14.03.2019 - 18:58 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Fischotter macht den Züchtern schwer zu schaffen

Für die Oberpfälzer Teichwirte ist die Welt in Ordnung gewesen - bis Biber, Kormoran und Fischotter kamen. „Seitdem werden wir um unsere Mühen betrogen“, fasst Klaus Bächer aus Muckenthal die Situation zusammen.

Infos von kompetenter Seite gab es bei der Versammlung der Oberpfälzer Teichwirte. Es referierten Jan Masilko, Thomas Ring, Lena Bächer, Klaus Bächer, Alexander Schiener und Peter Ertl (von links) . Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Der stellvertretende Vorsitzende des Fischerzeugerrings Oberpfalz, Klaus Bächer (Muckenthal), zeigte bei einer Veranstaltung der Oberpfälzer Teichwirte in der Gaststätte des Tierzuchtzentrums kein Verständnis für die Tierschützer, "die so vehement gegen die Teichwirte arbeiten".

Vor allem der Fischotter macht den Teichwirten zu schaffen. Peter Ertl ist als Fischottermanager für die Landkreise Schwandorf, Cham, Regensburg, Neumarkt und den Regierungsbezirk Mittelfranken zuständig und stellt die Schäden fest, die der Fischräuber anrichtet. Er erkennt am "Fraßbild" und den Hinterlassenschaften sofort, ob hier der Otter am Werk war und fordert die Teichwirte auf, nach dem Abfischen die Verluste zu melden. "80 Prozent des entstandenen Schadens bekommt der Teichwirt ersetzt", erklärte Peter Ertl bei der Informationsveranstaltung. 2016 seien 224 000 und ein Jahr später bereits 492 000 Euro an Schadenersatz ausbezahlt worden, so der Ottermanager. "Tendenz weiter steigend". Ertl rät den Teichwirten, ihre Fischgewässer durch einen Zaun zu schützen. Über die Entnahme des Otters dürfe er momentan nichts sagen, erklärte Ertl. Hier laufe ein von politischer Seite angeregtes Monitoring.

Teichwirtin Lena Bächer hat sich in ihrer Bachelor-Arbeit mit der Fütterung des Speisekarpfens befasst und festgestellt, dass die mit Ackerbohnen gefütterten Fische schneller wachsen. Diplom-Ingenieur Jan Masilko ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der "Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft", Institut für Fischerei. Er rät den Fischzüchtern, ihre Teiche zu pflegen, trocken zu legen, zu fräsen, Wasserpflanzen zu entfernen, zu kalken und zu und düngen, um damit die Naturnahrung und damit auch den Fischertrag zu steigern.

Der Fischereifachberater im Bezirks Oberpfalz, Thomas Ring, vertritt die Ansicht, dass der hohe Zeitaufwand der Teichwirte für den Erhalt der Kulturlandschaft besser honoriert werden müsse. Er appellierte aber auch an die Fischwasserbesitzer, ihre Hausaufgaben zu machen. Beim Abfischen sollte der Schlammaustrag möglichst gering gehalten werden, um damit die Vorfluter nicht zu überlasten.

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