12.11.2019 - 14:53 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Filmregion Oberpfalz zwischen Potential und Risiko

Eine weitere Premiere für den "Zwickl" fand am Sonntag in der Spitalkirche statt. Die Schwandorfer Dokumentarfilmtage hatten vormittags zum ersten "Meet & Greet" der regionalen Filmbranche eingeladen.

In einem Gespräch auf der Bühne der Spitalkirche ging es um die Chancen der Filmregion Oberpfalz. Es diskutierten zum Abschluss der Zwickl-Tage (von links) Lars Nitschke, Film Comission Bayern (München), Zwickl-Organisatorin Anne Schleicher, Markus Prasse vom Filmverleih MFA (Regensburg) und Filmproduzent Ingo Fliess, If-Productions (München).
von Externer BeitragProfil

Bezug zur Oberpfalz war auf dem Podium allemal gegeben: "Wackersdorf"-Produzent Ingo Fliess stammt aus Sulzbach, Markus Prasse arbeitet bei MFA+FilmDistribution in Regensburg und Lars Nitschke ist Projektmanager der Film Commission Bayern, mit Sitz in München. Als Ansprechpartner für Themen rund um die Organisation und Betreuung von Dreharbeiten konnte Nitschke auch Zahlen liefern: So fanden 2018 in Bayern insgesamt 3500 Drehtage fiktionaler Projekte statt. München macht dabei natürlich den größten Anteil aus, doch auch die Oberpfalz lockt große nationale und internationale Produktionen an.

Laut Nitschke fließen pro Tag und Crewmitglied rund 150 Euro in die lokale Ökonomie, durch Hotelaufenthalte, Taxifahrten und vieles mehr. Für Produzenten ist die Provinz nicht nur wegen der niedrigeren Kosten interessant, sondern auch, weil die Bereitschaft der Bevölkerung, das Filmteam zu unterstützen, bedeutend höher ist als in "abgebrühten" Metropolen, wie Ingo Fliess aus eigener Erfahrung erklärte.

Allerdings müssen Produzenten erst einmal an die nötigen Mittel kommen, um ihre Projekte zu realisieren. Das kann dauern: Acht Jahre lang kämpfte Ingo Fliess darum, dass "Wackersdorf" gedreht werden konnte. Selbst dann musste er sich mit einem Budget abfinden, das weitaus kleiner war, als für einen Film dieser Größenordnung notwendig.

Die Filmförderfonds Bayern (FFF), der auch die Film Commission untersteht, stellte zwar 38 Millionen an Fördergeldern zur Verfügung, doch bedarf es immer mehrerer Geldtöpfe, um einen Film zu realisieren.

Verleihe wie MFA+FilmDistribution aus Regensburg sind ein Ansprechpartner, um der Finanzierung näher zu kommen. Doch auch sie, so Markus Prasse, geben selten Absichtserklärungen ab, also Versicherungen, als Verleih den Film nach seiner Fertigstellung zu vertreiben. Häufig kaufen sie fertige Werke auf internationalen Messen ein, um sie für denn deutschen Mark auszuwerten.

Von Entmutigung war jedoch in der Spitalkirche keine Spur. Lars Nitschke skizzierte ein rosiges Bild der Zukunft der Filmregion Oberpfalz, sowohl Markus Prasse als auch Ingo Fliess bestärkten angehende Filmschaffende im Publikum darin, durchzuhalten. Es geht in der Filmindustrie zwar viel darum, welches kommerzielle Potenzial ein Projekt habe, doch ab einem gewissen Niveau der Schaffenshöhe hat jeder Film die Chance, ein Publikumserfolg zu werden.

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