Andreas Feller zum Gespräch. Dabei sollen all diese Fragen auf den Tisch kommen.

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