21.01.2019 - 15:34 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Filmklassiker so aktuell wie vor 25 Jahren

"Schindlers Liste" läuft am Sonntag deutschlandweit wieder in den Kinos. Filmwissenschaftlerin Anne Schleicher und Kinobetreiber Frederik Hohrath bewerten den Film aus heutiger Sicht.

Steven Spielberg (links) gewann mit „Schindlers Liste“ einen Regie-Oscar, Hauptdarsteller Liam Neeson (rechts) bekam die Trophäe als „Bester Hauptdarsteller“.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Ein Schwarz-Weiß-Film? Und dann auch noch eine Lauflänge von 194 Minuten? Viele Kinokritiker haben dem ambitionierten Film "Schindlers Liste" vor einen Vierteljahrhundert keine guten Aussichten auf einen Erfolg gegeben. Zumal Regisseur Steven Spielberg damals vor allem für seine Blockbuster "Der weiße Hai", "Indiana Jones" und "E.T." bekannt war. Die Umsetzung eines so ernsten Themas wie die Biografie von Oscar Schindler trauten dem Amerikaner damals viele nicht zu. Nun, 25 Jahre nachdem "Schindlers Liste" erstmals über die Leinwand flimmerte, ist der Film längst ein Klassiker und kommt wieder ins Kino (siehe Infokasten).

"Zwickl"-Initiatorin Anne Schleicher bringt die Stärke von "Schindlers Liste" auf den Punkt: "Nach dem Film ist man geschockt und fasziniert zugleich." Das Thema Holocaust, das der Film behandelt, ist für sie immer aktuell, "egal in welchem Jahrzehnt wir leben". Deshalb befürwortet sie die Wiederaufführung. Wobei Schleicher betont, dass es sich bei "Schindlers Liste" eben um einen Spielfilm und keine Dokumentation handelt. Der Kern der Geschichte stimmt zwar, aber es müsse klar sein: "Natürlich ist das nicht genau so passiert. Viele Dinge sind geschliffen." Nicht anders sei es auch beim Film "Wackersdorf" gewesen, bei dem die 30-Jährige mitgearbeitet hat.

Trailer "Schindlers Liste"

Die studierte Filmwissenschaftlerin lobt an "Schindlers Liste" die besondere Herangehensweise, "in Zeiten, in denen das Bunte und Kracherte so überpräsent sind". Das gilt heute (derzeit laufen etwa "Glass", "Robin Hood" und "Manhattan Queen") wie vor 25 Jahren (1993 zeigten die Kinos "Mrs. Doubtfire", "Jurassic Park", "Vier Hochzeiten und ein Todesfall"). Schleicher ist vor allem das Optische in Erinnerung geblieben. die Aufnahmen in schwarz-weiß - und dann das Mädchen im roten Kleid. Dieses Bild hat sich ihr eingeprägt.

Genauso ist es dem Schwandorfer Kinobetreiber Frederik Hohrath ergangen. Er beschreibt diese Szene, als Oberpfalz-Medien ihn nach seinen persönlichen Erfahrungen mit dem Film befragt. Auch wenn Hohrath den Film am Sonntag aus programmtechnischen Gründen nicht in seinem Kino zeigt: "Für mich hat der Film eine gleichbleibende Intensität und Aktualität. So ein Thema nutzt sich nicht ab." Vor allem in Zeiten von Google und Facebook, wo Wissen immer mehr durch Informationen ersetzt werden.

Kinovorführungen:

Deutschlandweit zeigen Kinos am Sonntag „Schindlers Liste“ wieder im Kino. Der Klassiker läuft um 17 Uhr im Starmexx in Burglengenfeld. Wer am Sonntag einen Ausflug plant, kann sich den Film im Amberger Cineplex (17 Uhr), im Cinemaxx Regensburg (14.15 Uhr) oder im Regensburger Kino Garbo (14 Uhr) ansehen. Der Film heimste 1994 sieben Oscars ein, darunter für den „Bester Film“ und „Beste Regie“. Mit den Einnahmen des Films hat Spielberg die „Shoa Foundation“ gegründet, die bis heute Zeitzeugenberichte von Überlebenden des Holocaust sammelt. (doz)

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